Bewerbungskriterien

Bewerbungsgespräch bei Jesus, das ist total anders. Während man sonst viele Unterlagen, Zeugnisse, Referenzen und sonst was vorlegen muss, fragt Jesus einfach seinen möglichen Nachfolger: liebst du mich mehr als diese? (Johannes 21,15). Und er fragt ihn dreimal dasselbe und dreimal ist die Antwort gleich. Ob man damit bei einer normalen Firma eine Chance hätte und Karriere machen könnten? Bei Jesus und seitdem in der Kirche zählt eben anderes und siehe da, das klappt seit 2000 Jahren. Das macht mir Mut, da kann jeder mitmachen. Gott sei Dank. Also lass dich fragen: Liebst du Jesus, machst du bei seiner Sache auch mit wie viele andere seit 2000 Jahren?
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1 Kommentar zum Beitrag
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Manfred Schuermann aus Essen-Ruhr am 14.04.2013 um 04:45 Uhr  
Darf man in aller Höflichkeit, aber deutlich, fragen: „Cui bono?" - „Zu wessen Nutzen?"

Zunächst muss Jesus sich ja wohl bei mir bewerben, muss er mir gegenüber in Erscheinung treten und etwa sagen: Heh, du, guck mal her, ich habe da eine ganz tolle Sache. Wenn du dich für diese Sache erwärmst, wenn du mir nachfolgst, wirst du eine hohe Belohnung erhalten, den höchsten Gewinn, den ein Mensch auf Erden machen kann.

So? -- Was soll das denn sein?
Na, was denn schon: Das Himmelreich! Das ewige Leben! Keine Angst mehr vor der Hölle und vor der ewigen Verdammnis.

Aha, und was muss ich dafür tun?
An Gott und an meine Botschaft glauben, die 10 Gebote einhalten, mir nachfolgen und deine Nächsten lieben wie dich selbst.

Na, dann machen wir doch mal eine Rechnung auf:
1.) Ich „liebe" mich nicht, sondern ich sorge dafür, dass es mir gut geht, indem ich Erfolg habe im Leben und weiteren Erfolg sichere. Ich liebe meine Frau und meine Kinder und sorge nach besten Kräften für sie, wozu vor allem auch genügend Geld gehört, weshalb ich weiter Erfolg haben möchte. Vielleicht bin ich auch stolz und etwas eitel, doch muss ich mich „lieben"? Ich bin kein Maßstab. Wenn ich aber jedem gönnen soll, was ich mir selbst gönne, und ihm vielleicht sogar helfen soll, das zu erreichen, müsste ich ja verrückt sein, dann kann ich ja mein Unternehmen direkt an die Konkurrenz verschenken.

2.) Wer ist mein „Nächster", der mir -- na gut -- so am Herzen liegen soll wie ich mir selbst? -- Ist das jeder x-beliebige Mensch auf dieser Welt, also auch jeder, der mir meinen Erfolg nicht gönnt, mich am liebsten aus dem Markt fegen und mich Pleite gehen lassen würde? -- Jeder Penner oder „Lebenskünstler", der zu faul zum Arbeiten ist und sich auf Kosten anderer durchs Leben schlägt?

3.) Wer liebt mich denn wie sich selbst? -- Meine Konkurrenz etwa? -- Die würde mich lieber heute als morgen zum Teufel jagen; die hat die Löhne gedrückt, um die Preise zu drücken und mich unterbieten zu können. Das hätte mich fast das Unternehmen gekostet. Also habe ich bei oszillierender Auftragslage Leiharbeiter eingesetzt, die mal mehr und mal weniger benötigt werden. Teile der Arbeiten habe ich an Subunternehmer ausgelagert, die mit billigen Leuten aus dem Osten arbeiten. Die Hälfte der früheren festangestellten Belegschaft ist weg, was meine Kostensituation so verbessert hat, dass ich Teile meiner Konkurrenten wegfegen konnte. War auch nötig. Entweder die oder ich. Das ist Markt, Jesus, und davon solltest gerade du doch etwas verstehen; schließlich willst du doch auch deinen „Marktanteil" verbessern.

Jetzt geht es mir endlich wieder gut; ich stehe im EU-Markt ganz gut da und stelle den größten Teil meiner Produkte nun in Ungarn her, wodurch ich etwas für die Entwicklung in diesem Land und für die Menschen dort tue, meine Kosten jedoch niedrig halten kann und den Bestand des Unternehmens sichere.

