Ideen und Innovationen für lokale Maschinenbaubetriebe

Anzeige
Die Vorrichtung von Sven Adelt, Ali Gündüz und Murat Kocaaslan (v. l.) erleichtert künftig das Abheben öliger Bleche vom Stapel. Foto: Hübner

Glatte Materialien, oft hauchdünn oder nur ein paar Millimeter dick, „pappen“ gerne mal zusammen und sind nicht leicht zu trennen. Der filigrane Einsatz der Fingernägel ist hier gefragt. Man kennt das von Folien. Bei großflächigen, unhandlichen Platten allerdings kann das Trennen zur echten Mühsal werden - und mitunter sogar ins Geld gehen.

Wissen auch Sven Adelt (28), Murat Kocaaslan (27) und Ali Gündüz (25). Die angehenden Maschinenbautechniker der TBS 1 hatten es mit gestapelten, öligen Blechen zu tun, die in der Automobilindustrie weiterverarbeitet werden sollen. Und sich besonders adhäsiv verhielten – so nennt der Physiker die Eigenschaft des Aneinanderhaftens. „Bei der Entnahme vom Stapel benutzte der Mitarbeiter zum Trennen bislang immer einen Spachtel“, sagt Sven Adelt über das bisherige Verfahren. „Kratzer blieben da nicht immer aus und die Bleche mussten aussortiert werden.“ Damit ist nun Schluss. Denn die kreative Erfindung der Studierenden gewährleistet ein beschädigungsfreies Lösen der Bleche voneinander: Zwei Vorrichtungen, eine manuelle im handlichen Format eines Bügeleisens und eine vollautomatisierte Variante, konstruierten und bauten die TBS 1-Schüler. Murat Kocaaslan: „Die Bleche werden pneumatisch angesaugt und dann leicht gewölbt. Keine Verletzungsgefahr für den Mitarbeiter, keine Kratzer. Zusätzlich können wir die Vorrichtungen auf unterschiedliche Blechgrößen einstellen.“

Anwendung in den Betrieben: Projekte sind nichts für die Schublade

Insgesamt 34 solcher kreativen Projekte wurden jetzt in den Räumen an der Technischen Beruflichen Schule 1 aus- und vorgestellt. Die Innovationen reichen von der Energierückgewinnung, die ein Team von Studierenden an einer Trinkwasserdruckregelanlage der Stadtwerke Bochum Netz GmbH durch den Einbau einer speziellen Turbine vorsieht, bis hin zum Bau einer mobilen Pedelec-Ladestation für sechs Fahrräder. „Die hier ausgestellten Arbeiten verschwinden später nicht in irgendeiner Schublade oder irgendwelchen Archiven“, weiß Projektleiter Bernd Krohn den praktischen Wert der Projekte einzuschätzen. „Sie werden in den Betrieben auch umgesetzt.“
Ein Jahr lang wurde getüftelt und gebaut. Die meisten Projekte entstanden in lokal oder regional ansässigen Industrie- und Handwerksunternehmen, die die Studierenden als Partner von ihren Ideen erst einmal überzeugen mussten. Dort erhoffen sie sich nach ihrer Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker eine feste Anstellung oder Weiterbeschäftigung. Und so könnte das anstrengende Jahr so manche Tür ins – oder im – Berufsleben geöffnet haben.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.