Atomkraftwerke sind weltweit eine Zeitbombe

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Morgen jährt sich der Tag der Atomkatastrophe in Fukushima/Japan zum vierten Mal. Wie bekannt ist, hat ein Erdbeben und damit verbunden eine riesige Flutwelle diesen Supergau ausgelöst.

Das war gestern Schwerpunktthema der Bochumer Montagsdemo. Nach dem Lied "Montagsdemo angesagt" (der Gitarrist war nach seinem Urlaub wieder anwesend) eröffnete einer der Moderatoren eine lebhafte Debatte.

"Wir erinnern an die größte Havarie eines Atomkraftwerkes, die es gab. Durch die fast vollständige Zerstörung des Kraftwerkes wurden großflächig Wasser, Boden und Luft durch austretende radioaktive Strahlung verseucht und riesige Gebiete unbewohnbar gemacht. So eine Katastrophe kann sich jederzeit und an allen Orten der Welt ereignen, an denen es Kernkraftwerke gibt. Der Betreiber des AKW`s in Fukushima, die Firma Tepco, versucht nach wie vor, die Gefahr herunterzuspielen. Angeblich hat man Kontrolle über die Eindämmung der Radioaktivität und die Messwerte der Strahlung sind deutlich gesunken. Tatsächlich sind die Strahlenwerte so hoch, dass man nicht einmal einen Roboter für die Messung einsetzen kann", informierte ein Redner.

Eine Rednerin empörte sich: "Es ist ein Skandal, unter welchem Umständen dort Menschen für den Rückbau und die Dekontaminierung des AKW eingesetzt werden. Sie sollen mit primitivsten Mitteln und ohne ausreichende Schutzkleidung z.B. durch Kühlwasser verstrahlte Wände säubern. Der Einsatz am AKW Fukushima gleicht einem Himmelfahrtskommando!"

Eine weitere Rednerin sagte: "Ähnliches geschieht in Tschernobyl. Der Schutzmantel aus Beton über dem verstrahlten AKW ist inzwischen brüchig geworden und wird durch einen neuen ersetzt. Dabei sind die Arbeiter auch sehr hohen Strahlenwerten ausgesetzt".

"Die japanische Regierung versucht die Öffentlichkeit zu täuschen, weil in Japan olympische Spiele 2020 stattfinden sollen. Abe war eigens zur IOC-Vollversammlung nach Buenos Aires gereist, um Sorgen vor dem einen Problem der japanischen Bewerbung zu zerstreuen - den Folgen der Fukushima-Katastrophe. Außerdem hält dieser Staat bzw. die verantwortlichen Energiekonzerne weiterhin an der Kernkraft fest", ergänzte ein weiterer Redner.

"Doch der Widerstand gegen die Atomkraft nimmt zu", erläuterte ein Redner, "allein in Deutschland wird es über 100 Demonstrationen gegen die Kernkraft geben. In Indien wurde der Bau eines riesigen AKW durch breiten Protest der Bevölkerung gestoppt. Auch in Japan gibt es eine Anti-Atom-Bewegung".

"Alle Kernkraftwerke sind eine tickende Zeitbombe", informierte ein Moderator", denn irgendwann wird an einem oder mehreren Orten ein Unfall geschehen. Die Kernkraft ist unbeherrschbar und selbst für die Entsorgung der Kernbrennstäbe und anderem atomaren Abfall gibt es bis heute kein sicheres Endlager. Selbst wenn heute alle AKW`s der Welt abgeschaltet würden, dauerte es noch Jahrzehnte, bis diese Kraftwerke heruntergefahren wären und zurück gebaut werden könnten. Wohin dann mit dem hochgiftigen Atommüll? Trotzdem ist das sofortige Abschalten der Kernkraftwerke die einzige Alternative zu einer weltweiten nuklearen Katastrophe".

"Nur durch die zahlreichen Proteste wurde durch die Regierung der Atomausstieg von Deutschland beschlossen", hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

Nach einem musikalischen Intermezzo berichteten einige Montagsdemostrantinnen über den Internationalen Frauentag am vergangenen Samstag.

"Mehrere kämpferische Frauenorganisationen waren mit ihren Ständen auf dem Massenbergboulevard, auf einer Bühne am Platz des Kuhhirten gab es ein Kulturprogramm mit Liedern und Reden Ab ca. 15.00 Uhr demonstrierten rd. 50 Leute mehrerer kämpferischer Frauenorganisationen wie die Migrantinnen, Frauen der Solidarität International, Courage und andere und zogen mit ihren Forderungen nach Gleichberechtigung, Achtung der Menschenrechte und gegen Sexismus durch die Innenstadt. Die Presse berichtete ausführlich über diese Demonstration", schilderte eine Montagsdemonstrantin.

Eine andere Rednerin erwähnte ein anderes Thema: "Mir fällt zunehmend auf, dass psychisch Kranke durch die Stadt gehen, die von ihren Betreuern vernachlässigt werden. Diese Kranken sind teilweise gewalttätig, obwohl sie keine Schuld trifft. Die Betreuer bekommen Geld für ihre Tätigkeit und sollten sich daher mehr um ihre Patienten kümmern. Notfalls müssten diese zu Gewalt neigenden Kranken in Spezialkliniken behandelt werden".

Es gab keine weiteren Wortmeldungen. Der Themenvorschlag für die nächste Woche ist die Problematik der IGEL-Leistungen (notwendige medizinische Leistungen oder Medikamente, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden). Dadurch sind besonders Menschen mit geringem Einkommen betroffen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung.
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