Volle Christuskirche feiert Bach und 25 Jahre Collegium vocale und instrumentale

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Bochum: Christuskirche |

Viele Musikfreunde sind der Einladung zum Jubiläumskonzert am 6.11. in die Christuskirche gefolgt und genossen ein Festkonzert mit sehr unterhaltsamen Stücken von J. S. Bach. Neben dem 5. Brandenburgischen Konzert und der Motette "Lobet den Herrn alle Heiden" wurde den Zuhörern die selten gespielte und Fragment gebliebene Kantate „Nun ist das Heil und die Kraft“ und eine der wenigen weltlichen Kantaten „Der Streit zwischen Phoebus und Pan“ geboten.

Beim 5. Brandenburgischen Konzert nahmen sich die Streicher zugunsten der instrumentalen Solopartien so zurück, dass eine ausgewogene Balance herrschte und sogar die Kompositionsstruktur hörbar wurde. Virtuos Jona Kümper am Cembalo mit der Solokadenz im 1. Satz und erwähnenswert der berührende Dialog im 2. Satz zwischen Cembalo, Violoncello (Johannes Tebbe), Violine (Jan Roschinski) und Flöte (Arne Klinger)

Die anschließende Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“ gelang den Ensembles trotz des hohen Tempos sehr durchsichtig, verständlich und flexibel. Text und Musik verschmolzen zu einer Einheit und endeten in einer schwungvollen Halleluja-Fuge.

Chorpodest wird Opernbühne

Bach hat bekanntermaßen keine Opern komponiert. Eine Ahnung, wie sie ausgefallen wären, bekamen die Zuhörer im zweiten Teil des Konzerts. Die Collegien eröffneten mit einem temporeichen Eingangschor „Geschwinde, geschwinde, ihr wirbelnden Winde“ die weltliche Kantate „Der Streit zwischen Phoebus und Pan“. Jaskulsky erklärte, dass sie die auch zur Bach’schen Zeit schwelende Auseinandersetzung zwischen E-Musik = Bach und U-Musik = Bachs überwiegend jüngere Kollegen thematisiert.

Die Sopranistin, Anja Petersen, die den Spötter Momus gab, verwandelte das Chorpodest in eine Opernbühne. Alle Solisten, der Altus Jud Perry als Mercurio, Andreas Karasiak als Richter Tmolus, Gustavo Martín Sánchez als Midas, Tobias Peschanel und Matthias Ludwig als die Kontrahenten Phoebus und Pan, schlüpften in die Rolle von Göttern. Sie elektrisierten mit ihrer Spielfreude die beiden Collegien. Der Chor gab ein engagiertes Wettbewerbspublikum. Die Zuhörer in den Kirchenbänken schmunzelten, bedankten sich mit lang anhaltendem Beifall und Standing Ovations für diesen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend.
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