Update III: Hochwassereinsatz in Niedersachsen - Bochumer Einsatz beendet

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: Blick auf die Elbe in Damnatz (Foto: Feuerwehr Bochum)
 
Die Abteilungsführung der Feuerwehr Bochum: Durch sie wurden die 250 Einsatzkräfte aus dem Regierungsbezirk Arnsberg koordiniert. (Foto: Bochumer Feuerwehr)
 
Geschütztes Bauernhaus in Damnatz. (Foto: Feuerwehr Bochum)
Update III:

Am frühen Samstagabend sind alle Einsatzkräfte der Abteilung Arnsberg wieder an ihren Heimatstandorten eingetroffen. Nach zehn anstrengenden und erfolgreichen Tagen wurden die Bereitschaft 3 aus Dortmund und dem Ennepe-Ruhr-Kreis und die Bereitschaft 5 aus Hamm, Soest und Unna sowie die Abteilungsführung mit Einsatzkräften aus Bochum und Dortmund von der Einsatzleitung in Dannenberg entlassen.

Am Freitag hatten die Kräfte noch einmal einen anstrengenden Tag zu bewältigen. Am Morgen wurden beide Bereitschaften in die Nähe von Hitzacker in die Ortschaften Wussegel und Penkefitz verlegt. Dort mussten die Sandsäcke, die auf den Deichkronen lagen, an den Deichfuß gepackt werden. Da die Deiche mittlerweile stark durchweicht sind, war es notwendig, die Deichkronen zu entlasten und den Druck an den Deichfüßen zu erhöhen. Diese Arbeiten dauerten bis in den Nachmittag an. Zeit zum Durchatmen war dennoch nicht. Direkt im Anschluß erhielt die Abteilungsführung den Auftrag, mit beiden Bereitschaften in den Bereich Damnatz zu verlegen. Auch dort mussten die Sandsäcke von der Deichkrone entfernt werden. Hier wurden sie allerdings direkt auf Paletten verladen und zu einem Depot transportiert, um dort als Notfallreserve bereitzustehen. Gegen 22 Uhr konnten hier die Arbeiten eingestellt werden und alle etwa 250 Einsatzkräfte wieder in die Unterkunft nach Dannenberg fahren. In der Nacht blieb es dann ruhig.

Am Samstagmorgen galt es dann, Abmarschbereitschaft herzustellen. Nachdem die persönliche Ausrüstung gepackt und alle Fahrzeuge überprüft waren, traten alle Einsatzkräfte noch einmal gemeinsam an. Jürgen Meyer, Samtgemeindebürgermeister Elbtalaue hatte sich extra die Zeit genommen und war in die Unterkunft gekommen. Vor der versammelten Mannschaft sprach er seinen Dank und seine Anerkennung für die geleistete Arbeit aus. Tief beeindruckt sei man gewesen von der Motivation und der Schlagkräftigkeit der Kräfte aus Arnsberg. Gegen 10:15 Uhr verließen dann die beiden Bereitschaften die Unterkunft. Jede Bereitschaft hatte die Marschroute autark für sich festegelegt. Nach über fünf Stunden Fahrt trafen die Bereitschaften dann wieder an den Standorten in NRW ein und konnten das offizielle Einsatzende an die Bezirksregierung melden.

Nach sechs Tagen im Einsatz erfolgte gestern Nachmittag die Ablösung der Abteilungsführung aus Bochum. Geführt wird die Abteilung der Bezirksregierung nun nicht mehr durch Oberbrandrat Simon Heußen, sondern durch den Ltd. Branddirektor Detlev Harries von der Berufsfeuerwehr Dortmund. Die Kräfte der beiden Bereitschaften wurden schon in den vergangenen Tagen ausgetauscht. Noch während der Übergabe der Dienstgeschäfte durch die bisherige Abteilungsführung aus Bochum mussten die Kräfte nach Neu Darchau entsandt werden. Hier musste der bereits vor einigen Tagen angelegte Not-Deich weiter mit Sandsäcken verstärkt werden. Durch die Helferinnen und Helfer aus NRW wurden weit über 7.000 Sandsäcke am Not-Deich verbaut. Diese Maßnahme zog sich bis 06:00 Uhr heute Morgen hin und wird voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages wieder aufgenommen werden müssen.

Die 279 Einsatzkräfte der Bezirksregierung Arnsberg - darunter auch Helfer aus Bochum - sind in Damnatz im Einsatz. Ihnen wurde ein 12 km langer Deichabschnitt zugeteilt. Dieser liegt zwischen den Stromkilometern 508 bis 514. In den letzten Tagen haben Kräfte der Bundeswehr, der örtlichen Feuerwehren aber auch unzählige freiwillige Helfer damit begonnen, den Deich um 50 bis 80cm auf zu stocken. Zu diesem Zweck wurden auf der gesamten Länge Sandsäcke verbaut. Den Einsatzkräften wird in den nächsten Tagen die Aufgabe zukommen, den Dammbau weiter zu verstärken und die Baumaßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

Zusätzlich zu Aufgaben, ergaben sich im Laufe des Tages noch weitere Aufgaben. Rund 240 Paletten mit Sandsäcken wurden in die örtlichen Sandsackdepots verteilt, aus denen sich im Bedarfsfall die Bereitschaften bedienen können. Des Weiteren wurde die Freiwillige Feuerwehr Damnatz bei der Beseitigung von Treibgut aus der Elbe unterstützt.

Kurz vor dem geplanten Arbeitsende am gestrigen Abend, wurden die Einsatzkräfte aus Unna, Hamm und Soest in die Sandgrube nach Tramm verlegt. Aufgrund der aktuellen Pegelhochrechnungen musste dort die Sandsackproduktion wieder aufgenommen werden.

