Hotel Eden – ein Stück Stadtgeschichte unter dem Hammer

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Bochum: Hotel Eden |

Unter den fast 200 Werken, die am Sonntag, den 9. Dezember 2012 im „Tanas“ (Kammerspiele Bochum) bei der 41. Kunstauktion von Amnesty International Bochum unter den Hammer kommen, befindet sich auch ein ungewöhnliches Kunstobjekt, das eng mit der Bochumer Stadtgeschichte verknüpft ist: Die Rede ist von der Leuchtreklame des stadtbekannten „Hotel Eden“, die Galerist Sebastian Schlecht und Fotodesigner Thomas Bocian Amnesty Bochum zur Versteigerung überlassen haben.

Ein Stück Bochumer Zeitgeschichte

1956 als erstes Bochumer Hotel eröffnet, diente das „Eden“ nur für einen kurzen Zeitraum dem ursprünglichen Zweck als Gastgewerbe und konnte - laut Zeitzeugen - auf allerhand prominente Gäste aus Funk und Fernsehen verweisen. Doch die Glanzzeit und vorbildliche unternehmerische Führung hielt nur bis etwa 1983 an, danach ging es für das Hotel bergab. Es folgten Jahre wechselhafter Nutzung – und der zunehmende Verfall, bis nur noch eine schimmelnde Bauruine übrig blieb. Doch während die meisten Bochumer froh wären, wenn der seit Jahren beschlossene Abriss des „Schandflecks am Ring“ endlich durchgeführt würde, freuen sich Hobbyhistoriker und Fotografen über die Gelegenheit, ein Stück Stadtgeschichte erkunden und dokumentieren zu können.

So tauchte der 28-jährige Fotograf und Wahl-Bochumer Thomas Bocian vor zwei Jahren mit offizieller Genehmigung in die vergessene und verdrängte Geschichte des Hotel Eden ein und erstellte eine ausführliche Fotodokumentation, die es 2011 zu einer Ausstellung mit Event-Charakter schaffte.

Neonlicht und Ölgemälde für den guten Zweck

Die Leuchtreklame, die seit Jahrzehnten den vielversprechenden Namen „Hotel Eden“ durch die bewegten Zeiten des Gebäudes getragen hat, beschloss Thomas Bocian vor dem Abriss zu bewahren. Die Einzelbuchstaben überließ er nun Amnesty International zur Versteigerung bei der Kunstauktion am 9. Dezember in den Bochumer Kammerspielen.

"Wir freuen uns über solch außergewöhnliche Kunstwerke und hoffen auf reges Interesse auf Seiten der Bochumer Bürger an diesen Stücken Bochumer Stadtgeschichte", schreibt Amnesty Bochum im sozialen Netzwerk Facebook zur Versteigerung der Leuchtbuchstaben. "Gerade diese Vielfalt bei unserer Versteigerung - von Zeichnungen und Gemälden über Fotografien und Skulpturen bis hin zu Textilarbeiten oder eben Objekten wie den Eden-Buchstaben - ist es, was die Leute anzieht."


* Hotel Eden in der Online-Galerie zur Kunstauktion 2012
* Info-Flyer zu Hotel Eden
* Dokumentation zur "Hotel Eden"-Ausstellung im letzten Jahr

Video-Dokumentation der Demontage der Leuchtreklame:
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