Jugendliche spielen im Prinzregenttheater "Farm der Tiere"

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Im Stück „Farm der Tiere“ geht es um menschliches Verhalten – Tiermasken sind daher nicht nötig. (Foto: Banz)

Romy Schmidt, die seit Beginn dieser Spielzeit die Intendanz des Prinzregenttheaters innehat, hat sich zum Ziel gesetzt, an ihrem Haus einen Jugendclub zu etablieren.

Die erste Produktion der „Jungen Prinz*essinnen“ steht nun kurz vor der Premiere. „Für das Casting haben wir uns einen ganzen Tag Zeit genommen“, erinnert sich die Theaterleiterin. Auf der Bühne stehen nun 16 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen elf und 18 Jahren.
Regisseurin Clara Nielebock ist ausgebildete Jugend- und Heimerzieherin und hat auch als Theaterpädagogin bereits einschlägige Erfahrung. Im Theater an der Rottstraße hat sie die Ju-
gendsparte „young‘n‘rotten“ etabliert. Nun hat sie am Prinzregenttheater mit den Jugendlichen Orwells „Farm der Tiere“ als Bühnenstück erarbeitet.
Sie beschreibt ihre Arbeit mit den jungen Akteuren so: „Wir bilden ein großes Team, dem es auch darum geht, Spaß zu haben. In den Sommerferien haben wir intensiv geprobt. Momentan nutzen wir die Herbstferien, um die Premiere vorzubereiten.“
„Die Jugendlichen kennen sich gut aus. Sie bringen ihre Ideen ein und führen phasenweise selbst Regie“, führt Regisseurin Nielebock weiter aus.
Intendantin Schmidt würdigt das große Engagement des Nachwuchses: „Die Teilnehmer müssen auch ihren schulischen und familiären Verpflichtungen nachkommen und sind insofern stärker belastet als professionelle Schauspieler.“
Nielebock äußert sich zum gewählten Stoff: „Orwells Roman nimmt Bezug auf die russische Oktoberrevolution und ihre Folgen. Uns ging es darum, das Dargestellte auf andere Fälle von Machtmissbrauch zu übertragen. So geht es natürlich auch um die hochaktuelle Frage, wie es dazu kommt, dass Menschen fliehen müssen.“
Beispiele wie die DDR und Syrien waren den Jugendlichen sofort präsent. „Wir haben die Bühnenfassung entsprechend verknappt, um die zentralen Elemente der Handlung herauszuarbeiten“, erläutert Dramaturg Frank Weiß.
Die Bühnenfassung Peter Halls diente als Ausgangspunkt. Sie wurde nicht nur verknappt, sondern auch um zwei eigens für die Aufführung am Prinzregenttheater geschriebene Lieder ergänzt.
Sylvie Fadenhaft, die sich um das Bühnenbild und die Kostüme kümmert, gibt erste Einblicke in die Umsetzung auf der Bühne: „Die Kinder treten auf der Bühne als Kinder auf, auch wenn sie Tiere spielen. Auf Masken verzichten wir weitgehend. Allerdings trägt unser Schaf einen Wollpullover.“
„Die Tiere verkörpern jeweils bestimmte Persönlichkeitstypen“, erläutert Nielebock weiter.
Die Bochumer Schülerin Patricia Fuchs, die zu den Teilnehmern gehört, ist neugierig auf die Premiere: „Bisher habe ich nur in der Schule auf der Bühne gestanden.“
Romy Schmidt hat bereits die Zukunft ihres Jugendprojekts im Blick: „Einige Teilnehmer werden wohl länger dabeibleiben. Das Projekt ist aber auch für weitere Kinder und Jugendliche offen.“
Wenn die nächste Produktion ansteht, wird es wohl eine Ausschreibung geben. Michael Mans, am Theater zuständig für Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit, hat für interessierte Jungschauspieler noch einen besseren Tipp: "Kommt einfach zu
einer Aufführung von ´Farm der Tiere´ und sprecht uns an!“
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