Aus und tüss - Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz offiziell verabschiedet

Anzeige
Dr. Ottilie Scholz (Foto: Molatta)

Abschiede sind niemals leicht. Das gilt auch für ­Ottilie Scholz, die heute Morgen mit einer Feierstunde im Kunstmuseum offiziell als Oberbürgermeisterin verabschiedet wurde. Für sie war es jedoch ein doppelt schwerer Tag, hatte sie doch am Abend zuvor die Nachricht erhalten, dass Gerd Kirchhoff, früherer Bochumer Stadtdirektor, gestorben war.

Und so fiel es ihr alles andere als leicht, die guten Wünsche all derer fröhlich entgegenzunehmen, die an diesem Morgen ins Museum gekommen waren. Sichtlich betroffen nahm sie die wohlwollenden Abschiedsworte der Gästeschar entgegen, denn Kirchhoff war nicht nur langjähriger Weggefährte, sondern auch Freund: Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2007 hatten die beiden neun Jahre lang an der Spitze der Kommune zusammengearbeitet. 1999 wurde Kirchhoff, 1942 in Haan geboren, Bochumer Stadttdirektor. Seine spätere Chefin Ottilie Scholz hatte er schon viele Jahre zuvor während seiner Tätigkeit als Hauptreferent der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung in Köln kennengelernt.

Ihre eigentliche Rede hatte sie angesichts der Ereignisse kurzerhand verworfen. Die Nachricht vom Tod Gerd Kirchhoffs sorgte auch bei den anwesenden Gästen für Betroffenheit. "Das ist heute nicht nur ein Fest, um Auf Wiedersehen zu sagen, sondern auch ein Abschied", so die einleitenden Worte von Dr. Ottilie Scholz, die sich nach einer kurzen Würdigung Gerd Kirchhoffs vor allem bedankte. Bei all denjenigen, die mit an Bochum gearbeitet haben.

Dass ihr der Wechsel in den Alltag nicht leichtfällt, gab die scheidende OB unumwunden zu: "Ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet und es wird schwierig für mich, weil künftig der tägliche Rhythmus fehlt. Aber man muss halt einen Schnitt für sich selber ziehen." Tipps von Wegbegleitern, die sich bereits in den Ruhestand verabschiedet haben, wird sie sich einholen, betonte sie augenzwinkernd. Und außerdem müsse sie noch ihr Büro aufräumen. Fünf Tage bleiben ihr dazu noch Zeit, ehe am 21. Oktober ihr Nachfolger Thomas Eiskirch die Räumlichkeiten bezieht.

"Ich räume seit Wochen auf und sehe davon aber nicht wirklich etwas", so Scholz, die befürchtet, dass ihre Wohnung künftig so aussehen wird wie ihr Büro. Bochum wird sie auf jeden Fall erhalten bleiben. "Zwischenzeitlich habe ich auch gedacht: Ach, komm - Aus und tüss, aber Bochum ist schön, ich bleibe hier." Sie weiß auch, dass die Zeiten nicht einfach sind, aber "Bochum schafft das!", gibt sie der Stadt zum Abschied mit auf den Weg, und lacht dabei über sich selbst: "Jetzt höre ich mich schon an wie Frau Merkel. Das war völlig unbewusst."
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.