Jugendclub am Prinzregenttheater zeigt "Spieltrieb" nach Juli Zeh

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Alev (Jakob Schmidt) zieht Ada (Elena Ubrig) in seinen Bann. (Foto: Hupfeld)

Dass Menschen, die sich langweilen und unterfordert sind, eine Menge Unheil anrichten können, ist bekannt. Selten gehen sie dabei jedoch so weit wie Alev und Ada in "Spieltrieb", dem neuen Stück des Jugendclubs „Junge Prinzess*innen“ am Prinzregenttheater, das auf Juli Zehs gleichnamigem Roman basiert.

Alev (Jakob Schmidt) zieht mit seinem Charisma seine Mitschülerin Ada (Elena Ubrig) in seinen Bann. Die hochintelligente Ada findet weder bei ihrer dem Alkohol frönenden Mutter (Dyana Krupezki) noch bei ihrem Altersgenossen Olaf (Jonathan Häger), der sich ehrlich um sie bemüht, den sie jedoch massiv verletzt, Halt. Ihr Lehrer Smutek (Joscha Kühn), mit dem Ada die Liebe zum Laufen verbindet, kann sich Adas herbem Charme immer weniger entziehen. Seine nach außen hin glückliche Ehe mit einer Frau, die bezeichnenderweise Schneewittchen (Enya Becirevic) genannt wird und von Ada vor dem Ertrinken gerettet wird, ist offenkundig von Hassliebe geprägt. Alev – mit Ada im Bunde – sieht seine Chance, als Smutek sich seiner Schülerin erotisch nähert und damit gegen die Grundregeln seiner Rolle als Lehrer verstößt. Alev wird zum Spielleiter in einer Dreierkonstellation, die durch Verführung und Erpressung gekennzeichnet ist und in der Kategorien wie „Gut“ und „Böse“ keine Bedeutung haben. Entsprechend sehen sich Alev und Ada als Enkel der Nihilisten und funktionalisieren Smutek, um philosophische Modelle wie die Spieltheorie zu erproben. Nach dem Suizid seines Kollegen Höfi (Lukas Vogelsang), der Smutek stets als Korrektiv gedient hat, weiß dieser den beiden Jugendlichen nichts mehr entgegenzusetzen.
Die Handlung läuft in einem abstrakten Bühnenbild mit einer Kälte und Konsequenz ab, die einem den Atem nimmt. Regisseurin und Theaterpädagogin Clara Nielebock hat ein erstaunlich homogenes Ensemble geformt. Die zwischen 15 und 21 Jahren alten Schauspieler agieren mit einer wunderbaren körperlichen Präsenz und bewältigen die komplexen Dialoge mit Bravour. - Sehenswert.

Termine
Am Freitag, 28. Oktober, ist „Spieltrieb“ um 19.30 Uhr wieder im Prinzregenttheater, Prinz-Regent-Straße 50-60, zu sehen.
Auch am Samstag, 29. Oktober, gibt es eine Vorstellung, die ebenfalls um 19.30 Uhr beginnt.
Das Stück wird auch am Montag, 31. Oktober, aufgeführt. Beginn ist wiederum um 19.30 Uhr.
Auch am Samstag, 12. November, und am Sonntag, 13. November, ist „Spieltrieb“ jeweils um 19.30 Uhr zu sehen.
Termine im Dezember: Samstag, 3. Dezember, 19.30 Uhr und Sonntag, 4. Dezember, ebenfalls 19.30 Uhr
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