WissensNacht in Bochum: „Wissen ist Macht“ - und macht vor allem Spaß!

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Oberbürgermeister Thomas Eiskirch erkundigte sich bei Johanna Esser nach ihrer Arbeit mit hörgeschädigten Kindern. Foto: AlexaL.
 
Selbst erleben wie das ist: Altersschwer am Rollator oder im Rollstuhl. Foto: AlexaL.
Bochum: BLUE SQUARE | Eine ganz besondere Entdecker-Tour auf der WissensNacht Ruhr:
Im „Blue Square“ an der Kortumstraße herrschte auch nach 20 Uhr sehr großes Interesse am vielfältigen Angebot während der großen Wissensnacht. Die der Regionalverband zum 2. Mal in der „Metropole Ruhr“ präsentierte, von Duisburg bis Dortmund. Unistadt Bochum hier: Natürlich einer der wissenschaftlicher Hotspots!


Schon am Eingang, aber auch rund ums Gebäude brachte man die vielen Besucher spielend auf den neuesten Stand der Technik: im Solar-Auto rumfahren oder in der Selfie-Box einmalige Fotos schießen, auf allen Etagen ließen sich Klein und Groß gerne einbeziehen. Da wurden Gummibärchen zu Steckverbindungen von leeren Schaschlikspießen, für ganz neue architektonische Konstruktionen. Oder man konnte aus intelligent gefalteten Papierstreifen Architekturmodelle kleben. Die vielleicht irgendwann gebaut werden…?

Altern ist eine schwere Last

Ganze Familien spielten mit kleinen Robotern, schauten durch Mikroskope, lernten Rollstuhl fahren. Oder erlebten am eigenen Leib, welche Last Altern für uns alle bedeutet: Mit Gewichten an Armen, Beinen, am Körper, mit Kopfhörern und sichtbehindernder Brille, konnten sich Junge auf das vorbereiten, was den Alten blüht - für manchen ein Schock: „Da müssen alle Studenten auf dem Gesundheits-Campus durch! Damit sie sich in ihre Patienten besser hinein versetzen können.“, half eine Mitarbeiterin geduldig beim Anlegen der Gewichte. Und schob der jungen „schwer Gealterten“ freundlich den Rollator unter die Handschuh-Packung. Nebenan bei der Säuglingspflege wurden realistischen Puppen - in Originalgröße „mit allem“ – die Windeln gewechselt, wieder und immer wieder. Ach, sind die süüß – die Puppen.

„UniverCity“ heißt das Netzwerk der sieben Bochumer Hochschulen, die sich an diesem Abend im Blue-Square-Bau vorstellen. Und hier an ihrem Anker in der City auch das ganze Jahr hindurch auf allen Ebenen Seminare, Veranstaltungen und Tagungen abhalten, ein idealer Standort: Der Shop in Eingangsbereich ist auch für Nicht-Akademiker interessant, so fallen Hemmschwellen und - wird Interesse geweckt.

Mit Spiel und Spaß Lernen und Forschen

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch war an diesem Abend noch aufgewühlt vom verheerenden Brand im Bergmannsheil und seinen Folgen: doch die WissenschaftsNacht hatte lange schon dick im OB-Kalender gestanden: „Wenn man bedenkt, wie viele Probleme wir in den Schulen mit den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) haben. Und dann sieht man, wie begeistert Jungen wie Mädchen hier mitmachen und ohne Scheu auch mit Robotertechnik umgehen. Da kriegt man selber Lust mitzumachen. Das motiviert sehr.“

„ Nur noch kurz die Welt retten ...“

Eine Etage tiefer sieht er die bewegende Vorführung einer Song-Übersetzung durch die junge Gebärden-Dolmetscherin Johanna Esser, die den Tim-Benzko-Song: „ Nur noch kurz die Welt retten“ - in Gebärdensprache tanzt. Das hat auch den Menschen Thomas Eiskirch „erwischt“, als Bochums OB von Berufs wegen zur Sachlichkeit verpflichtet. Doch nach den erschütternden Erlebnissen zuvor hält er inne und erkundigt sich bei Johanna nach ihrer Arbeit. Denn hier steht ganz bescheiden auch eine „Weltretterin“: die junge Frau hat an der Evangelischen Hochschule Bochum studiert und arbeitet als Sozialarbeiterin in einem Essener Kinderheim mit hörgeschädigten Kindern. Ihre Gebärden-Tänze sind bei „ihren Kindern“ echte Hits und helfen ihnen, sich zu öffnen und zu lernen. Auch den Hörenden hier hat ihre Performance sehr gefallen: Applaus brandet auf für diese tolle Idee und den Mut zum Auftritt.

RVR-Projektleiter WissensNacht Patric Daas freute sich über die Identifikation so vieler Besucher mit dem Thema Wissenschaft, mit ihrer Stadt und den anderen Teilen der Metropole. Hier werden Forscher von Morgen entdeckt, die vielleicht noch nichts von ihren Talenten und Fähigkeiten wissen. Hier fand vielleicht mancher zu mehr Aktivität in der Schule, denn: wenn sie auch noch so lästig sein kann: Wissen ist Macht und macht – wenigstens hier - vor allem richtig viel Spaß !

Wissenschaft live on stage

Zum krönenden Abschluss der nächtlichen Tour durchs Wissen ging es für viele rüber in die ausverkaufte Christuskirche gleich nebenan. Wo eine höchst originelle, witzige und zauberhafte Physik-Show wartete: sozusagen Wissenschaft live on stage!

„Science Made Simple meets Physikanten“

Hervorragende Wissensvermittler, die ihr Publikum wirklich mitrissen. Mancher erzählt gerne von den missglückten Schul-Experimenten wie der Knallgasprobe (und den Folgen) aus der Chemie- oder Physik-Stunde. Solch „Unterricht“ wie in der Christuskirche hätte sich wohl jeder gewünscht. Die Wissenschafts-Vereinfacher von „Science Made Simple“ aus Wales mischen seit Jahren internationale Science Festivals von Dubai, New York, Peking, Tokio oder London auf. Zusammen mit den hiesigen „Physikanten“-Brüdern im Geiste eine im wahrsten Sinne des Wortes explosive Mischung:

Ein Laserstrahl wurde zum elektrischen Bass, riesige Rauchringe schwebten quer durch den eingenebelten Raum, Seilschwingen mit grünen Sinuswellen, ein Ölfass explodiert mit Hilfe von Wasserdampf und Kälte: „Bitte nicht nachmachen!“ Die Zuschauer immer mitten drin und als freiwillige Assistenten auf der Bühne. Selten wurde in diesem Raum früher so engagiert gemeinschaftlich gebrummt und gesummt, Jeder konnte durch kleine am Einlass verteilte Mini-Filter bunte Licht-Phänomene erleben. Dazu Musik, Tanz und Wissenswertes im Schattenriss. Spektakuläre Projektionen, Comedy-Dialoge und großes artistisches Können: Ein wirklich inspirierender Abend für kleine, große und einfach nur neugierige Menschen. Die ihrer Begeisterung beim Applaus dann auch freien Lauf ließen! Wissen macht an. Manch Lehrer ging nachdenklich nach Hause. (cd)
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