Was soll ich denn nun tun, um „meine Nächsten zu lieben wie mich selbst"!? Soll ich allen Leuten in meinen Betrieben gleiche Tariflöhne zahlen wie den Arbeitern und Angestellten in Mülheim und Bochum? -- Meinst du das? -- Dann bin ich morgen bankrott! Frag nicht wie schnell! Und alle die, die jetzt durch mich eine Arbeit haben und Geld verdienen, liegen dann auf der Straße. -- Also, rück mal mit der Sprache raus, was soll es bedeuten, dir nachzufolgen?

Römer 13 oder so um den Dreh spricht doch davon, dass sich jedermann der Regierung fügen soll, die als Staatsgewalt über ihm steht. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass die Regierung mich „liebt". Die besteht aber doch auch aus Menschen, die zum Teil aus „christlichen" Parteien kommen; auch ein Pastorentöchterchen ist dabei und mimt sogar den Boss. Soll ich die alle auch „lieben" wie mich selbst, obgleich die ganze Bande da oben das Sozialsystem in unserem Land ruiniert?

Sind alle, die ich „lieben" soll wie mich selbst, denn auch bereit, sich so anzustrengen, wie ich mich tagein-tagaus anstrenge? Von den Beschäftigten weiß ich nur, dass sie pünktlich kommen, aber schon eine Minute vor Schluss der Arbeitszeit den Ausgängen zustreben. Ich selbst schufte aber zehn, zwölf und auch sechzehn Stunden am Tag. Ich habe zwar ein schweres Auto und jemanden, der mich chauffiert, aber das ist am billigsten, weil ich während der Fahrt Papiere durchsehen, telefonieren und die Emails durchforsten kann. Dadurch gewinne ich wertvolle Arbeitszeit, statt diese Zeit selbst am Steuer zu vertrödeln. In Düsseldorf steht mein Learjet, damit ich schneller und unabhängiger durch die EU reisen kann, doch ist das kein Luxus, weil das Flugzeug die meiste Zeit, wenn ich es selbst nicht benötige, vermietet wird und Geld einbringt. Und meine kleine Villa in Mintard? Was ist mit der? Soll ich mir da ein paar Obdachlose reinholen, damit sie so gut wohnen können wie meine Familie und ich?

Sag mir doch mal, Jesus, was bei dir und deiner Kirche „seit 2.000 Jahren" so gut klappt? Wer hat denn Kriege geführt und Millionen Menschen in den Tod geschickt? Waren das alles kleine Teufel, graue Monster oder dunkle Dämonen? Oder waren das Christen, deren „Seelsorger" auch die Kanonen gesegnet haben? Ist dieser Bush, der gesoffen hat wie ein Loch und durch „Jesus Christus" angeblich geläutert worden war, als Präsident der USA jemand gewesen, der die „Nächsten" auf der Welt „geliebt" hat wie vielleicht sich selbst? Hat dieser Bush nach 9/11 (was natürlich eine Sauerei war) nicht einen „Krieg gegen den Terrorismus" entfesselt, der heute noch anhält, jeden Tag Menschenleben vernichtet und vor allem die Muslime gegen die verschwenderische westliche Welt aufgebracht hat?

Und was ist mit deinem „Stellvertreter auf Erden" gewesen, diesem Ratzinger im Vatikan, der ja durchgeistigt fromme Sprüche abgesondert und mit tölpelhaften Formulierungen bei seiner Regensburger Rede den Islam weltweit auf die Palme getrieben hat? Hat der seine „Nächsten" geliebt wie sich selbst? In Samt und Seide und umrahmt von Edelstein, Gold und Brokat daherkommen, während unzählige Glaubensschwestern und -brüder kaum was am Leibe und zu essen haben? Gehört das zu deiner „Erfolgsgeschichte"? Oder geht es nicht in Wahrheit um Macht und Unterwerfung auf eine „sanfte christliche" Tour? Komme mir nicht mit den karitativen Werken der Kirche, die ja als Unternehmen geführt werden und aus den Sozialkassen gefüttert werden; da wart ihr nur aus Traditionen näher am Ball und habt das Business an euch gebracht.

Ach, Jesus, lassen wir das, es führt sowieso zu nichts. Du weißt es sicherlich sowieso besser als ich.
Deshalb nur noch eine Frage zum Schluss:
Weshalb sind denn hier in Deutschland bei deinen Feierstunden so wenig Menschen in den Kirchen?
Fast leere Vorstellungen bei den Kinos nennt man ja auch nicht eine „Erfolgsgeschichte".
Sag mal was dazu.

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