Johanneskirche Grumme: Traditionelles Weihnachtskonzert 2017 gekippt

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Über 20 Jahre hinweg hatte es sich zu einer lieb gewonnenen, aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenkenden Traditionsveranstaltung entwickelt, die Erfolgsgeschichte schrieb:
Das gemeinsame Weihnachtskonzert der Grummer Chöre und des Grummer Blechs am Vorabend des Heiligen Abends.
Obwohl zu einem Zeitpunkt veranstaltet, der gefühlt kaum ungünstiger sein konnte, sorgte gerade diese Veranstaltung am 23.12. jeden Jahres um 20.00 Uhr und somit in den hektischsten Stunden vor dem Weihnachtsfest zuverlässig für eine brechend volle Kirche. Es war stets ein Konzert gewesen, das Sinne wie Herzen für das Weihnachtsfest öffnete, das zur Ruhe finden ließ, die Grenzen der Konfession überwand und sichtbar Ökumene lebte. Ein Konzertabend, der schließlich untrennbar mit Weihnachten verbunden war und die generationsübergreifenden musikalischen Aktivitäten des Stadtteils sichtbar machte.

In diesem Jahr nun soll es nach dem Willen von Anke Seifert, Chorleiterin des evangelischen Johanneschores, nun wohl Geschichte sein. 20 Jahre seien genug, man wolle sich neu ausrichten, entschied sie unerwartet Mitte des Jahres, nachdem die Vorgespräche zur Organisation des Weihnachtskonzertes 2017 von allen Beteiligten ausnahmsweise frühzeitig aufgenommen worden waren.

Mit ihrer schwer nachvollziehbaren Entscheidung erntete sie allerdings das Unverständnis aller anderen bisher Beteiligten, die sich mit dieser Nachricht gewissermaßen ausgeladen fühlen mussten, und sie dürfte auch ein treues und sehr dankbares Publikum vor den Kopf stoßen, war dieses AUS der Traditionsveranstaltung doch im letzten Jahr nicht angekündigt worden, so dass man sich gedanklich hätte vorbereiten und emotional Abschied nehmen können.

Aus Besucherperspektive darf man sicher äußern, dass dieses Handeln nicht gut ankommt, auch wenn sie die Veranstaltung damals selbst ins Leben rief, letztlich als Gastgeberin für alle anderen Beteiligten fungierte und in Bezug auf die Johanneskirche als Veranstaltungsort quasi Hausrecht besitzt. Für ein so plötzliches und unerwartetes, dem Publikum zuvor nicht angekündigtes und erklärtes Absetzen war die Veranstaltung, auf die ganz Grumme zu Recht stolz gewesen ist, jedenfalls zu prägend. Angesichts des diesjährigen Alleinganges des Chores und seiner Planung eines eigenen Konzertes kann man sich als Außenstehender deshalb des Anscheins nicht erwehren, als bewege sich ein Chor hier eher ein bisschen auf dem "Ego-Trip" und wolle eigene Fähigkeiten wieder stärker in den Vordergrund stellen.

Kirchen-Konditorei-Konzert am Sa. 02.12.17

Am kommenden Samstag, 02.12.17, so kündigt es der Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Bochum der Johanneskirche an, lädt der Chor der Johanneskirche nun zusammen mit Bäckermeister Gernot Bock um 16.00 Uhr in der Johanneskirche, Ennepestraße 15 zu einem ersten Kirchen-Konditorei-Konzert ein. Durch Zuhören, Mitsingen und Genießen des selbst gebackenen Kuchens möchte der Chor seine Besucher in entspannter Atmosphäre auf den 1. Advent einstimmen.

"Eine musikalische Bescherung" am Fr. 22.12.17

Um den bisherigen Konzertgedanken der Einstimmung auf das Weihnachtsfest weiterleben zu lassen, haben sich der Kirchenchor der Gemeinde Seliger Nikolaus Groß, der Jugendchor „FriendsInHarmony“, der Kinderchor der Gemeinde Seliger Nikolaus Groß und das Grummer Blech entschieden, am Fr. 22.12.17 in die St. Liboriuskirche, An der Kaiseraue in Grumme einzuladen. Zusammen mit dem Vocalensemble Chantasy unter der Leitung von Henning Sternemann präsentieren sie um 19.00 Uhr "Eine musikalische Bescherung". Im Anschluss an das ca. 75 Minuten dauernde Konzert laden Musiker und Sänger zu einem gemütlichen Umtrunk in der Kirche ein.

"Kurrende-Blasen" am Sa. 23.12.17

Um den vertrauten Veranstaltungsort und -zeitpunkt nicht ganz zu vernachlässigen, werden Bläser des Grummer Blechs zusammen mit befreundeten Musikern am Sa. 23.12.17 von 18.00 - 19-00 Uhr auf dem Platz vor der Johanneskirche an der Ennepestraße Advents- und Weihnachtslieder spielen. Diese besondere Form des „Kurrende-Blasens“ versteht sich nicht als Konzert und möchte weder Ersatz noch Konkurrenz darstellen, sondern bei Glühwein, Kinderpunsch „und ähnlichem“ einfach nur eine kleine Entschädigung für das gewohnte Format sein. Sollte sich der eine oder andere versehentlich verirren, weil er die Veränderungen nicht mitbekommen konnte, wird er jedenfalls nicht vor einer verwaisten Kirche stehen, sondern mit all den anderen, sicher zahlreich strömenden Interessierten den Bläserklängen lauschen können. So wird auch diese „kleine“ Veranstaltung sicher ihren besonderen Charme haben. Bei deutlichem Regen wird sie allerdings leider ausfallen müssen.

Man darf sicher gespannt auf alle diese neuen Wege sein....

Autor:

Sabine Schemmann aus Bochum

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