55. Jahrestag des Mauerbaus: -- Gedenkstättendirektor protestiert gegen DDR-Verklärung vor dem Brandenburger Tor

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Leider z.Zt. kein Zugriff auf das Original-Bild deshalb Repro eines bereits im LK von mir eingestellten Fotos.
Berlin: Gedenkstätte Hohenschönhausen | André Kockisch von der Gedenkstätte Hohenschönhausen meldet:

55. Jahrestag des Mauerbaus

Gedenkstättendirektor protestiert gegen DDR-Verklärung vor dem Brandenburger Tor -- Hubertus Knabe: „An Zynismus kaum zu überbieten“



Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat gegen eine geplante Aktion von DDR-Befürwortern am Jahrestag des Mauerbaus vor dem Brandenburger Tor protestiert. „Es ist an Zynismus kaum zu überbieten, ausgerechnet dort und an diesem Tag die tödliche DDR-Grenze zu rechtfertigen.

Das Brandenburger Tor war 28 Jahre lang Symbol der Teilung und der Unterdrückung. Die geplante Aktion einiger Ewiggestriger fügt den Angehörigen der Mauertoten und Tausenden früher inhaftierten DDR-Flüchtlingen neues Leid zu.“


Der Verein „Unentdecktes Land e.V.“

hat für Samstag (13.8.) zu einer Aktion zum „55. Jahrestag der Sicherung der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik“ auf dem Pariser Platz aufgerufen.

In dem Aufruf heißt es, die Grenze sei gebaut worden, um die Freiheit der „jetzt herrschenden Kriegstreiber und Verelender“ zu beschneiden.

Mit einem Großtransparent will der Verein „gegen die Verhöhnung der Opfer des Mauerfalls und gegen die deutschen Kriege und Kriegstreiber“ protestieren. In einem ergänzenden Text zur Aktion wird behauptet: „Schuld am Mauerbau war die BRD.“



Am selben Tag erinnern der Förderverein der Gedenkstätte und die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) vor dem Brandenburger Tor an die Opfer der Mauer.


Um 11 Uhr und um 15.30 Uhr wird der UOKG-Vorsitzende, der Vizepräsident des Brandenburgischen Landtags, Dieter Dombrowski, sprechen. Um 12.30 Uhr wird der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, zu hören sein.

Zwischen 12 und 17 Uhr berichten Zeitzeugen auf einer Bühne von ihrem Schicksal.


Die Gedenkstätte hat zwei originale DDR-Gefangentransporter zur Verfügung gestellt, die besichtigt werden können. Beide Kundgebungen werden in Sichtnähe zueinander stattfinden.



Von 1961 bis 1989 kamen mehr als 72.000 Menschen wegen des DDR-Grenzregimes in Haft. Die Zahl der Toten wird auf über 1000 geschätzt.
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Peter Gross aus Bochum | 12.08.2016 | 16:49  
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