Was alles nötig ist, um ein Stück auf die Bühne zu bringen: Teil drei der vierteiligen Reihe über das Projekt "Grubengold"

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Der Don Quijote des "Grubengold"-Ensembles ist Raum und Zeit enthoben - das sieht man auch an den Kostümen. (Foto: Schuck)

„In Syrien habe ich als Friseur und Optiker gearbeitet. Die Arbeit als Friseur und Maskenbildner beim Theater ist ganz anders, aber auch sehr schön“, erzählt Noor Shawish, der im zweiten Stück des interkulturellen Theaterprojekts „Grubengold“ am Prinzregenttheater, „Don Quijote“ nach Miguel de Cervantes' berühmtem Roman, auch mitspielt. Der Lokalkompass stellt „Grubengold“ im Rahmen einer vierteiligen Serie vor. Nachdem in den ersten beiden Teilen die künstlerische Leiterin Michaela Kuczinna und das Ensemble zu Wort gekommen sind, geht es im dritten Teil um das, was Theater auch ausmacht: Maske und Frisuren, Bühnenbild, Kostüme und Videoeinspielungen.

In „Don Quijote“ ist von zentraler Bedeutung, dass Menschen die Realität sehr unterschiedlich wahrnehmen. „Meine Wirklichkeit“, bringt es Michaela Kuczinna auf den Punkt, „ist nicht deine.“ An diesem Punkt setzt die Arbeit von Carsten Schecker an. Der Student der Theater- und Medienwissenschaften erarbeitet die Videoeinspielungen, die im Stück zu sehen sein werden. Seine Leitfrage ist dabei: „Kann ein Bild Realität abbilden? - Bilder sind immer kulturell kodiert. Zugleich sind sie eine gemeinsame Sprache jenseits der Wörter.“

Ohne zeitliche und räumliche Begrenzung

Das Visuelle ist auch eine Spezialität von Bühnen- und Kostümbildnerin Dorothee Schumacher. „Durch Video und Licht“, erklärt sie, „wird die Aussage einzelner Szenen intensiviert.“ - Zum Bühnenbild möchte sie vor der Premiere nicht viel verraten. Immerhin sagt sie: „Wir haben ein klares Bühnenbild und die Zuschauer sind nah am Geschehen.“ Auskunftsfreudiger ist sie, wenn es um die Kostüme geht: „Wir befreien den Stoff von der zeitlichen und räumlichen Begrenzung – das Geschehen könnte überall und jederzeit stattfinden. Das gibt uns bei den Kostümen viel Freiheit. Eine Teilnehmerin hat das Hochzeitskleid ihrer Mutter mitgebracht, das die Flucht aus Syrien überstanden hat. Es ist natürlich toll, so ein Grundkostüm weiterzuentwickeln.“
„Für einen Roman aus dem frühen 17. Jahrhundert“, merkt Kuczinna an, „gibt es in 'Don Quijote' erstaunlich starke Frauenpositionen.“ Auch die Sehnsüchte des Ritters Don Quijote lassen sich durchaus nachvollziehen – der Traum von einer Welt, in der es die Scheidung in Mein und Dein noch nicht gab. Derweil rückt die Premiere am 13. Mai für das elfköpfige Ensemble in greifbare Nähe. „Wir proben jetzt mit Originalkostümen und Maske“, gibt Dorothee Schumacher Einblick.

Termine
Die Premiere von „Don Quijote“ findet am Samstag, 13. Mai, um 19.30 Uhr im Prinzregenttheater, Prinz-Regent-Straße 50-60, statt.
Auch am Sonntag, 14. Mai, ist das Stück um 19.30 Uhr zu sehen.
Karten gibt es unter Tel.: 771117.
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