Jugendliche sprühen „Graffiti gegen Rechts“

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Graffiti gegen Rechts schmücken bald Schulen und das städtische Jugendfreizeithaus „inpoint“ in Langendreer. Für viele sichtbar wollen die beteiligten Schülerinnen und Schüler so Position gegen Rechtsextremismus beziehen. Unterstützung finden sie dabei unter anderem im Jugendamt.

Der traurige Hintergrund für das Projekt: Im Bochumer Stadtteil Langendreer gab es insbesondere 2011 eine Reihe von rechtsmotivierten Straftaten. „Der Stadtteil wurde dadurch, auch für unpolitische Bürgerinnen und Bürger, zu einem Angstraum“, weiß Julia Deppe vom Jugendamt. Die Reaktion betroffener Bürgerinnen und Bürger: Es gründete sich ein „Runder Tisch – Langendreer gegen Nazis“, bei dem Stadt, Politik, Initiativen, Polizei und Schulen mitarbeiten. Dieser Runde Tisch hat sich zum Ziel gesetzt, Gegenmaßnahmen durchzuführen. „Die Situation hat gezeigt: Es gibt akuten Handlungsbedarf für ein präventives Projekt gegen Rechtsextremismus, um junge Menschen vor Ort zu sensibilisieren“, sagt Streetworkerin Julia Deppe.

In Kooperation mit der Streetwork Ost/Nord wollen die Franz-Dinnendahl-Realschule, Jakob-Muth-Förderschule, Albert-Schweizer-Hauptschule und der „inpoint“ im Stadtteil Jugendliche antifaschistisch aufklären, um so die Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts und Rekrutierungsversuchen durch Neonazis an Schulen vorzubeugen. „Da die Schülerinnen und Schüler während des Projektes in Gruppen zusammenarbeiten und sich mit einem
gesellschaftspolitischen Problem auseinander setzen, werden auch soziale Kompetenzen vermittelt und wird Gewaltprävention betrieben“, erklärt Julia Deppe.

Die Schülerinnen und Schüler gestalten unter pädagogischer und künstlerischer Anleitung einen Entwurf für ein Graffito zum Rechtsextremismus. Den Entwurf prüfen (Schul-)Sozialarbeiter und Künstler gemeinsam mit den Jugendlichen auf Umsetzbarkeit und ändern ihn gegebenenfalls ab. Das Graffito bringen die Jungen und Mädchen auf einer von den Schulen oder dem „inpoint“ zur Verfügung gestellten Wand bzw. auf dem Schulgelände unter Anleitung selbst an. Je nach Schule kann der Workshop in einer Projektwoche, als AG oder als Unterrichtseinheit angeboten werden. Schulleiter, Lehrer, Sozialarbeiter und Künstler verständigen sich schulspezifisch über die Art und Weise.

Die entstehenden Graffiti werden über einen längeren Zeitraum an bzw. in verschiedenen Gebäuden für alle sichtbar sein. „Dadurch ist eine permanente, nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Thema gewährleistet“, freut sich die Jugendsozialarbeiterin Julia Deppe. „Es wird zum Unterrichtsinhalt und regt auch außerschulische Diskussionen an.“

Die Streetworkerinnen und Streetworker Ost/Nord und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom „inpoint“ koordinieren die Projekte und erstellen eine Dokumentation. Vor den eigentlichen Workshops führen verschiedene Akteurinnen und Akteure die Schülerinnen und Schüler an das Thema heran, frischen zum Beispiel durch Unterricht schon bekanntes Wissen auf und erweitern es. „Das Projekt wird von allen am Runden Tisch Beteiligten und von den Sozialraumteams im Bezirk Ost dringend gewünscht“, weiß Julia Deppe.
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