"Bochum macht Schule" zeigt Schulen und Kindergärten den Weg zu Fördergeldern

Anzeige
Gisela Bongardt und Uwe van der Lely geben Tipps, wie Schulen und Kitas erfolgreich Fördermittel und Stiftungsgelder anwerben können.
 
Mehr aus den eigenen Mitteln machen: Wie Schulen und Kitas ihre Herzensprojekte finanziert bekommen, zeigen die gemeinnützigen „Mittelmehrmacher“ mit ihrer Info-Reihe „Bochum macht Schule“ und werben dafür mit diesem Logo. (Foto: Illustration: Bongardt)

Ohne Moos nix los: Ein neues Klettergerüst für den Schulhof, eine Kinderküche für die Kita, neue Pflanzen für den Schulgarten - Schulen und Kindergärten leiden seit langem unter den knappen Kassen der öffentlichen Haushalte. Für solche Extras ist da meist kein Geld da. Nur zusätzliche finanzielle Mittel helfen da weiter. Aber wie kommt man an diese ran? Hilfestellung dabei verspricht das Projekt „Bochum macht Schule“.

Hinter dem Projekt steckt der gemeinnützige Verein „Verband für Schulfundraising – Die Mittelmehrmacher“ aus dem Ehrenfeld. Die kreativen und organisatorischen Köpfe dahinter sind die beiden Bochumer Gisela Bongardt und Uwe van der Lely. Sie wollen Kitas, Schulen und Vereinen zeigen, wie man Förderer recherchiert, Anträge erfolgsversprechend formuliert und Stiftungen langfristig als Partner gewinnt. Dazu bieten sie fünf kostenlose Informationstage an verschiedenen Orten im gesamten Stadtgebiet an – der erste findet am Samstag, 21. November, von 10 bis 16 Uhr an der Rudolf-Steiner-Schule, Hauptstraße 238, in Langendreer statt.Möglich gemacht wird dieses Projekt der „Mittelmehrmacher“ durch die Förderung der Stadtwerke Bochum.
„Erst heute morgen hat mich eine Frau angesprochen, in deren Kita unbedingt das Außengelände neu gestaltet werden muss und die daher dringend Unterstützung braucht“, berichtet Gisela Bongardt, „der Bedarf ist riesig.“ Selbst Mutter einer Tochter im Grundschulalter, weiß sie aus eigener Erfahrung, dass es an vielen Stellen mangelt: „Im Offenen Ganztagsbereich unserer Schule zum Beispiel gibt es viel zu wenig Platz, da müssen die Kinder fast gestapelt werden.“ Nicht zuletzt seien auch die Anforderungen an Schulen in den letzten Jahren gestiegen: „Offener Ganztag, G8, Inklusion – all das kostet Personal und Geld.“ Und beides wurde nicht entsprechend aufgestockt.

