Briefe aus Uganda: Aktion Canchanabury lädt am Welt-Aids-Tag zur Benefiz-Veranstaltung ein

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Schauspieler Thomas Anzenhofer (v.l.), Gerd Stegemann, Geschäftsführer der Aktion Canchanabury, und Jazzmusiker Chris Hopkins laden am 1. Dezember zur musikalisch-literarischen Benefiz-Veranstaltung in die Rotunde ein.

Ihr alltägliches Leben schildern Kinder aus Uganda, die selbst oder deren Familienmitglieder an Aids erkrankt sind, in Briefen. Diese Briefe sind anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember während der Benefiz-Veranstaltung #tuwasgutes der Aktion Canchanabury in der Rotunde zu hören. Lesen wird sie der Bochumer Schauspieler Thomas Anzenhofer, der an diesem Abend von dem Bochumer Jazzmusiker Chris Hopkins begleitet wird.

Sehr mehr als 50 Jahren ist die Aktion Canchanabury aktiv und setzt sich für Gesundheits- und Bildungsprojekte vor allem in Afrika ein. „Aids ist seit Mitte der 1990er ein großes Thema für uns geworden, vor allem die Unterstützung von Aids-Waisen“, erläutert Geschäftsführer Gerd Stegemann, warum sich die Hilfsaktion auch am Welt-Aids-Tag beteiligt.
„Wir versuchen jedes Jahr, Menschen zu dem Thema anzusprechen. Aber dann hat die Weihnachtszeit bereits begonnen, und die Menschen haben anderes im Kopf.“ Deswegen habe man sich diesmal für eine Veranstaltung entschieden, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Ugandische Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die in Projekten betreut werden, die die Aktion Canchanabury unterstützt, werden im Mittelpunkt stehen.

Alltagssituationen

„Es ist schwer, jemanden in Uganda zu finden, dessen Familie nicht von der Krankheit betroffen ist“, kennt Stegemann die Situation vor Ort. In ihren Briefen beschreiben die Kinder ihre Alltagssituation. Zum Beispiel Lilian, die sich wünscht, eines Tages eine ebenso gute Mutter zu werden, wie ihre eigene es war, und die dankbar ist für die Medizin, die sei erhält, da diese ihr einen Schulbesuch ermöglicht.
„Es soll aber keine tragische, bedeutungsschwangere Veranstaltung werden“, betont Stegemann. Dafür dass sie das nicht wird, werden Schauspieler Thomas Anzenhofer und Jazzmusiker Chris Hopkins sorgen, die die Hilfsaktion für die Gestaltung des Abends gewinnen konnte. Beide haben die Aktion schon mehrmals unterstützt. Anzenhofer, der einst die erste Patenschaft für ein Aids-Waisenkind übernahm, war mit dem „Johnny-Cash-Abend“ im Mai 2016 auch bei der ersten Veranstaltung unter dem Motto #tuwasgutes dabei.

Musik und Stimme

Während Anzenhofer am 1. Dezember die Briefe der Kinder liest, wird Hopkins den musikalischen Teil übernehmen. „Ich habe mir überlegt, was zu den Texten und Thomas Anzenhofers Stimme passt“, verrät der Pianist. So werde er ein paar klassische Sachen spielen, aber sicherlich auch improvisieren.
Unterstützt wird die Benefiz-Veranstaltung von der Rotunde und der Klavierfabrik Thürmer, die kostenlos ihre Räumlichkeit beziehungsweise einen Flügel zur Verfügung stellen. „Damit fließt der Erlös gänzlich in unsere Projektarbeit in Afrika“, freut sich Gerd Stegemann über das Engagement aller Beteiligten.
Die Veranstaltung #tuwasgutes am Freitag, 1. Dezember, beginnt um 19.30 Uhr in der Rotunde, Konrad-Adenauer-Platz 3. Einlass ist ab 19 Uhr. Karten zu zehn Euro im Vorverkauf gibt es bei der Aktion Canchanabury, Mettestraße 27, unter Tel. 9357846, im Mandragora am Konrad-Adenauer-Platz 1 sowie in der Gastronomie der Rotunde.



Drei Fragen an Chris Hopkins ...

Was reizt Sie an dieser Art der Veranstaltung?


„Ich mache sonst reine Konzerte, aber dies ist eine genreübergreifende Sache. Es ist reizvoll, weil dabei etwas Neues entsteht.“

Stimmen Sie sich mit Thomas Anzenhofer über den Ablauf ab?

„Ein paar Details werden wir abstimmen, aber es ist der Charme der Veranstaltung, sie nicht am Reißbrett zu entwerfen. Ich bin genauso gespannt wie das Publikum, was passieren wird.“

Wie wählt man denn Musik passend zum Thema aus?

„Ich habe ein ziemlich großes Repertoire. Ich werde versuchen, mit meiner Musik zu vermitteln, Stimmungen aufzugreifen oder auch einen Gegenpol zu setzen. Das wird mit dem nötigen Ernst geschehen, aber ich möchte auch eine positive Atmosphäre schaffen.“



Drei Fragen an Thomas Anzenhofer ...


Sie unterstützen die Aktion Canchanabury schon viele Jahre ...

„Ich weiß gar nicht, wie lange das schon ist. Der Kontakt kam durch den damaligen Geschäftsführer Reinhard Micheel zustande.“

Diesmal ist der Welt-Aids-Tag der Anlass für die Veranstaltung. Haben Sie einen persönlichen Bezug dazu?


„Nein, aber ich denke immer mehr, dass wir und ich uns mehr gesamtgesellschaftlich engagieren müssen. Ich habe selbst Subventionen genossen und kann so etwas zurückgeben.“

Bereiten Sie sich auf die Lesung vor? Lesen Sie die Briefe vorab?

„Nein, ich kenne die Briefe bisher nicht, und eine Gestaltung wäre tödlich. Darauf kann man sich nicht vorbereiten, sondern die Briefe nur vermitteln.“
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