Das erste Bochumer Tauffest in den Ruhrwiesen

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Bei strahlendem Sonnenschein wurden am Pfingstmontag 27 kleine und große Menschen getauft. Zum ersten Bochumer Tauffest hatten die evangelischen Kirchengemeinden aus Stiepel, Werne und Wiemelhausen eingeladen.

Die Sonne scheint, ein luftiger Pfingstwind weht über die Ruhrauen und hunderte Menschen strömen fröhlich zur Wiese neben dem DLRG Vereinsheim direkt an der Ruhr. „Ich stehe seit gefühlt neun Stunden hier auf dem Posten“, stellt die 16-jährige Angelina fest. Seit den frühen Morgenstunden sind sie und etwa 80 ehrenamtliche Helfer im Aktiveinsatz. Tische und Bänke schleppen, Zelte aufbauen und dafür sorgen, dass hier alles reibungslos klappt.

„Oh, ich glaube, bei der DLRG steigt ne Fete“ oder „Da vorne scheint es wohl eine Trauung zu geben“ – solche oder ähnliche Vermutungen hörte man von vorbeifahrenden Radfahrern und ahnungslosen Spaziergängern, die an diesem Pfingstmontag an der Ruhr unterwegs waren. Falsch gedacht! Die evangelische Kirche, genauer gesagt die Gemeinden Stiepel, Werne und Wiemelhausen wagen an diesem sonnigen Tag etwas ganz Neues, ein gemeinsames Tauffest mitten in der Natur.

Trubelige, wuselige Aufregung herrscht, als die vielen Täuflinge und ihre Familien und Freunde auf der großen Wiese eintreffen und auf den bereit gestellten Bänken Platz nehmen. Noch wird auf eine säumige Tauffamilie gewartet, doch dann kann´s endlich losgehen. Etwa 400 Menschen stimmen fröhlich das Lied „Groß ist unser Gott, Herr der Ewigkeit“ an.

"27 Täuflinge mit ihren Familien, Paten und Angehörigensind der Einladung gefolgt. Darüber freue ich mich riesig!“ Bochums Superintendent Gerald Hagmann begrüßt die Anwesenden zu dieser besonderen Premiere. „Ums Dabeisein geht es ja auch bei der Taufe. Die ist ja ein Zeichen dafür, dass Gott sagt: ‚Ich will bei Euch sein!‘“

Mit dabei ist auch die Harpener Band „DocG“, benannt nach dem treuesten Fan der Musikgruppe, dem ehemaligen Gemeindepfarrer und jetzigen Superintendenten Hagmann. Die Band und ein großer Posaunenchor sorgen für die musikalische Unterstützung dieses Freiluftgottesdienstes.

"Die Ruhr ist eine Lebensader, sie schenkt uns Wasser.“

„Der Fluss heißt Fluss, weil er fließt.“ Die Wiemelhauser Pastorin Ellen Strathmann-von Soosten stellt in ihrer Predigt einen direkten Bezug zu dem Ort dieses Taufgeschehens her. „Die Ruhr ist eine Lebensader, sie schenkt uns Wasser.“ Und an diesem Tag kommt dem Wasser der Ruhr eine ganz besondere Bedeutung zu. Es ist das Taufwasser, mit dem nun die 27 Täuflinge in die Gemeinschaft der evangelischen Kirche aufgenommen werden.

Dafür haben die fleißigen Helfer der DLRG zuvor frisches Wasser aus dem Fluss geschöpft, das dann feierlich in Karaffen zu drei Pavillons getragen wird, unter denen die Taufen stattfinden.

Der 10-jährige Mika ist der Erste. Ganz konzentriert steht er da und lässt sich vom Stiepeler Pfarrer Jürgen Stasing das Wasser über den Kopf gießen. „Ich war sehr aufgeregt, aber es war eigentlich ein gutes Gefühl. Erst hab ich nicht so viel gemerkt, aber als all das Wasser dann runter getropft ist, hab ich gemerkt, dass es Ruhrwasser ist.“ Erst als alles vorbei ist und er wieder bei seine Eltern sitzt, findet er die Sprache wieder. Mika´s Mutter freut sich, dass die Kirche damit etwas Modernes wagt, dass sie mit der Zeit geht.

Unter den Pavillons wird heute im Schichtdienst getauft. Erst ist die dreijährige Judith dran, dann treten gleich zwei Täuflinge gemeinsam nach vorn, die 38-jährige Anna Stanke trägt ihre 2-jährige Tochter Isabel auf dem Arm. Während die Mutter die Taufzeremonie genießt, protestiert das Töchterchen energisch. Trotzdem, dieses Fest, das zum ersten Mal an der Ruhr stattfindet, wird allen als etwas ganz Besonderes im Gedächtnis bleiben.

Und Pfarrerin Birgit Leimbach aus Werne, seit Februar mit der Planung und Koordination für dieses Fest beschäftigt, ist sich sicher: „Es wird eine Fortsetzung geben, ganz bestimmt!“

Autor:

Rolf Stegemann aus Bochum

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