Verzicht auf Gitter und Fixierungen

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Bochum: Deutsches Rotes Kreuz | In Deutschland sind 1,4 Millionen Menschen an Demenz erkrankt und Jahr für Jahr kommen 300 000 dazu. Menschen mit dieser Krankheit besitzen eine hohe Aktivität. Wegen ihrer Gedächtnisstörung wissen Demente im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr, was sie tun. Zu ihrem Schutz werden sie mitunter fixiert. Das bedeutet eine stete Gratwanderung zwischen Schutz und Freiheitsberaubung, denn die Freiheit der Person ist vom Grundgesetz garantiert. Das Pflegeteam des DRK „Haus der Generationen“ hat sich nun gegen freiheitsentziehende Maßnahmen, wie Bettgitter, Gurte entschieden. „Denn es geht ja immer um die Würde des Menschen“, betont Einrichtungsleiter Peter Krause. „Wir haben einen neuen Weg eingeschlagen. Statt die Bewegungsfreiheit der Patienten einzuschränken, haben wir Alternativen geschaffen, um die Mobilität der Heimbewohner zu erhalten.“
In den nächsten Tagen werden daher mehr als die Hälfte der 250 Betten gegen neue Niederflurbetten mit geteilten Seitengittern ausgetauscht. Bereits im nächsten Jahr hofft das DRK alle Betten gegen neue Niederflurbetten mit einem geteilten Seitengitter ausgetauscht zu haben.
Die Niederflurbetten haben den Vorteil das sie bis auf eine Höhe von 20 cm herab gefahren werden können und somit die Gefahr einer Verletzung senken. Gleichzeitig besitzt das Niederflurbett alle weiteren Funktionen eines normalen Pflegebettes und mehr. Den Bewohnern unterstützt es geleichzeitig durch eine individuelle Ein/Ausstiegshöhe.
Zum anderen trägt das geteilte Seitengitter dazu bei, dem Bewohner eine gewisse Sicherheit zu geben. Die Benutzung eines geteilten Seitengitters stellt außerdem keine freiheitsentziehende Maßnahme da solange nur ein Gitter nach oben gezogen wurde. Somit entfallen die notwendigen rechtlichen Verpflichtungen sich bei Gericht eine Genehmigung für das Anbringen eines Seitengitters zu besorgen.
Somit handelt das DRK ganz im Sinne des Werdenfelser Weg. Der Werdenfelser Weg ist eine von Garmisch-Partenkirchen ausgehende, mit großer Geschwindigkeit bundesweit wachsende Initiative von Menschen, die sich jeweils in ihrem eigenen Tätigkeitsumfeld aktiv darum bemühen, dass Fixierungen und Freiheitsentziehungen von kranken und alten Menschen vermieden werden, wo immer das vertretbar ist. Ziel ist es, freiheitsentziehende Maßnahmen auf ein Minimum zu reduzieren.

(JA)
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