Mit den Haien schwimmen - Studenten der Technischen Beruflichen Schule 1 stellen Rettungsstation für Taucher vor

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Dennis Grzonka, Christian Häde, Zoodirektor Ralf Slabik und Tanju Yigit freuen sich über die gelungene Präsentation des Abschlussprojekts, das im Rahmen ihrer Weiterbildung zu staatlich gesprüften Technikern erarbeitet wurde. (Foto: TBS1)

Als Dennis Grzonka, Christian Häde und Tanju Yigit ihre Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker an der Technischen Beruflichen Schule 1 in Bochum begannen, hätten sie es sich nie träumen lassen, dass sie es einmal mit zwei Schwarzspitzen-Riffhaien zu tun haben würden.

Jetzt, kurz vor ihrem Abschluss, stellen die drei angehenden Techniker eine Rettungsstation vor, die die Bergung verunglückter Taucher aus dem 170.000 Liter großen Haiaquarium des Tierpark + Fossilium Bochum erleichtern soll.
Die Tierpfleger des Tierpark + Fossilium Bochum versorgen ihre rund 4.000 Schützlinge nicht nur täglich mit frischem Futter, sie sind auch für die Pflege der Tieranlagen verantwortlich. Im Aquarienhaus bedeutet das neben der Kontrolle der Technik und Filteranlagen vor allem: Scheiben putzen. Von außen ist das kein Problem, ganz anders sieht es von innen aus, wo sich mit der Zeit Algen bilden. „Einige unsere Tierpfleger sind ausgebildete Taucher. Sie schlüpfen mehrmals pro Woche in ihre Neoprenanzüge, um die Aquarienscheiben mit einem Putzer von den Algen zu befreien und wieder für klare Sicht zu sorgen. Das gilt auch für das Meerwasserbecken unserer beiden Schwarzspitzen-Riffhaie“, erklärt Zoodirektor Ralf Slabik und versichert: „Von den Haien selbst geht keine Gefahr aus, da Menschen nicht in ihr Beuteschema passen und sie somit auch kein Interesse an den Tauchern haben. Aber trotz aller Vorkehrungsmaßnahmen bleibt das Risiko, dass der Kreislauf des Tauchers zusammenbricht, er sich stößt oder sich anderweitig verletzt und gerettet werden muss.“
Um den Rettungsablauf in einem solchen Notfall zu optimieren, hat eine Projektgruppe der TBS1 Bochum eine Rettungsstation für Taucher entworfen. Diese besteht aus einer festinstallierten Basisstation, die auf der Wasseroberfläche aufliegen und unterhalb des Rettungsfensters angebracht werden soll, welches in den Technikraum des Aquarienhauses führt, sowie einer schwimmenden Rettungsschaufel zur Beförderung des verletzten Tauchers. Dennis Grzonka: „Die Herausforderung war es, den Höhenunterschied von 50 cm zwischen der Wasseroberfläche und dem Rettungsfenster zu überbrücken. Unsere Entwürfe zeigen, dass die Konstruktion mit Luftkissen ausgestattet ist, die sich mittels Kompressoren schnell und einfach aufblasen lassen und somit den Taucher nach oben befördern.“ Laut Berechnung der Studenten würde der bisherige Rettungsweg vom Becken bis zum Notarztwagen mithilfe der neuen Vorrichtung auf nur zehn Minuten reduziert. „Der Tierpark ist kein typisches Unternehmen, das man direkt mit Maschinenbau in Verbindung bringt. Für uns war es besonders reizvoll, an einem Projekt zu arbeiten, das so individuell ist und uns gleichzeitig einen spannenden Einblick in die Arbeit des Tierparks gewährt“, berichtet Zerspanungsmechaniker Christian Häde. Noch bis Ende 2017 soll die Station im Tierpark gefertigt und in Betrieb genommen werden.
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