„Wir leisten
Hilfe zur
Selbsthilfe.“


„Es gibt in Deutschland rund 83 500 Bildungseinrichtungen – aber nur neun davon haben einen festangestellten Fundraiser“, so Uwe van der Lely über seine Erfahrungen, „und nur zwei Drittel aller Schulen haben einen Förderverein.“ Als Fundraiser ist er selbst seit 25 Jahren im gesamten Bundesgebiet unterwegs. „Fundraising an Schulen und Kindergärten hängt oftmals an einzelnen Personen, die sich engagieren und oft genug auch nur begrenzte Ressourcen haben. Was fehlt, sind feste Strukturen, ein langer Atem und eine gelebte Kultur.“ Wenn die Personen ausscheiden – z.B. weil die Kinder und damit ihre Eltern die Schulformen wechseln – müssen die Nachfolger oftmals wieder komplett von vorn beginnen. „Die müssen dann jedes Mal das Rad neu erfinden.“
Fundraising, das macht er klar, sei mehr als nur der Gedanke „Wir brauchen Geld!“. Erfolgreich in dem Bereich seien vor allem Schulen und Bildungsträger, denen es gelingt, eine eigene Marke aufzubauen: „Was ist das Besondere an uns? Was macht unser Projekt aus? Warum macht es Sinn, gerade uns zu unterstützen?“ – Wenn man sich darüber im Klaren sei, so van der Lely, könne man auch nach außen selbstbewusst auftreten. „Und gerade im Ruhrgebiet fehlt es vielen Schulen an diesem Selbstbewusstsein“, so die Erfahrung des Fachmanns. Und so werde im Zweifelsfall maximal beim Metzger um die Ecke angefragt, ob er Würstchen fürs Schulfest stiftet, statt gezielt Stiftungen anzusprechen und vielleicht sogar langfristige Förderzusagen zu erhalten. „Wir wollen helfen, diese Hemmschwellen zu überwinden“, macht van der Lely deutlich.
Die Chancen, so der Experte, seien gar nicht mal so schlecht: 21 000 Stiftungen gibt es in Deutschland, jedes Jahr kommen 700 neue hinzu. „Und der Kuchen, der im Bereich Bildung verteilt wird, ist in den letzten Jahren beständig größer geworden“, so seine Erfahrung, „denn bei vielen Stifttungen werden Mittel ungeschichtet – der Etat für Bildung wird immer größer, während er etwa im Bereich Kultur und Sport kleiner wird.“ Das gilt es zu nutzen: „Jede Schule hat ein Alleinstellungsmerkmal“, ist er überzeugt. Das gelte es, herauszuarbeiten, um so potentielle Geldgeber davon zu überzeugen, dass sie einen echten Mehrwert davon haben, wenn sie genau diese Schule unterstützen.
Er gibt ein praktisches Beispiel: „Viele Schulen und Kindergärten hätten gerne eine Kletterwand. Aber es gibt keine einzige Stiftung, deren Stiftungszweck die Finanzierung von Kletterwänden ist. Doch wenn man etwa unter dem Aspekt der Gewaltprävention an die Sache herangeht, dann sieht es schon ganz anders aus.“
„In unseren Workshops wollen wir ganz praktische Hilfestellungen geben“, ergänzt Gisela Bongardt zur Zielsetzung von „Bochum macht Schule“. „etwa bei der Formulierung von Anträgen, der Erstellung eines Finanzplanes oder bei der Suche nach der richtigen Stiftung.“ Angesprochen sind Schulpflegschaftsvorsitzende, Mitglieder von Fördervereinen und Elternbeiräten, Lehrer oder Schulleiter, aber auch die Vertreter von kleinen örtlichen Sportvereinen. Die „Bochum macht Schule“-Infotage, die inhaltlich gleich aufgebaut sind, finden jeweils samstags von 10 bis 16 Uhr statt und sind vollkommen kostenlos – lediglich für seinen Mittagsimbiss muss jeder selbst aufkommen. „Man kann mit schon konkreten Projekten dorthin kommen, ist aber genauso richtig, wenn man erst einmal Ideen und Informationen sammeln will“, betont Gisela Bongardt, „‚Bochum macht Schule‘ leistet ganz konkret Hilfe zur Selbsthilfe.“

Weitere Informationen zum Projekt, zu den Machern und den Inhalten gibt es im Internet unter bochummachtschule.de. Dort kann man sich auch online für einen der Informationstage anmelden.

TERMINE INFO-TAGE "BOCHUM MACHT SCHULE":


21. November, Rudolf-Steiner-Schule, Hauptstraße 238.
30. Januar 2016, „Oase“ der Ruhr-Uni, Buscheyplatz 3.
20. Februar 2016, „Thealozzi“, Pestalozzistraße 21.
12. März 2016, IFAK, Engelsburger Straße 168.
9. April, 2016, Freie Schule Bochum, Wiemelhauser Straße 270.
Die Veranstaltungen dauern jeweils von 10 bis 16 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos.
3
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.