Bohrer-Panne auf Baustelle legt 40 Prozent der Stromversorgung lahm

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„Wir haben gute Nachrichten“, stellt Augusta-Geschäftsführer Ulrich Froese mit viel Erleichterung fest. „Die Beseitigung des partiellen Stromausfalls ging superschnell, alle haben hervorragend gearbeitet und vor allem: Es ist niemand zu Schaden gekommen.“

Und das ist beinahe ein Wunder, denn wie Spaghetti, die man auf die Gabel aufwickelt, so hatte der riesige Erdbohrer auf der Baustelle im hinteren Teil des Krankenhauses fast 30 wichtige Kabel aufgewickelt, sie dabei durchgerissen - und damit etwa 40 Prozent der gesamten Klinikstromversorgung gekappt. Kurios: Auch die Notstromversorgung war abgeschnitten. Glück im Unglück: Die Operationssäle waren nicht betroffen, wie Chefarzt Dr. Benno Mann erleichtert feststellte. Im Gegensatz dazu musste Chefarzt Dr. Jan Florian Heuer seine Intensivstation verlegen, was aber innerhalb kürzester Zeit gelang. „Alle unsere Patienten sind trotz der Notsituation weiterhin adäquat versorgt worden.“

In einer ambitionierten Nachtschicht arbeiteten Augusta-Fachleute und die Spezialisten der Stadtwerke Bochum Netz Hand in Hand, gruben die Kabel aus, prüften schließlich alle durch, bevor sie wieder verbunden werden konnten. „Die Kooperation und das Verhalten aller Beteiligten“, stellt Augusta-Bauleiter Dipl.-Ing. Stephan Herget fest, „war beispielhaft, engagiert und äußerst besonnen.“ Spät am Abend hatte Ulrich Froese dem Lieferservice Hallo Pizza einen Großauftrag zukommen lassen. „Ich habe 60 Pizzen bestellt, die dann u.a. direkt zur Baustelle geliefert wurden.“ Immerhin etwas zu essen. Geschlafen wurde dann am Dienstag.

Rund 35 ehrenamtliche Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW), die zunächst aus Bochum, dann aus Herne und Wanne, später auch noch aus Castrop-Rauxel angerückt waren, hatten mit drei Generatoren sehr schnell die Versorgung sichergestellt. Ein Feuerwehr-Tankwagen sicherte die Energiereserven für die Generatoren, die immerhin pro Einheit 20 Liter Treibstoff in der Stunde verbrauchen, wie THW-Zugführer Lars Schäfer-Dryden erklärte.

Schon gegen 7.30 Uhr morgens hatten die Stadtwerke-Spezialisten die Stromversorgung wieder zu 100 Prozent sichergestellt, sodass die THW-Kräfte gegen 9 Uhr wieder abrücken konnten. „Die Leute haben erstklassig und engagiert gearbeitet“, lobte Froese die THW-Männer und -Frauen und die Experten der Stadtwerke.

Warum der Bohrer ausgerechnet diesen neu geschaffenen „Kabel-Baum“ erwischte, bleibt die größte Frage und das größte Kuriosum. „Wir haben mit hohem technischen und finanziellen Aufwand extra alle Kabel aus dem Arbeitsbereich des Bohrers verlegt, um eine solche Panne zu vermeiden“, sagt Stephan Herget. „Und dann passiert es doch.“

Er wird mit dem Team des Technischen Dienstes und externen Spezialisten nun all diese Kabel noch einmal gesondert prüfen, um noch vor Beginn der Neubaumaßnahme sicher zu stellen, dass keine Folgeschäden auftreten können. Die bisherigen Bohrungen galten nämlich lediglich der Vorbereitung und Sicherung der künftigen Baustelle.
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