William Tuckers Werk "Prow" ergänzt Skulpturenpark am Haus Weitmar

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Richard Serras Skulptur "O.I.C" ist bereits seit 2012 im Längsschiff der Sylvesterkapelle platziert.

"Der Skulpturenpark von Haus Weitmar ist weit über die Grenzen Bochums hinaus bekannt", streicht Oberbürgermeister Thomas Eiskirch heraus. Die "Situation Kunst (für Max Imdahl)" ist Teil der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität. Mit "Prow", einem Werk des renommierten britisch-amerikanischen Bildhauers William Tucker, kommt nun ein weiterer Anziehungspunkt hinzu.

In der im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnten Sylvesterkapelle findet sich bereits seit 2012 ein bedeutendes Kunstwerk: die Skulptur "O.I.C" des berühmten amerikanischen Bildhauers Richard Serra. Sie besteht aus zwei gleich großen, aber unterschiedlich positionierten quaderförmigen Blöcken und ist im Längsschiff platziert. Die zweiteilige Skulptur wirkt rigide und strahlt eine eigentümliche Spannung aus.

Krypta eigens hergerichtet

Für das 2010 entstandene Werk "Prow" - zu deutsch Bug - wurde die ehemalige Krypta der Sylvesterkapelle, die bisher unzugänglich war, eigens baulich hergerichtet. Nur durch eine Glastür vom Betrachter getrennt, ist die Skulptur permanent beleuchtet auf einem langsam rotierenden Sockel rund um die Uhr zu sehen. "Die Rotation", so Prof. Axel Schölmerich, Rektor der Ruhr-Universität, bei der offiziellen Eröffnung am Montag, "schafft eine demokratische Ausstellungssituation." Der Bronzeguss deutet in seiner vertikal gebogenen Formung einen Zustand des Übergangs von der bloßen Materie des ungeformten Lehmklumpens zur menschenähnlichen Gestalt an. Mit ihrer Neigung korrespondiert die Skulptur mit dem gebogenen Mauerwerk des sie nun umschließenden Tonnengewölbes. Als Verkörperung des Prozesses von Werden und Vergehen passt "Prow" ideal an seinen Standort - eine ehemalige Grabstätte in einem belebten Park.


Kunstwerke im Dialog

Mit Serras ganz anders gearteter Skulptur tritt Tuckers Werk in ein reizvolles Spannungsverhältnis innerhalb des Ensembles von Natur, Architektur und Kunst. Seit Ende der 1970er Jahre finden sich auf dem Parkgelände Skulpturen bedeutender Künstler wie David Rabinowitch, Erich Reusch, Ulrich Rückriem und Giuseppe Spagnulo. Thomas Eiskirch ordnet ein: "Im Zusammenspiel mit dem Museum unter Tage besteht hier ein bedeutender Teil der Kulturlandschaft Bochums. Hier ist ein beachtliches Kunstareal gewachsen. Bochum festigt damit seinen Ruf als Stadt der Kunst im Herzen des Ruhrgebiets." - "Durch 'Prow' entsteht ein Mysterium im öffentlichen Raum", ergänzt Axel Schölmerich. Grund genug für einen Besuch.
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