Tschechischer Stasi-Unterlagen-Chef abgesetzt Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe schreibt an Präsident Milos Zeman

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DEN OPFERN KOMMUNISTISCHER GEWALTHERRSCHAFT 1945-89 -- Gedenkstein im einstigen "STASI-Knast" der heutigen Gedenkstätte Hohenschönhausen TPD-Foto: Volker Dau
Berlin: Gedenkstätte Hohenschönhausen |

Tschechischer Stasi-Unterlagen-Chef abgesetzt
Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe schreibt an Präsident Milos Zeman


Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat am heutigen Freitag (12.04.) gegen die Entlassung des Chefs der tschechischen Stasi-Unterlagen Behörde in Prag, Daniel Herman, protestiert. „Ich bin entsetzt und alarmiert, wie nach den Präsidentenwahlen in Tschechien mit dem Leiter einer der renommiertesten Aufarbeitungseinrichtungen Europas umgegangen wird,“ schrieb Knabe in einem Brief an den tschechischen Präsidenten Milos Zeman.

„Daniel Herman hat das Institut für die Erforschung der totalitären Regime nach jahrelangen Querelen aus den Schlagzeilen gebracht und zu einer weltweit vorbildlichen Einrichtung gemacht.
Nirgendwo sonst ist es in der Welt so einfach, auf frühere Geheimdienst-Unterlagen zuzugreifen, wie in Tschechien.

Auch die von ihm vorangetriebene Digitalisierung der Stasi-Unterlagen ist europaweit einmalig.

Darüber hinaus hat er sich in vorbildlicher Weise für die Vernetzung der Aufarbeitungseinrichtungen auf europäischer Ebene eingesetzt und war wesentlich an der Gründung der Plattform des Europäischen Gedenkens und Gewissens beteiligt, der auch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen angehören. Ich bitte Sie deshalb, sich dafür zu einzusetzen, dass die Absetzung Daniel Hermans rückgängig gemacht wird.“

Anmerkung :
Der Leiter des Prager Instituts für die Erforschung der totalitären Regime (USTRCR), Daniel Herman, ist am Mittwoch vom Institutsrat überraschend abgesetzt worden.
Der studierte Pädagoge und Theologe, der früher das Sekretariat des Prager Erzbischofs leitete, hatte das Amt erst im August 2010 angetreten. Zuvor war das Institut immer wieder Gegenstand heftiger politischer Auseinandersetzungen um die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit.

Link zur Stiftung:
www.stiftung-hsh.de
www.stiftung-hsh.de
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