Unter großem Medienrummel begann heute die Verhandlung gegen den vielen Lesern nicht unbekannten Daniel R.

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Daniel W,geb. R. neben seinem Anwalt
 
Die 7.Strafkammer - Schwurgericht - unter der Vorsitzenden Schönenberg-Römer, dazu Richter Kuhn und Richterin Unger
Bochum: Landgericht |

Unter großem Medienrummel begann heute die Verhandlung gegen den vielen Lesern nicht unbekannten Daniel R.
Er soll laut Anklage den Auftrag gegeben haben seine Ex-Frau und ehemalige Mitangeklagte in einem Mordverfahren vor rund 15 Jahren zu erschlagen.


Der jetzt 41 jährige Angeklagte hatte sich perfekt für den Termin vorbereitet.


Sein Anwalt, Herr Rheinhardt erklärte den überraschten Fotografen und Kameramännern vor der Saaltür: „Mein Mandat hat gesagt er ist unschuldig und braucht sich nicht zu verstecken!“

Entsprechend präsentierte er sich auch anschließend den Berichterstattern und Zuschauern im Saal.

Diesmal in der Pose des „braven Unschuldigen“.

Seinen Auftritt vor rund 15 Jahren hatte ich ganz anders in Erinnerung. Hatte neulich noch meine Archivbilder in Händen wo er Fratzen und Grimassen schneidend den Gerichtssaal betrat.

Ob er sich wirklich so verändert hat oder ob das nur „ganz großes Schauspiel“ jetzt der anderen Art ist?

Schließlich geht es hier nicht nur um einen zu erkämpfenden Freispruch in diesem Verfahren sondern auch um den Kampf um seine Entlassung in die Freiheit!

Da sind Gefangene üblicherweise sehr „einfühlsam“

im Umgang mit Psychologen und Juristen denn der Freiheitsdrang ist ja beim Menschen größer als alles andere!

Heute begann die Verhandlung nach der Anklageverlesung mit der üblichen Frage der Vorsitzenden an den Angeklagten ob er sich äußern wolle?

Er entgegnete: Er werde in einem 60 bis 70 minütigen Vortrag zum ganzen Komplex Stellung beziehen.

Die Vorsitzende entgegnete sinngemäß: Dann fangen Sie mal an und wir sehen weiter…


Der Angeklagte begann nun in seinen völlig emotionslos vorgetragenen Vortrag die Ermittlungen und Anklage zu kritisieren und Punkt für Punkt „zu zerlegen“.

Er warf der Staatsanwaltschaft einige Ermittlungsfehler vor und zitierte dabei aus den Akten.
Der Vortrag wirkte auf mich wie schon bemerkt emotionslos dazu sehr monoton vorgetragen, irgendwie wie einstudiert.

Wie weit das die Kammer und deren Schöffen beeindruckte und ob das die Vorsitzende besonders „spannend“ fand kann ich nicht beurteilen.

Jedenfalls fand die Vorsitzende noch Zeit nach einem Blick zur „Pressebank“ und in den Zuschauerraum während des Vortrages die Zeit eine junge Fernsehmitarbeiterin zu belehren die „das scharfe Auge der Hausherrin“ wohl beim Trinken erwischt hatte?

Die Reaktion mitten im Vortrag des Angeklagten:

“Wir sind hier nicht im Kino mit Popcorn und Getränken“ unterlassen Sie das Essen und Trinken oder gehen Sie vor die Tür!

Da wurde die ganze „Autorität der Vorsitzenden Richterin als Hausherrin“ im Saal aufgezeigt!

Ich hatte mittlerweile auch Durst, denn „wir“ saßen ja hinter einen Panzerglasscheibe aber ich wollte mir eine Rüge ersparen!

Ein ständiges rein und raus hätte sicher die Verhandlung mehr gestört wie ein dezenter Schluck aus der Pulle!

Aber was soll man gegen das „Hoheitsrecht“ erwidern ohne Ärger zu bekommen? Ein bekannter „Anarcho der 70er“ hätte wohl entgegnet: „Wenn es der Wahrheitsfindung dient“!

Aber derartige Provokationen liegen mir nicht, sind wohl eines Beobachters auch unwürdig und würden wohl auch gleich entsprechend sanktioniert?

Nun schaute ich mich um und sah den WAZ-Gerichtsreporter Kiesewetter eifrig mitschreibend.

Ich war ja nur vor Ort um ein Stimmungsbild von der Verhandlung zu zeichnen.

Den Rest überlasse ich den Reportern der Print – und Fernseh-Medien.

WAZ/BILD sowie die RTL-Nachrichtengruppe und das WDR-FS waren ja anwesend.

Es ist mir schwer gefallen weder den alten noch neuen Namen des Angeklagten auszuschreiben aber das überlasse ich lieber den Reportern mit entsprechender Rechtsabteilung im Rücken.

Verwundert war ich aber schon über die neue Identität des Angeklagten!

Bei mir persönlich steht nämlich Opferschutz vor Täterschutz!

Warum soll man einen Täter nicht erkennen können?

Es gibt in meinen Augen keine Ex-Täter! Ebenso wenig wie Ex-Opfer!
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4 Kommentare
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Volker Dau aus Bochum | 30.05.2017 | 09:09  
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Volker Dau aus Bochum | 31.05.2017 | 17:17  
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Volker Dau aus Bochum | 01.06.2017 | 20:57  
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Volker Dau aus Bochum | 13.06.2017 | 19:11  
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