Verantwortung für Kinder: Kinderschutzbund bietet Schulung für Vormünder an

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Nicht alle Kinder und Jugendlichen haben Eltern, die die rechtliche Verantwortung für sie übernehmen können. Zurzeit gibt es in Bochum etwa 110 Fälle, in denen sich stattdessen ein ehrenamtlicher Vormund um ihr Wohl kümmert. Für Interessierte, die ebenfalls eine ehrenamtliche Vormundschaft übernehmen möchten, bietet der Kinderschutzbund Bochum ab morgen, 23. Februar, eine vierteilige Schulungsreihe an.

„Es geht nicht darum, dass man das Kind wie bei einer Patenfamilie zu sich nach Hause holt“, erläutert Jutta Devantié vom Deutscher Kinderschutzbund e.V. Ortsverband Bochum. „Die Kinder und Jugendlichen leben in Wohngruppen oder im betreuten Wohnen.“
Der Vormund übernimmt an Eltern Statt die rechtliche Verantwortung für das sogenannte Mündel und ist per Gesetz verpflichtet, mindestens einmal im Monat Kontakt zu dem Kind zu haben. „Manche sehen sich aber auch zwei, drei mal die Woche, gehen zum Fußball oder ins Kino. Das hängt zum einen von der Zeit des Vormunds und zum anderen davon ab, was der Jugendliche möchte“, so Devantié.

Vormundschaft für Flüchtlinge

Da der Kinderschutzbund seit 2011 auch Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vermittelt, kümmerten sich manche Vormünder auch um deren Deutschkenntnisse, nennt Devantié weitere Beispiele für das Aufgabenspektrum der Ehrenamtlichen. „Oder die Vormünder begleiten die Jugendlichen zu Arztterminen und kümmern sich um die Gesundheitsvorsorge.“
Die Kinder und Jugendlichen, von denen die jüngsten etwa zehn Jahre alt sind, profitieren von den ehrenamtlichen Vormündern, da diese im Gegensatz zu Amts- oder Berufsvormündern ihnen, wenn es von beiden Seiten gewollt ist, auch nach der Volljährigkeit als Ansprechpartner zur Verfügung stehen können.

"Massive Verantwortung"

Interessenten, die eine Vormundschaft übernehmen möchten, müssen volljährig sein und ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. „Wir haben Menschen im Vorruhestandsalter, aber auch Studenten“, so Devantié. Eigene Kinder sind keine Voraussetzung, „aber die Menschen müssen bereit sein, etwas Neues zu erleben, mutig zu sein und mit uns und den zuständigen Kinder- und Jugendhilfeträgern zusammenzuarbeiten“, betont Devantié und verweist zugleich auf die „massive Verantwortung“, die mit dem Ehrenamt verbunden sei. Zur Unterstützung der Ehrenamtlichen bietet der Kinderschutzbund daher nicht nur die Schulung, sondern auch regelmäßig Gespräche an, während der sich die Vormünder austauschen können.

Schulung startet morgen

Die Schulung findet an vier Donnerstagabenden jeweils von 18 bis 20 Uhr beim Kinderschutzbund, Gerberstraße 20, statt. Dann werden die Grundlagen in rechtlichen, pädagogischen und psychologischen Bereichen vermittelt und die Teilnehmer erfahren, was ihre Rechte und Pflichten als Vormünder sein werden.
Wer an der Schulung interessiert ist, morgen zum Auftakt aber keine Zeit hat, dem bietet Jutta Devantié an, sich unter Tel. 3618292 zu melden. „Dann finden wir eine individuelle Lösung, um den Abend nachzuholen.“
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