Wer wird Oberbürgermeister? Ein Interview zum Projekt einer Bochumer Wählerbefragung

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Rathaus Bochum. Wer zieht hier als Oberbürgermeister für Bochum und Wattenscheid neu ein?
 
Blogger und Kommunalpolitiker Dirk Schmidt (CDU)
Bochum: Rathaus |

Am 13. September 2015 wählt Bochum einen neuen Oberbürgermeister. Bis Ende Juni suchen die drei Bochumer Stefan Laurin, Jens Matheuszik und Dirk Schmidt Teilnehmer für die Wählerbefragung www.bob-wahl.de in den drei Monaten vor der Wahl.
Dabei wird es nicht nur um den erwarteten Wahlausgang gehen, sondern auch um relevante politische Themen und Einstellungen der Bürger. Richard Roe sprach mit dem Blogger und Kommunalpolitiker Dirk Schmidt.

Richard Roe: Es ist doch sehr ungewöhnlich, dass sich mit Euch dreien für die Wählerumfrage sehr unterschiedliche Personen mit sehr unterschiedlichen Berufen zusammengetan haben, oder?

Dirk Schmidt: Ganz und gar nicht. Wir wollen mit unserer Umfrage ja sehr unterschiedliche Leute erreichen. Und da wirken so zwar drei internet-affine Blogger zusammen, aber es sind ein Journalist, ein Beamter und ein Kommunalpolitiker. Zugleich sind wir Anhänger unterschiedlicher Parteien und mit sehr verschiedenen Freundeskreisen. Wir sehen darin einen Vorteil, wenn wir uns zusammentun.

Richard Roe: Aber denkt Ihr nicht, dass Ihre Teilnehmer abschreckt, wenn sie Eure sagen wir "bemerkenswerte" Zusammensetzung sehen?

Dirk Schmidt: Vielleicht werden einige abgeschreckt. Gleichzeitig geben wir jedem der anderen Reputation. Dadurch gewinnen wir andere.
Jens ist in der SPD aktiv, ich in der CDU. Anhänger der jeweils anderen Partei würden sicher große Zweifel haben, ob die Umfragen nicht nur Wahlkampf sind. So verbürgen wir uns zu Fragen der Ernsthaftigkeit und auch des Datenschutzes gegenseitig.

Falls es uns nicht gelingt eine repräsentative Gruppe der Bochumer für unsere Befragung zusammenzustellen, dann hoffen wir, dass zumindest die Verzerrungen durch unsere unterschiedlichen Netzwerke sich gegenseitig aufheben.

Richard Roe: Datenschutz hast Du angesprochen. Online seid Ihr kritisiert worden, dass Ihr Eure Umfragen, also die derzeitige Anmeldung dafür, nicht vollkommen anonym organisiert habt. Was sagst Du zu dieser Kritik?

Dirk Schmidt: Nach Durchspielen des Aufbaus von Rechnern, Datenbanken, Log-Dateien und Tabellen stand für mich fest, dass es mit der verwendeten Software keine vollkommene Anonymität geben kann. Die Daten können nur möglichst separat verteilt werden.

Wir fragen nach Name und Vorname, können aber nicht die Wahrhaftigkeit der Angaben prüfen. Wirklich kritisch sind die Email-Adressen. Sie benötigen wir, um die Teilnehmer anzuschreiben. Mit Aufwand kann so aufgedeckt werden, welche Email-Adresse wann welche Eingabe gemacht hat. Das wollen wir nicht auswerten, können aber mit sogenannten Token nur Pseudonymität garantieren. Das halten wir für ein Problem jeglicher anderer Software, wenn nicht einige Tausende teilnehmen. Also sagen wir lieber: Nein es bleibt ein Restrisiko. Das nicht zu machen, dafür bürgen wir gegenseitig.

Richard Roe: Kannst Du noch kurz erläutern, wie Ihr vorgeht?

Dirk Schmidt: Im Gegensatz zu herkömmlichen Online-Umfragen, werden freiwillige Teilnehmer aus Bochum gesucht, die sich bereits jetzt registrieren, um dann später an den Befragungen teilzunehmen. Die zeitliche Trennung ist wichtig. Die Teilnehmer werden dann in den Sommermonaten mehrmals einen Link zu Fragen erhalten. Dabei gilt es einzuschätzen, wie viel Prozent jeweils die Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt erhalten werden.

Dirk Schmidt betreibt den Blog Schmidts-Katze.info.
Zur Umfrage gelangst Du unter www.bob-wahl.de
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1 Kommentar
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Christoph Nitsch aus Bochum | 21.05.2015 | 23:58  
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