Neun neugierige Fragen an Kai Magnus Sting

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  Bochum: Amtshaus Harpen |

Am 30. Oktober tritt der Duisburger Kamikaze-Kabarettist Kai Magnus Sting mit seinem Ruhrgebietsprogramm ›Hömma, weiß Bescheid!‹ im Amtshaus Harpen auf. Antje Dittrich vom Bürgerzentrum Amtshaus Harpen e.V. sprach mit der quirligen Quasselstrippe …

Sie kommen ja Ende des Monats zu uns nach Bochum-Harpen, Herr Sting … Sehen Sie, und bevor ich richtig ans Fragen komme, drängt sich mir gleich eine Vorfrage auf, die ich Ihnen immer schon mal stellen wollte. Spricht sich Ihr Name eigentlich S-ting oder Sch-ting aus?
Den Namen spricht man S-ting aus, aber es gibt natürlich auch Regionen, zum Beispiel Bayern oder Baden-Württemberg, da sprechen die Leute es von sich aus Sch-ting aus. Ich höre also auf beides, notgedrungen.

Vielleicht können wir uns ja auch einfach duzen? Ja? Toll! Also, Kai Magnus, du kommst … Moment, ich habe da doch noch eine Vorfrage: Soll ich wirklich Kai Magnus sagen? Oder nur Kai? Oder doch Magnus? Wie nennen dich denn deine Fans, Freunde, Eltern?
Manche sagen Herr S-ting, andere wiederum Herr Sch-ting (siehe oben!), es gibt einige, die Kai-Magnus sagen, aber eigentlich sagt man nur Kai. Aber auch hier (siehe oben!): Ich höre auf alles. Freunde sagen aber einfach nur Kai. Wenn ich Kai-Magnus höre, denke ich an früher und hab direkt ein schlechtes Gewissen, weil ich denke, ich hab was angestellt.

Du bist ja Duisburger, wir sind Bochumer – also alles Pott. Und um den Pott geht es doch auch in deinem Programm ›Hömma, weiß Bescheid!‹. Erzähl doch mal.
Na ja, das erzähle ich ja alles im Programm ›Hömma, weiß Bescheid!‹. Wenn ich jetzt etwas erzähle, dann verrate ich ja schon alles. Es geht um die Sprache im Pott, wie wir denken, fühlen, reden, ob wir überhaupt denken, wie wir manchmal, auch wenn wir komplexe Sätze bilden wollen, es doch mit ganz wenigen und teilweise unzusammenhängenden Worten viel einfacher ausdrücken können und es geht um die große Pott-Philosophiererei. Da sind wir ja, auch wenn man uns das vielleicht nicht zutraut, ganz groß drin.

Gibt es eigentlich spürbare Sprach- und Reaktionsunterschiede beim Publikum im Revier? Ich meine, Duisburg ist ja eigentlich schon Rheinland. Erlebst und siehst du (als Duisburger) da selbst Unterschiede?
Reaktionsunterschiede gibt es nicht, Sprachunterschiede schon. Also Duisburg ist ja so eine Mischung aus Ruhrgebiet, Niederrhein und Rheinland. Und man spricht in Duisburg natürlich schon anders als in Straelen, Düsseldorf oder Bochum, geschweige denn Dortmund. Da merkt man in den einzelnen Städten schon: Man nähert sich Holland, Köln oder dem Sauerland. Aber die Essenz der pointierten Pott-Sprache, die wird überall verstanden. Sogar in Berlin, Hamburg oder München. Weil ein bisschen Pott ist überall. Und es finden sich auch überall Menschen, die aus dem Ruhrgebiet kommen, hier mal gelebt haben oder deren Zeil es ist, einmal in ihrem Leben hierhin zu kommen. Deswegen vermischt sich das im Publikum manchmal sehr schön. Und unsere Sprech- und Denkweise und also auch unser Humor, der wird dankenswerterweise überall verstanden und die Menschen lachen gerne mit und über den Pott.


Wie wichtig ist für dich der heimische Zungenschlag?
Das ist schon Musik in meinen Ohren. Und ich denke jedes Mal, wenn ich von einer Tour wieder im Pott ankomme: Hier bin ich zu Hause. Sprache macht für mich Zuhause aus. Weil Sprache ist Sein. Und wenn die Menschen hier den Mund aufmachen, denke ich sofort: Das ist meine Heimat, hier werde ich auch verstanden. Weil die hier so sprechen wie ich und ich so spreche wie alle anderen auch. Das geht durch Umgehung des Gehirns oft in den Mund, auf die Zunge und ab raus. Und diese Schnörkellosigkeit und Einfachheit, die schätze ich sehr gerne.

Du hast ja bei deinen Auftritten ein Wahnsinnssprechtempo drauf. Ist das angeboren oder hart antrainiert?
Das ist angeboren. Eine Grund-Schnelligkeit und auch einen Humor, den kannst du nicht antrainieren, der ist in dir und den musst du leben. Das ist eine ganz eigene, persönliche, authentische Sache.

Was macht dich sprachlos?
Eine Menge. Aber eher sprachlos auf zweiter Ebene. Sagen oder erwidern kann ich eigentlich immer etwas. Auch wenn es mich im Innern sprachlos zurücklässt.

Wir haben in Bochum ja die beste Currywurst überhaupt. Was ist dein Leibgericht? Und womit würden wir dir an deinem Auftritt backstage eine Freude machen können?
Mit der Bochumer Currywurst auf jeden Fall. Und schön Pommes dabei mit lecker Mayo. Ich mag’s sehr gern rustikal. Hausmannskost, Bratkartoffeln, Gemüse untereinander, aber auch die Nudel verachte ich nicht.

Was fällt dir spontan zu Bochum ein?
Eine Menge: die Uni, an der ich gerne studiert habe, in Bochum sitzt mein Plattenlabel, meine Agentur, da gibt’s eine gute Tapas-Bar im Bermuda-Dreieck, da gibt’s an der Ruhr richtig schöne Ecken zum Spazierengehen... Ist schön hier! Heimat eben.

Danke, dass du dir Zeit für unsere Fragen genommen hast, Kai. Wir freuen uns riesig auf dich! Bis die Tage!


Termin
30. Oktober · 20 Uhr
www.amtshaus-harpen.de
Kai Magnus Sting: ›Hömma, weiß Bescheid!‹
Eintrittspreis: VVK 15 € (zzgl. Geb.), AK 20 €
Vorverkaufsstellen:
Total Tankstelle Glittenberg, Harpener Hellweg
Lotto Zenisek-Füßgen, Maischützenstraße
Rosenbergapotheke, Rosenbergstraße
cts eventim
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