Wie psychisch kranke Menschen in Bochums Mitte zurückkehrten

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Feierten das zehnjährige Bestehen des Rudolf-Hardt-Hauses (v.l.:) Dr. Ingo Bonde (Leiter sozialpsychiatrischer Dienst Stadt Bochum), Marita John (Geschäftsführerin Diakonie Ruhr Wohnen gGmbH), Einrichtungsleiter Dirk Felske, Pfarrer Holger Nollmann (Friedenskirche) und Diakonie-Fachbereichsleiter Eckhard Sundermann

Diakonie Ruhr feiert zehn Jahre Rudolf-Hardt-Haus

Ein Wohnheim für psychisch kranke Menschen in der Bochumer City? Mitten im Leben? Wand an Wand mit den Nachbarn? Diese Idee der Diakonie Ruhr erntete 2005 auch Skepsis. Zum zehnjährigen Bestehen des Rudolf-Hardt-Hauses ist aber klar: sie funktioniert. Und sie sichert die Teilhabe am städtischen Leben.

„Psychiatrie fand bis zu den 1980er Jahren nur in den großen Anstalten in Ostwestfalen statt. Bochum war sozusagen behindertenfreie Zone“, erinnert sich Eckhard Sundermann, Fachbereichsleiter Psychosoziale Hilfen bei der Diakonie Ruhr und einer der Begründer des Rudolf-Hardt-Hauses. „Wir haben uns dann später getraut, eine bessere Lösung an einem zentralen Ort zu finden. Es gelang im Westend. So etwas gab es in der Form nicht.“ Mit den Nachbarn an der Adolfstraße existierte von Beginn an ein entspanntes Verhältnis.

Inzwischen 55 Menschen haben in den vergangenen zehn Jahren Schutz, Sicherheit und Förderung erhalten. „Wir verstehen wir uns in erster Linie als Raum, in dem man zur Ruhe kommen und Geborgenheit finden kann“, betont Einrichtungsleiter Dirk Felske. Benannt ist sein Haus nach dem ersten Vorsitzenden des Ortsverbandes für Innere Mission.

Auf der Zehnjahresfeier forderte eine Bewohnerin von der Gesellschaft mehr Anerkennung für die, die von psychischen Störungen betroffen sind. Die Gelegenheit, mitten in der Stadt zu leben, ist im Sinne der Inklusion ein wichtiger Schritt dazu.
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Sabine Schemmann aus Bochum | 25.06.2015 | 23:55  
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