Zeitgeist-Ensemble begeistert in Herne und Bochum

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  Bochum: Christuskirche Gerthe | So spannend und unterhaltsam kann Lokalgeschichte sein. Das Zeitgeist-Ensemble Ruhr bringt mit seinem aktuellen Programm „KulturHauptPott“ eine musikalische Revue durch fast 200 Jahre Ruhrgebietskultur auf die Bühne. Jetzt waren die sechs jungen Sängerinnen und ihr musikalischer Leiter Ulrich Kind gleich zweimal zu Gast in Herner und in Bochumer Kirchen.
Auf Einladung der Ev. Kirchengemeinde Bladenhorst-Zion spielte das Ensemble am 13. Februar in der Herner Zionskirche. Am 27. Februar setzten sie den musikalischen Auftakt zum 125-jährigen Jubiläum des BKV Glückauf Gerthe 1891 e.V. in der vollbesetzten Bochumer Christuskirche an der Lothringer Straße. Das altersgemischte Publikum an beiden Orten bedankte sich mit stehenden Ovationen. Als besonderen Gast begrüßte das Ensemble in Bochum einen langjährigen Weggefährten: Der 73-jährige Liedermacher Frank Baier aus Duisburg feiert mit seinem aktuellen Album „Gesänge des Ruhrgebietes“ derzeit ein beachtliches Comeback. Die Abende begannen mit dem gemeinsam gesungenen Steigerlied. Danach folgten musikalische Erinnerungen an die Zeit der ersten großen Einwanderungen aus Masuren: „Im Westen liegt das Ruhrgebiet.“ Eindrucksvoll auch die Vertonungen der Texte des Bergarbeiterdichters Heinrich Kämpchen, der wie kaum ein anderer die bittere Armut und die Unterdrückung der Bergleute zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zur Sprache brachte. Melancholische Erinnerungen an längst vergangene Zeiten weckten die Lieder „Feierschicht“ und „Aus den Augen, aus dem Sinn“, die die Eckkneipenkultur und das Leben der Bergmannskinder thematisierten. Satirische Seitenhiebe auf den Strukturwandel folgten im Lied über die „Kulturkumpel“, die nun „im Pütt auch ohne Kohle reichlich Asche machen“ können.
Im Wechsel mit den Ruhrgebietsliedern werden auf der Bühne historische und tagesaktuelle Texte rezitiert, die durch stumme Filmbeiträge und Fotoserien auf einer Rückprojektionsleinwand als "bewegtes Bühnenbildes“ gezeigt werden. So werden historische Zusammenhängen erläutert, aber auch aktuelle Zeitbezuge hergestellt. Sozialromantische Klischees liegen dem Ensemble fern. Den Zuschauer erwartet eine zum Teil nachdenkliche, aber auch humorvolle Ruhrgebietsrevue.

Einer der heimlichen Hits des Ensembles stand am Schluss des Konzertes: Die Coverversion „Wie tief kann man seh’n“ von Stefan Stoppok. Dem Liedermacher gefiel die Version des Ensembles so gut, dass er zur Aufnahme für die erste CD der Gruppe „Heiz das Feuer wieder an“ den Background-Gesang und die Gitarrenbegleitung beisteuerte.
Das Zeitgeist-Ensemble Ruhr wurde vor 15 Jahren an der Erich-Fried-Gesamtschule von Ulrich Kind gegründet, der auch die meisten Lieder komponiert und größtenteils getextet hat. Seit 2010 erarbeiteten die preisgekrönten Musiker ihr abendfüllendes, ständig wechselndes -Programm „KulturHauptPott“, mit dem sie auch außerhalb des schulischen Raumes erfolgreich auftreten. Zur derzeitigen Stammbesetzung gehören die ehemaligen EFG-Schülerinnen Deborah Schwittai, Maike Saffran und Laura Roesner. Verstärkt wird das Ensemble durch die Schülerinnen Susan Wilhelm sowie die Geschwister Jule und Merit Schröder.
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