"Links und rechts der Renne" : -- "Geschichten und Dönekes aus Bochum" ist der Untertitel des im Wartberg-Verlag erschienenen Taschenbuches

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Links und rechts der Renne, Taschenbuch (Foto: Titel-Cover Wartberg, Repro:Volker Dau)
 
Musterseite : "Kap Kaminski" in den 1960er Jahren aus dem Buch Links und rechts der Renne ... (Foto: Mit Genehmigung des Wartberg-Verlages:Repro:Volker Dau)
Bochum: Bermudadreieck |

"Links und rechts der Renne" -- "Geschichten und Dönekes aus Bochum" ist der Untertitel des im Wartberg-Verlag erschienenen Taschenbuches von Jürgen Boebers-Süßmann.

Er erzählt auf 79 Seiten gesammelte Geschichten rund um Bochum.
Illustriert mit Bildern aus dem Archiv vom Presse – und Informationsamt der Stadt Bochum , vom Fotografen Korte und aus dem „JBS“ – Archiv.

Vielfältig sind die Geschichten, die in einer Stadt entstehen. Manche sind nach ein paar Tagen wieder verschwunden, andere halten sich länger und wieder andere werden von Generation zu Generation weitergetragen und erfahren so manche Veränderungen.

Jürgen Boebers-Süßmann öffnete seine Schatzkiste aus alten Erzählungen und Anekdoten und berichtet einmal mehr von erstaunlichen, sympathischen und lustigen Geschichten aus dem alten Bochum.

Im Mittelpunkt dabei stehen Persönlichkeiten, die nicht unbedingt im Rampenlicht standen, aber das Leben in der Ruhrmetropole Bochum prägten oder einfach nur bunter machten. Stadtansichten, längst verschwundene Gebäude und Plätze, historische Ereignisse und die Menschen der damaligen Zeit werden bei der Lektüre des Buches wieder lebendig.

Entlang der als „Renne“ bekannten Kortumstraße

, der in alten wie in neuen Tagen meist-besuchten und beliebtesten Straße der Stadt, vorbei am „Molkenmarkt“ bzw. Moltkeplatz, den alten Zechen und der Ruhr-Uni führt Jürgen Boebers-Süßmann den Leser auf eine Zeitreise und erzählt dabei interessante und überraschende Geschichten und Dönekes aus Bochum.

Hier erfahren Sie, wie es zur Gründung der Ruhr-Uni kam, was es mit der „Krümmede“ auf sich hat und wie es damals war, als „Vatta noch auf Zeche“ ging.
„Kap Kaminski“ der Sternwarte Bochum, heute UIZ werden mehrere Seiten gewidmet.

Kapitel für Kapitel entsteht so ein Eindruck des Lebensgefühls früherer Jahre - da werden Erinnerungen an vergangene Zeiten wach... und vielleicht auch an Ihre ganz persönliche Vergangenheit!

Die Geschichte und Geschichten werden spannend vom Autor präsentiert.

Die „flotte Schreibe“ ist kurzweilig, ja stellenweise sogar fesselnd.

Leider kommt die eigentliche Innenstadt, innerhalb der „Ringe“ etwas kurz weg.

Dafür umso interessanter z.B. die Geschichten zur Radrennbahn an der Hattinger Strasse (unweit des heutigen Bergmannsheils) und die kurze Erwähnung der 1. Bochumer Radrennbahn in Bochum Hamme.

Radrennen in Stadien sieht der Autor wohl als Publikumsliebling der 1950er Jahre.


Spannend fand ich das Kapitel „“als Vatta auf Zeche ging“ mit der Aufzählung der Bochumer Zechenstandorte nach Stadtteilen sortiert.

Auch die sozialen Strukturen der Umgebung rund um die Bergmanns-Kolonien werden beschrieben.
Mit der Schließung der Zeche „Hannibal“ endete 1973 die über 250 jährige Bergbaugeschichte in Bochum.
Bochum war eine bedeutende Zechenstadt in Deutschland.

Sogar der deutsche Kaiser Wilhelm II war 1912 in Bochum „auf Lothringen“.

Leider zu einem traurigen Anlass:
Es hatte auf Lothringen eine verehrende Schlagwetterexplosion gegeben,

Bereits am nächsten Tag kam der Kaiser , der „oberste Bergherr“ im Amte, zur Trauerfeier mit den Angehörigen der 119 Toten und 89 verletzten Bergmänner.
Er spendete sofort 15.000 Goldmark für die Gründung eines Angehörigen-Unterstützungsfond.

Kurze Erwähnung findet auch die „Neuzeit“ mit dem Bermudadreieck und beeindruckenden Zahlen.

Bis zu 30.000 Gäste pro Tag im Sommer und in der Spitze bei Bochum „Total“ bis zu 150.000 Besucher pro Veranstaltungstag.
Das Bermudadreieck ist nach der Düsseldorfer Altstadt wohl das größte „Kneipenviertel“ in NRW.
Leo Bauer, der „Bochumer Kneipenkönig“ „residiert“ in „seinem Bermudadreieck“ (Anmerkung von Volker Dau, nicht aus dem Buch: Leo Bauer lebt tatsächlich im obersten Stockwerk und Dachterrasse hoch über „seinem Reich“)

Die zeitlose Geschichte zum Bau, Erhaltung und Restaurierung des Bismarck-Turmes

im Bochumer Stadtpark findet ebenfalls Erwähnung.

Kurzweilig auch die Beschreibung des Inneren des „alten Kortum-Hauses“ vor seiner „Entkernung“.
Geschildert wird das „Aufzugfahren mit Ansage“ durch die oft „kriegsgeschädigten“ Fahrstuhlführer, die die einzelnen Etagen beschrieben.
Auch die „Bimbo-Box“, die „Affenkapelle“ die für 1 Groschen spielte ist erwähnt, leider aber nicht bebildert.

Erwähnung findet auch auf drei Seiten Bochums „Rotlichtviertel“.

Der bekannte „Puff“ an der Gußstahlstraße entstand bereits vor über hundert Jahren. Eröffnet 1912 besteht er noch heute mit „regem Verkehr“.

Ich finde das Taschenbuch ist seine 11€uro wert.

Wer also mehr über Bochum wissen möchte, kurzweilig beschriebene Geschichte und Geschichten, der sollte schnell im örtlichen Handel zugreifen, denn die Verlagssprecherin erklärte mir dass dies Buch leider ab Verlag bereits ausverkauft ist.



Vielleicht hat es ja noch der Buchhändler Ihres Vertrauens in Auslage oder Lager?


Der Autor: Jürgen Boebers-Süßmann, Jahrgang 1959, lebt seit mehr als 30 Jahren in Bochum und bezeichnet sich selbst als waschechten „Bochumer Jung“. Der ausgewiesene Kenner des Ruhrgebiets ist Diplom-Journalist und arbeitet als Lokalredakteur für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ).
Bibliographische Angaben:
Jürgen Boebers-Süßmann, Links und rechts der Penne. Geschichten und Dönekes aus Bochum.
80 Seiten, gebunden, S/w-Fotos, € 11,00, ISBN 978-3-8313-2060-8, Wartberg Verlag
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