Peter Märkert legt neuen Bochum-Krimi vor

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Der berühmte amerikanische Krimiautor Raymond Chandler sagte über einen fast noch bedeutenderen Kollegen: „Hammett gab den Mord den Leuten zurück, die Grund haben zu morden, und nicht nur da sind, um eine Leiche zu liefern.“ Das lässt sich auch über Peter Märkerts neuen Roman „Unter die Räder gekommen“ sagen, dessen Schauplatz Bochum ist. Zwar fehlt es nicht an Spannung, es geht aber weniger um ein raffiniertes Täterrätsel als um eine plausible Handlung. Die Thematik des sexuellen Missbrauchs wird mit viel Fingerspitzengefühl behandelt.
Aus der Masse der Regionalkrimis ragt das Werk insofern heraus, als sich die Figuren tatsächlich durch Bochum bewegen wie die Fische durchs Wasser. In seiner Parteilichkeit für benachteiligte Gruppen erinnert das Buch an die vor allem auch in Deutschland populären Schweden-Krimis des Autorenduos Sjöwall und Wahlöö aus den siebziger Jahren. Die beiden gelten nicht ohne Grund als Eltern des sozialkritischen Kriminalromans. Märkerts Haltung ist jedoch weniger verbissen als die der Skandinavier.
Etwas Besonderes ist, dass neben einem Polizistenteam auch eine Bewährungshelferin im Mittelpunkt steht. Hier kann Märkert auf seine eigene Berufserfahrung zurückgreifen.
Auch literarisch überzeugt der Roman, in dem das Geschehen sehr gekonnt aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird. Über ein paar Klischees sieht man da gern hinweg. – In jedem Fall lesenswert.

Peter Märkert: Unter die Räder gekommen. Brockmeyer-Verlag (ISBN 978-3-8196-1016-5)
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