Flexibles Wärmebettchen für Papageien spart Zeit und Geld

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Wollen den modularen Inkubator künftig im Papageienpark Bochum einsetzen: (v. l.) Daniel Soistmann, Heike Mundt, Patrick Voos und Fabian Mundt. Foto: Hübner
Bochum: Ostring | Die Behaglichkeit für den Nachwuchs im Papageienpark Bochum dürfte langfristig gesichert sein. Dank der Idee von drei Studierenden der Technischen Beruflichen Schule 1 (TBS 1). Sie haben einen modularen Inkubator, eine – salopp gesagt – Heizung mit Luftfeuchtigkeitsregler gebaut. Für Papageieneier und gerade geschlüpfte Papageien.

Ausgebrütet wurde das Ganze von den drei angehenden Elektrotechnikern Fabian Mundt (29), Daniel Soistmann (27) und Patrick Voos (24). Insbesondere Fabian Mundt weiß bestens um die Ansprüche der exotischen und buntgefiederten Vögel. Er hat im Papageienpark am Gersteinring quasi seine Kindheit verbracht. Mutter Heike Mundt betreibt hier seit mehr als 20 Jahren unter anderem die Aufzucht von Jung- und pflegebedürftigen Tieren.
Daher auch die Idee mit der Entwicklung eines modularen Inkubators. Ein solcher Wärmeschrank, bestehend aus Steuerung und Gehäuse, kostet schon mal bis zu 3500 Euro. Im Papageienpark befinden sich zurzeit mehr als zehn dieser Geräte im Dauereinsatz. „Die Vorrichtungen sind sehr wartungsintensiv“, weiß Daniel Soistmann. „Wenn etwas defekt ist, dann meistens die Elektronik. Da kann man auch gleich ein komplett neues Gerät kaufen. Und das sind keine kleinen Ausgaben.“

Vielseitig einsetzbar durch modularen Aufbau

Damit ist es jetzt vorbei. Der von den drei angehenden Elektrotechnikern entwickelte und gebaute Prototyp ist mit allen technischen Finessen ausgestattet. Durch Einsatz neuer Mikrocontroller-Technik lassen sich die Wärme bis zu 40 Grad und auch die Luftfeuchtigkeit punktgenau regeln. Dazu kommen Füllstandsüberwachung, Zeitfunktionen und WLAN-Zugriff.
Besonders stolz ist das Team allerdings auf den modularen Aufbau seiner Erfindung. Patrick Voos: „Das Modul ist in der Lage, defekte Altgeräte weiterzubetreiben. Wir können es beliebig in Behältnisse verschiedenster Bauformen einsetzen und anschließen.“ Das spart Wartungsaufwand und Geld. Auf etwa 350 Euro belaufen sich die Materialkosten für den Prototyp. Über ihre investierten Arbeitsstunden verraten die drei Konstrukteure nur so viel: „Da kommt schon was zusammen.“
Umso mehr freute sich Auftraggeberin Heike Mundt jetzt über das Ergebnis, das künftig im Papageienpark zum Einsatz kommen wird. Und auch die Lehrer an der TBS 1 ließen bereits durchblicken, dass das Team mit der Traumnote für sein Projekt rechnen dürfe. Schließlich ist der modulare Inkubator auch ein schulisches Meisterstück: Im Rahmen der Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik an der TBS 1 haben die Studierenden eine insgesamt dreimonatige Bearbeitungszeit für eine praxisnahe elektrotechnische Lösung. Und als eine solche dürfte der Inkubator zweifelsohne beeindrucken.
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