Wir bleiben Opel: Thomas Jager

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Produktionstag 24. Dezember 1969: Der für den US-Export bestimmte GT ist ein echtes „Christkind“. Thomas Jager komplettierte den Wagen mit Teilen aus seinem Exemplar.
 
„Nur fliegen ist schöner“, dichteten die Werbetexter 1968 in die Anzeigen des Opel GT.

„Wir bleiben Opel“, sagte vor einigen Wochen die Familie Lehmann, der Schließung des hiesigen Werks trotzend. Auch ein Motto für Thomas Jager.

Das erste Auto des Bochumers war Mitte der 70er Jahre ein VW Käfer. Mittel zum Zweck, keinesfalls ein Traumwagen. Das „unsachgemäße“ Parken auf dem Dach (!) beendete das Kapitel schnell. „Irgendwo hatte ich erstmals ganz bewusst einen Opel GT wahrgenommen. Von diesem Zeitpunkt an stand für mich fest, der muss es sein“, erinnert sich Jager. „1976 habe ich dann in Recklinghausen einen drei Jahre alten GT/J gekauft und ihn um ein Haar gleich beim Abholen zerlegt. Im Gegensatz zu meinem Käfer hatte er eine direkte Lenkung. Heißt: Er lenkte tatsächlich ein, wenn man am Lenkrad drehte. Der Käfer ließ sich da mehr Zeit.“
Die schicke zitrusgelbe Flunder wurde zum treuen Begleiter. Farbwechsel inklusive: „Zu Bundeswehr-Zeiten habe ich ihn schweißen müssen, bei der Gelegenheit wurde er rot lackiert. Ich habs schnell bereut.“ Ein Alltagsauto damals, natürlich. Der GT stand draußen, erhielt wenig Pflege und war dennoch ein stets treuer Begleiter.

„Zum Schrotter? Niemals!“



„Ich bin nie liegengeblieben. Selbst eine defekte Wasserpumpe hielt noch bis zur Ankunft am Ziel durch. Erst dort angekommen, hieß es dann: Wasser marsch“, betont der 59-Jährige die Richtigkeit des einstigen Werbespruchs: „Opel, der Zuverlässige“.
Irgendwann jedoch ist auch die Substanz des zuverlässigsten Kollegen verschlissen: „Er war Ende der 80er Jahre rundum durchgerostet, der TÜV hat unsere innige Beziehung beendet. Aber zum Schrotter? Niemals! Stattdessen stand er einige Jahre trocken in verschiedenen Garagen.“

„Hömma, wie lange soll das noch dauern?“



Mitte der 90er Jahre reifte dann der Entschluss, den GT zu restaurieren. Schweißdrähte und Bleche beinahe in Kilometerlänge wurden „verbraten“, ein Ende rückte jedoch nur langsam näher. Jager: „Meine damalige Freundin brachte es dann auf den Punkt: ‚Hömma, wie lange soll das noch dauern?‘ Ich sah mich auch schon als Rentner an dieser Baustelle. Da war es Zeit für einen Strategiewechsel.“
Thomas Jager kaufte einen weitgehend durchrestaurierten USA-GT. Das Exportmodell wurde am 24. Dezember 1969 in Bochum endmontiert, trug die Farbe Weiß zu einer roten Innenausstattung. „Diese Zusammenstellung war nicht meins. Ich wollte wieder Gelb, es wurde ‚Chromgelb‘, ebenfalls eine originale Opel-Farbe. Dazu packte ich die schwarze Innenausstattung meines GT in die Neuerwerbung. Auch die Vorderachse und das Getriebe wurden verpflanzt.“ Den Resten des ursprünglichen Wagens blieb auch bei dieser Aktion die Schrottpresse erspart, die Karosse kaufte ein auf GT-Restaurierung spezialisierter Betrieb.
„Seit 2004 ist das Auto nach einer Vollabnahme mit einem H-Gutachten wieder auf der Straße. Ich fahre nur noch bei schönem Wetter, im Winter wird eingemottet“, schließt Jager.
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2 Kommentare
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Volker Dau aus Bochum | 27.10.2014 | 18:54  
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Dirk Ernesti aus Bochum | 30.10.2014 | 11:33  
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