Als die Kräfte eintrafen, wären die Parkplätze rund um die Grube sehr gut gefüllt. Hunderte freiwillige Helfer hatten in den Medien den Aufruf der Behörden gehört, in dem die Bevölkerung aufgerufen wurde, bei der Produktion von Sandsäcken zu helfen. Aber auch in den sozialen Netzwerken fanden viele Aufrufe statt, denen insbesondere jüngere Leute folgten. Mit Schaufeln und Gummistiefeln „bewaffnet“ kamen die Freiwilligen um zu helfen. Die Stimmung in der Sandgrube war sehr gut, so sang beispielsweise ein Jugendchor aus der Region für die eingesetzten Helfer.
Zusammen mit hunderten freiwilligen Helfern schaffte es die Bereitschaft in nur vier Stunden ca. 35.000 Sandsäcke zu befüllen und auf Lkws zu verlasten. Gegen 01:15 Uhr war der Einsatz für die Kräfte aus NRW dann beendet.

Seit 07:00 Uhr ist die Einsatzbereitschaft für Teile der Bereitschaft wieder hergestellt und die Kräfte warten auf die Aufträge für den Tag.

Aufgrund der Lageentwicklung wird der Einsatz für die Kräfte aus NRW nicht wie geplant bis Dienstag andauern, sondern der Einsatz wird voraussichtlich bis zum kommenden Samstag verlängert.

Nach einem anstrengenden ersten Tag im Einsatz, bezogen die Einsatzkräfte gestern Abend ihre Unterkunft in Dannenberg. Die Unterbringung erfolge in gut ausgestatteten Containerwohneinheiten der Polizei Niedersachsen.
Auch am zweiten Tag wurden die Kräfte wieder an ihrer gestrigen Position in der Ortschaft Damnatz direkt an der Elbe zwischen den Stromkilometern 508 und 514 eingesetzt. Am heutigen Samstag besteht die Aufgabe der Kräfte wieder darin, an verschiedenen Stellen die Deichverstärkung zu erhöhen und defekte Stellen auszubessern. Des Weiteren erfolgt die Kontrolle des Deiches ab heute auch mit Booten über die Wasserseite. Um dies zu ermöglichen müssen Slippstellen eingerichtet werden. Da auch das Grundwasser durch das Hochwasser weiter ansteigt, drück so genanntes Qualmwasser in den Bereichen hinter dem Damm aus dem Boden. Damit dieses Wasser solange wie möglich ablaufen kann, werden die Ablaufrinnen kontinuierlich frei gespült. Auch diese Aufgabe haben die Kräfte aus dem Regierungsbezirk Arnsberg übernommen.

Seit einigen Stunden ist die Abteilung Arnsberg mit allen 279 Kräften temporär in ein neues Einsatzgebiet verlegt worden. Neuer Einsatzraum ist das 20km von Damnatz entfernet Neu Darchau (rund 1400 Einwohner). In Neu Darchau besteht der Auftrag der Kräfte wieder in der Sicherung des Deiches. Anders als in Damnatz handelt es sich hier jedoch um einen provisorischen Deich. Während in Damnatz der Deich durch Sandsäcke aufgestockt wurde, muss heute der gesamte Deich gesichert werden. Zu diesem Zweck wird der Deich mit Vliesstoffen und Stahlgittermatten belegt, die anschließend mit Sandsäcken gesichert werden. Diese Schutzschicht des Deiches wird sowohl von er Wasser- als auch von der Landseite angebracht. Ebenfalls sind Boote im Einsatz, die Treibgut aus dem Wasser bergen, damit die wichtige Vliesschicht des Deiches nicht beschädigt wird. Würde die Schicht beschädigt, könnte es passieren, dass der Deich durch das Wasser ausgespült und somit geschwächt würde.

Wie auch bereits an beiden Tagen zuvor, erreichte die Abteilung kurz vor Arbeitsende ein neuer, dringender Auftrag. In einem Ortsteil von Neu Darchau kam es zu Rissbildungen im provisorischen Damm. Da der Damm einer solchen Beschädigung nicht lange standhalten würde, entschied sich die Einsatzleitung des Kreises Lüchow-Dannenberg, eine Bereitschaft der Abteilung Arnsberg mit den Ausbesserungsarbeiten zu beauftragen. Die Kolleginnen und Kollegen der Bereitschaft Dortmund / Ennepe übernahmen diese Aufgaben. Da die Maßnahmen umfangreicher waren als anfänglich angenommen, zog sich der Einsatz bis ca. 03:00 Uhr heute Morgen hin.

Am heutigen Montag wurde die Bereitschaft Hamm/Soest/Unna zu einer anderen Stelle am selben Deich entsandt, um auch hier den Damm zu verstärken. Diese Maßnahme dauerte erneut bis in den Abend.

Der Kräfte aus Dortmund und Ennepe wurden heute als taktische Einsatzreserve bzw. Soforteinsatzkräfte eingesetzt. Glücklicher weise kamen sie bisher noch nicht zum Einsatz. Nach den Strapazen der letzten Tage und insbesondere der langen Einsatzzeit der vergangenen Nacht ist dies eine willkommene Gelegenheit, neue Kraftreserven zu mobilisier, um für die Aufgaben der nächsten Tage gut gerüstet zu sein.
Der aktuelle Wasserstand liegt am Pegel Damnatz mit Stand 17:00 Uhr bei 8,19m (Normal 2 bis 2,5 m) Tendenz steigend. Weitere Lageinformationen und Prognosen finden Sie unter:
www.luechow-dannenberg.de
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