Wenn Computerspiele abhängig machen

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Computerspielsüchtiger vor dem PC. (Foto: RUB/Schönberger)

PC- und Internetabhängige stehen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Studie der Universitätskinderklinik Bochum und der LWL-Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Ziel ist es, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die Computerspielabhängigkeit entsteht und verläuft. Die beteiligten Forscher vom Universitätsklinikum der RUB erhoffen sich neue Erkenntnisse, um Therapien verbessern sowie schneller und effektiver vorbeugend agieren zu können.

Die Studie ist vor kurzem gestartet und läuft noch bis Ende Juli. Beteiligen können sich Betroffene, Angehörige und Freunde, indem sie im Internet anonym einen Fragebogen ausfüllen. Auf Wunsch erhalten Studienteilnehmer am Ende des Online-Fragebogens eine kurze Einschätzung über sich bzw. die beschriebene Person.

Leitender Arzt und Kinder-Psychiater PD Dr. Rainer Siefen betont: „In vielen Familien wird die Computerspielsucht nicht oder zu spät erkannt. Wenn wir diese Sucht früh erkennen, haben wir gute Chancen, die Entwicklung von Jugendlichen in richtigen Bahnen zu lenken.“ Bundesweit gelten gut eine halbe Million Menschen bereits als internetabhängig, etwa viermal so viele als gefährdet.

Computerspielabhängigkeit stellt die mit Abstand häufigste Form der Internetabhängigkeit dar. Süchtige können wichtige soziale Kontakte verlieren sowie stark an schulischer und beruflicher Leistungsfähigkeit einbüßen. PD Dr. Bert te Wildt, Medienforscher und Oberarzt der LWL-Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, sieht weitere nachhaltige Probleme: „Während Computerspiel-Abhängige durch das Spielen ihr Belohnungssystem anregen, verlernen sie ihren zwischenmenschlichen Gefühlen und Bedürfnissen in ihrer realen Umwelt gerecht zu werden.“

Die Studienteam-Psychologen Dr. Marlies Pinnow und Kai Schönberger ergänzen: „Wie bei anderen Suchterkrankungen sind sich viele Betroffene nicht darüber bewusst, dass sie computerspielabhängig sind. Wir bieten hier allen Interessierten die Möglichkeit, sich mit Hilfe des Online-Fragebogens ein Bild über die Suchtgefährdung zu machen.“

Interessierte gelangen über folgenden Link zur Studie und zu vertiefenden Informationen: ww3.unipark.de/uc/computerspiele2013
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