Novembergedicht 2013

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Auf dem Friedhof

Abendsonne im klirrenden Himmelsblau
weidet Geäst kaum merklich in Schatten.
Engel, Lichter, Gezweig und Gesteck auf dem
Einzelgräber Hügel leuchten wild durcheinander
wie buntes Mosaik.
Ruhig, still ist es hier.
Nur die Autobahn grummelt in der Ferne,
Tribut an die Zivilisation.
Vögel zwitschern lieblich, denn
die Natur kennt keine Grenzen,
es sei denn, der Mensch setzt sie.
Eine Frau mit zwei Hunden sieht mich aufmerksam an,
dann entleint sie die Hunde und pinkelt hinter einen Grabstein.
Ach, ich bin keine Kontrolle, soll ein jeder, wie er will.
Die Toten sind zwang frei. Schweben sie durch den Geist oder
haben wir sie vergessen im allgegenwärtigem Streben
nach scheinbar verpasstem Glück?
Ich sitze und genieße die Brüchigkeit,
denn das ist, was bleibt.
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