Wiederentdeckt: The Police – Regatta De Blanc (1979)

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Das Zimmer versinkt hilferufend im rötlich-samtenen Licht; widerwillg rutscht das glimmende Flämmchen am Räucherstäbchen herunter; der Vanille-Duft schwebt unschlüssig zunächst, schließlich in Lauerstellung verharrend zwischen den Boxen und kann sich nicht entscheiden: zwischen dem psychedelischen Geruch von gestern und der Frischwärts-Brise von heute. Ist ja auch schwer, wenn sowas wie The Police läuft. Wenn solche artifiziell-zeremoniellen Klangfarbenkämpfe in strenger Reggae-Metrik aufflammen.

Auf ihrem Debut „Outlandos d`Amour“, 1978, waren The Police laut und krachig. Bass, E-Gitarre und – boom boomboom boom crash – Drums. Sonst nichts. Doch: Gesang. Aber wie! Ne- Ne- Ne- Next To Yooooouuuuu…!!! Sting, Stewart und Andy hatten blondgebleichte Haare, waren Punk-Bengel & New-Wave-Engel in einem und spielten kreislaufstimulierend-hetzenden Wave-Reggae-Rock. Waren als flotter Dreier ihrer Zeit so was von weit voraus. So Lonely, So Lonely, So Lonelyyyyyy...! Jetzt, bei der "Regatta De Blanc", der zweiten Platte, immer noch das gleiche Spiel: Vertrackt & tricky und Power pur. It`s allright for you…!!!

Und mit dieser Platte setzte nun der gigantische weltweite Erfolg ein – Nummer-1-Notierungen in den Charts, Tourneen rund um den Globus. Sind dann in den 1980ern reich und berühmt geworden. Und immer künstlerisch-künstlicher. Und machten dann arrivierte, seriöse, fast schon symphonische Musik. Ich erinnere mich an das späte Video, Every Breath You Take – von der 1983er-Platte „Synchronicity“: Drei ernste Gesichter mit existenzialistisch eingeschminkten Mienen, halbdunkelspärlich ausgeleuchtet. Natürlich schwarzweiß das Ganze. Oh, wie wichtig nichtig. Aber da hörte ich schon nicht mehr hin.
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