Ein Gespräch im Grün und über das Grün - Interview zum Tag der Architektur

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Zum Interview trafen wir uns mit Christoph Imöhl in seinem eigenen Garten und redeten unter anderem über den Tag der Architektur.

Letztes Jahr gestaltete er bereits einen Vorgarten in Bochum, dieses Jahr ist er in Wattenscheid wieder mit dabei; Christoph Imöhl, seit 22 Jahren als freischaffender Gartenarchitekt tätig. Zum Tag der Architektur stand er in seinem eigenen Garten Rede und Antwort.

Wie hat es denn angefangen? War Gartenarchitekt Ihr Traumberuf?
Christoph Imöhl: Definitiv, mit sechs Jahren machte ich mit meinen Eltern Urlaub in Spanien und auf dem Flug dorthin war ein Gartenarchitekt mit an Bord, der mich sofort dafür begeisterte und von da an war es für mich klar, was ich werden will. Dafür tat ich dann auch alles, machte mein Abitur, eine Lehre als Gärtner und studierte dann in Essen.

Wie sind Sie zum Tag der Architektur gekommen?
Christoph Imöhl: Ganz simpel, durch die Architektenkammer und da mache ich jetzt, glaube ich, auch schon seit 15 Jahren mit. Es ist ja auch gute Werbung, wenn die Menschen mal eins zu eins sehen, was man alles mit einem Garten machen kann. Bilder sind zwar auch nett, aber es macht einfach einen ganz anderen Eindruck, einmal durch einen Garten hindurchzugehen.

Worauf legen Sie bei Ihren Gärten denn Ihren Schwerpunkt?
Christoph Imöhl: Ich bin pflanzenfanatisch und versuche, die Menschen dazu zu motivieren, ihre Gärten nicht nur auf Rasen oder Steine zu reduzieren. Da entwickelt sich kein Wasser drunter, da sind keine Bienen, keine Schmetterlinge und ich versuche, die Menschen wirklich auf den Geschmack zu bringen, sich mit dem eigenen Garten und den vielfältigen Pflanzen auseinanderzusetzen.

Also sind die Pflanzen das Wichtigste bei der Gestaltung?

Christoph Imöhl: Das Wichtigste ist, dass der Garten zu seinem Besitzer passt, dafür mache ich auch vorher eine Gartenbedarfsanalyse mit 19 Fragen, die ich über die Jahre ausgearbeitet habe, um perfekt auf die Bedürfnisse meiner Kunden einzugehen.

Zeigen sich dabei allgemeingültige Vorlieben?
Christoph Imöhl: Privatsphäre ist ein entscheidender Punkt. Der Garten ist auf eine gewisse Art ein Wohnzimmer im Freien und die Menschen wollen dort in Ruhe entspannen, ohne beobachtet oder belauscht zu werden.

Trotz alledem erfreut sich der Rasen doch größter Beliebtheit. Wie, denken Sie, kann man jemanden davon überzeugen, vielleicht doch einen richtigen Garten anzulegen?
Christoph Imöhl: Indem man zeigt, was alles möglich ist, wie eben auch beim Tag der Architektur. Der von mir gestaltete Vorgarten sollte da auch hoffentlich den Kontrast aufzeigen, man schaut links, man schaut rechts und sieht vor jedem anderen Haus ausschließlich Rasen.

Sehen Sie denn inzwischen einen Trend zum dicht bewachsenen Garten oder eher das Gegenteil?
Christoph Imöhl: Einen Trend sehe ich nicht. Was ich aber häufiger sehe, sind sogenannte moderne Gärten, bei denen häufig einfach große Steinplatten nebeneinander gelegt werden, mit minimaler Bepflanzung, wo kein Platz mehr ist für Bienen, die für uns doch eigentlich so wichtig sind. Das ist einfach nicht meine Welt. Bei einem richtigen Garten kann man anhand der Pflanzen die Jahreszeit ablesen, es findet immer ein Wandel statt, wenn ich einen Garten plane, plane ich für die nächsten 30 bis 40 Jahre. Dazu fehlt bei solchen steinernen Gärten auch der Duft, das ist doch eigentlich ein essentieller Bestandteil eines Gartens und dazu ein weiterer Grund, warum Bilder das Gefühl eines Gartens nicht wirklich vermitteln können.

Manchmal ist aber vielleicht einfach nicht der Raum gegeben für Zierpflanzen und Bäume.
Christoph Imöhl: Das denken viele Menschen, aber selbst auf kleinsten Fläche lässt sich was machen. Dafür gibt es eine ganze Reihe an Tricks und Illusionen, die man mit der Gartenarchitektur erzeugen kann. Grenzen kann man z.B. verschwimmen lassen und so auch Bäume von benachbarten Grundstücken mit in die Gestaltung einbeziehen.
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