1. Mai: Gemeinsam um Arbeitsplätze kämpfen!

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Passend zum bevorstehenden Maifeiertag war der 1. Mai das Thema der heutigen Montagsdemo. Einer der Moderatoren gab einige kurze Erläuterungen zur Geschichte des Kampftages der Arbeiter:

"Bereits 1856 streikten die Arbeiter flächendeckend in Australien für einen 8-Stunden-Tag. 1896 legten die Beschäftigten einer Fabrik für landwirtschaftliche Geräte in den USA (Chikago) die Arbeit nieder, wenig später folgte ein Generalstreik.

In Deutschland gab es einen ersten Generalstreik im Jahre 1890 und unter dem Hitler-Faschismus wurde der 1. Mai zum Tag der Arbeit umbenannt. Dabei ging es auf keinen Fall um die Stärkung der Rechte der Arbeiter und Gewerkschaften, sondern nur um Machtübernahme der NSDAP. Bereits einen Tag später wurden die Gewerkschaftshäuser gestürmt und viele Gewerkschaftler verhaftet.

Schwerpunkt unserer heutigen Debatte ist der Grund für eine Teilnahme an der Maidemo- und kundgebung."

Zur Einstimmung für die Diskussion wurde das Montagsdemolied "Nur wer kämpft, der kann gewinnen" (Melodie nach Tom Astor) gesungen. Danach entwickelte sich eine lebhafte Diskussion.

Ein Mitarbeiter von Opel meldete sich am offenen Mikrofon: "Wir tragen den gemeinsamen Kampf um unsere Arbeitsplätze auf die Straße. Dazu haben Mitarbeiter von Opel, Outokumpo (ehemals Nirosta-Steel) und weiteren Betrieben ein gemeinsames großes Transparent gestaltet, denn nicht nur bei Opel werden Arbeitsplätze vernichtet, sondern auch anderswo".

"Die Jugendorganisation Rebell beteiligt sich an der Maikundgebung, weil es um unsere Ausbildungsplätze und die spätere Übernahme in den Betrieben geht", sagte ein Redner dieser Organisation.

"Als fortschrittlicher Frauenverband kämpfen wir um die Rechte der Frau weltweit. Eine Teilnahme an der Maifeier ist obligatorisch", argumentierte eine Rednerin des Frauenverbands Courage.

Ein Sozialarbeiter der Stadt Bochum meinte: "Es geht um die Jugendarbeit und damit verbunden dem Stellenabbau. Qualifizierte Betreuung von Projekten mit Jugendlichen ist aufgrund der geringen Anzahl von Sozialarbeitern bzw. Teilzeitbeschäftigungen kaum noch möglich. Ich komme zur Demo am 1. Mai, um mich für bessere Arbeitsbedingungen in der Sozialarbeit bei der Stadt Bochum einzusetzen".

Ein Mitglied der Sozialen Liste meldete sich: "Wir protestieren gegen die Kommunalpolitik in Bochum. Besonders verurteilen wir die Schattenhaushalte der städt. Töchter wie z.B. der Sparkasse. Anstatt ein kostenloses Girokonto für Menschen mit geringem Einkommen anzubieten, wird Profisport wie der Radrennstall unterstützt. Ähnlich verhält es sich mit den Stadtwerken, die Sponsoring betreibt. Über diese Haushaltsaktivitäten der städt. Töchter braucht nicht einmal Rechenschaft abgelegt zu werden. Wir haben am 1. Mai einen Stand mit umfangreichem Informationsmaterial".

"Es geht auch um die Rechte von Migranten. In einem skandalösem Fall sollte eine Studentin aus Guinea, die hier geduldet wurde, aber einen Asylantrag gestellt hatte, durch die Ausländerbehörde Bochum abgeschoben werden. Die Frau war nach Misshandlungen von ihren eigenen Angehörigen von Menschenhändlern zunächst nach Spanien verschleppt worden, wo sie zur Prostution gezwungen wurde und danach mit Hilfe eines Mannes aus der Szene nach Deutschland geflohen. Erst durch das Einschalten des Petitionsausschusses des Landes NRW und der Ministerpräsidentin konnte die Abschiebung in letzter Stunde verhindert werden (die WAZ berichtete). Die Oberbürgermeisterin Dr. Scholz und Rechtsdezernentin Jägers waren an diesem Skandal maßgeblich beteiligt. Daher sehe ich den 1. Mai auch als Plattform zur Einforderung der Rechte der Asylbewerber", hieß es in einer Wortmeldung.

Nach einem weiteren Montagsdemolied berichteten einige Mitglieder des neu gegründeten Solikreises zur Unterstützung der kämpfenden Opelaner.

"Zur Gründungsversammlung am 24.4. kamen über 30 Leuten aus verschiedenen Organisationen, Vertrauensleuten und Betriebsratmitglieder u.a. aus Oberhausen, einigen Parteien sowie Einzelpersonen. Neben der Wahl eines Koordinierungsteam, Kassierern und Revisioren wurden bereits über 1100,00 Euro, u.a. durch Spenden, eingenommen", schilderte ein Redner.

Auch auf der heutigen Montagsdemo wurde ausgiebig für die Opelaner gespendet. "Was wird mit dem Geld gemacht, falls die Opel-Beschäftigten doch nicht streiken?", lautete eine Frage. "Dann geht das Geld an andere Streikende. Kein Cent wird veruntreut", so die Antwort.

Zum Ende der Montagskundgebung stellte sich die Frage nach dem Thema für das nächste Mal. Einer der Moderatoren schlug vor: "Wir sollten über die Schließung des Provisoriums des Pflegeheims St. Antonius Stift diskutieren. Wegen angeblicher baulicher und sicherheitstechnischer Mängel soll das ehemalige Gewerkschaftshaus zum 31.5.13 geschlossen werden. Bewohner werden gegen ihren Willen in andere Heime unter noch schlechteren Bedingungen untergebracht". Dieser Vorschlag wurde einhellig mit einer Ergänzung (Situation der Rentner) angenommen.

Wie immer endete die Kundgebung mit der Abschlusshymne.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer
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1 Kommentar
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Christoph Nitsch aus Bochum | 30.04.2013 | 12:02  
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