Ritchie Blackmore: Gitarrenlegende zu Gast im RuhrCongress in Bochum

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Blackmore´s Night, das Projekt von Candice Night und Ritchie Blackmore (Mitte), gastiert im Juli im RuhrCongress. Fotos (2): Agentur
 
"Wir fragen das Publikum, was wir spielen sollen."

Blackmore’s Night ist das einzigartige Renaissance-/Folk-/Rock-Projekt des legendären, ehemaligen Gitarristen von Deep Purple und Rainbow, Ritchie Blackmore, und seiner Ehefrau, Sängerin Candice Night. Die Gruppe spielt an Renaissancemusik aus dem 15. und 16. Jahrhundert orientierte Songs. Die traditionell akustische Instrumentierung wird dezent mit modernen Instrumenten ergänzt. Am Mittwoch, 13. Juli, ist diese reizvolle Zeitreise ab 20 Uhr im RuhrCongress unter dem Motto "All our Yesterdays" zu erleben.

Blackmore hat sich im Rahmen der "Night" vom Riff-betonten Hard-Rock-Spiel abgewandt und spielt seine Gitarren hauptsächlich nach klassischer Schule. Mit Ehefrau und Band bettet er die, an Folk inspirierte, Musik in einen Mantel aus aktuellen Pop-Rocksong-Strukturen ein. Insgesamt kreiert Blackmore’s Night durch die Zugabe von mittelalterlichen Klängen und europäischer Volksmusik ein modernes Sounddesign. Vereinzelt sind auch Deep Purple- oder Rainbow-Klassiker mit E-Gitarre zu hören. Der melodiöse Gesang von Candice Night verleiht der ganzen Angelegenheit einen besonderen Anstrich. Inspiriert von den jahrhundertealten Songs, komponieren Blackmore’s Night neue Passagen und Arrangements, um der Originalmelodie einen neuen Drive zu geben und dabei trotzdem ihre Romantik, Leidenschaft und Verbindung zum Mittelalter zu erhalten. Die Band spielt live ausschließlich mit historischer Gewandung, häufig erscheint das Publikum zu den Konzerten ebenfalls in mittelalterlicher Kleidung.

Ritchie Blackmore und Candice Night im exklusiven Interview.

Blackmore´s Night existiert nun bereits seit 20 Jahren. Können Sie uns die musikalische Entwicklung der Band von ihren ersten Schritten bis in die Gegenwart beschreiben?
Blackmore: In diesen 20 Jahren habe ich gelernt, welche Instrumente mit anderen harmonieren und welche sich gegenseitig ausschließen. So harmoniert beispielsweise eine Drehorgel mit einer Mandoline, aber eine Schalmei kollidiert mit einem Synthesizer. Kleine Dinge wie diese halt. Schalmeien aufzunehmen ist ebenfalls nicht so einfach wie man annehmen könnte. Bestimmte Noten gibt die Schalmei leicht verfälscht wieder – dies ist einfach die Natur dieses Instrumentes. Manche Produzenten möchten die Tonhöhe korrigieren, aber das verfälscht den organischen Sound einer Schalmei. Ich habe einige Möglichkeiten des Stimmens von Mandolinen und anderen Instrumenten ausgeknobelt, die ich vorher nicht kannte. Es besteht ein großer Unterschied zwischen der akustischen und elektronischen Spielweise von Instrumenten und auch in der Art und Weise der Soundverstärkung.
Night: Ich denke, jede CD war eine Momentaufnahme dessen, wo wir als Band zu diesem Zeitpunkt standen. "Shadow of the Moon", unsere erste CD, hatte sehr starke Songs mit einer ganz unverfälschten Unschuld. Ich hatte niemals vorher vor einem Publikum oder auf einer CD gesungen, so dass wir diese Unschuld nicht noch einmal hätten einfangen können, wenn wir dies versucht hätten. Die zweite CD, "Under a violet moon", wurden während unserer Tour geschrieben. Wir realisierten dann, dass wir mehr Pep und Lieder mit Publikumsbeteiligung benötigen, um die Leute mitzureißen. Die dritte, "Fires at Midnight", zeigte mehr elektrische Gitarren erstmals gemischt mit Schalmei, die von mir gespielt wurde. "Ghost of a Rose", die vierte CD, hatte deutlich mehr orchestrale und dramatische Einflüsse - eine weitere Evaluierung von uns selbst als Volk, Menschen, Musiker und spirituelle Wesen. So, wie wir durch unser Leben gehen, reflektiert sich auch in jeder CD, was wir jedes Jahr erlebt haben.
Sie spielen auf vielen Aufnahmen und vielen Konzerten Coverversionen. Was können wir auf dem Konzert 2016 im RuhrCongress erwarten?
Night: Wir werden dort sein, um die beste Show zu zeigen, zu der wir in der Lage sind. Es ist eine Familienshow, wir passen unsere Setlist jeden Abend den Publikumswünschen, dem Veranstaltungsort und der Energie an, so dass wir nie wissen, welche Songs wir spielen werden, bis wir auf der Bühne stehen. Aber wir ermutigen das Publikum auch, verkleidet zu kommen, so dass man sich eher wie auf einer heimischen Kostümparty als auf einem Konzert. Dies ergibt eine mehr persönlichere und lustigere Atmosphäre. Wir vertiefen uns immer in einige der alten Songs von Ritchie. Es ist eine vielseitige Mischung aus Rock, Renaissance, Balladen, Kneipenmusik und instrumentalen Stücken unserer siebenköpfigen Band. Wir sind grundsätzlich hier, um den Leuten eine musikalische Flucht aus dem Druck des modernen Alltags zu ermöglichen.
Werden wir „Child in Time“ hören? Und ist es vielleicht ein besonderes Vergnügen für Sie, gerade diesen Song zu spielen, der seit 2002 auf den Deep Purple-Konzerten vermisst wird? Man sagt ja, er wird nicht mehr gespielt, weil die Stimme von Ian Gillans zu sehr unter den Schreien leidet.
Blackmore: Wir werden „Child in Time“ nicht spielen, das war einfach kein Spaß mehr. Es besteht immer die Möglichkeit „Moonlight Shadow“ zu spielen, seitdem es auf unserer letzten CD war, oder „Wish You Were Here“ (das von Rednex, nicht von Pink Floyd, d. Red.). Wir fragen aber immer das Publikum, was wir spielen sollen. Es hängt also ganz von unseren Zuschauern ab.
Es gibt dieses Jahr auch eine Wiedervereingung von Rainbow, unter anderem mit einem Konzert auf der Loreley. Sind Sie möglicherweise daran interessiert, wieder mehr Hardrock auf der Bühne zu spielen?
Blackmore: Ich mache einfach Shows mit großartigen Musikern, aber das ist alles und es ist nicht Vollzeit.

Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Das Kartenservicetelefon des RuhrCongress´ ist unter Tel.: 6103232 zu erreichen.
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Ingrid Dressel aus Bochum | 04.05.2016 | 22:45  
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