Bau des Trianel Windparks Borkum erreicht die nächste Etappe

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Herzstück des Windparks - Die parkinterne Umspannplattform für den Trianel Windpark Borkum ist errichtet und betriebsbereit. (Foto: obs/Trianel GmbH/Markwart)

"Mit der Umspannplattform haben wir nicht nur die 'Steckdose' für den Windpark Borkum installiert, sondern auch die Voraussetzung für die nächste Bauetappe geschaffen", so Klaus Horstick, Geschäftsführer der Trianel Windkraftwerk Borkum, über den Projektstand. "In den kommenden Monaten werden wir die Windkraftanlagen errichten."

Die Stadtwerke Bochum sind über die Energie und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet (ewmr) mit 25 Prozent an Trianel beteiligt und damit der größte Anteilseigner. Gegründet wurde die ewmr von den Stadtwerken Bochum, Herne und Witten. Sie ist deutschlandweit die erste horizontale Kooperation kommunaler Versorgungsunternehmen. Aufsichtsratsvorsitzender der Trianel Gruppe ist Bernd Wilmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum.

Die Stadtwerke Bochum sind mit rund 37 Megawatt an dem ersten Bauabschnitt beteiligt. Mehr als 42.000 Haushalte können mit der im Windpark produzierten Strommenge ein Jahr lang versorgt werden.

Die Installationsarbeiten für die parkinterne Umspannplattform für den Trianel Windpark Borkum ist erfolgreich abgeschlossen worden. Im Baufeld, 45 Kilometer vor der Borkumer Küste, hat das Schwerlastschiff Oleg Strashnov in einer 2-tägigen Mission die rund 2.400 Tonnen schwere Plattform auf die Unterkonstruktion gehoben. Anschließend wurden Umspannplattform und Unterkonstruktion verschweißt.

Gestartet war das rund 180 Meter lange Schiff "Oleg Strashnov" im niederländischen Eemshaven. Die Plattform wurde mit dem an Bord befindlichen 5.000-Tonnen-Kram auf rund 20 Meter über dem Meeresspiegel gehoben und anschließend mit der Unterkonstruktion verschweißt.

Auf zwei Decks beherbergt die haushohe Umspannplattform die Transformatoren zur Umspannung des in den Windkraftanlagen erzeugten Stroms sowie Anlagen für die Eigenstromversorgung. Mit zwei Großtransformatoren wird der in den Windkraftanlagen produzierte Strom von der 33-kV-Spannungsebene auf die zur Übertragung an Land benötigte Spannung von 155 kV umgewandelt.

Im Mai soll die Errichtung der AREVA-M5000-Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils fünf Megawatt beginnen. Bei der Installation der Windturbinen wird das knapp 140 Meter lange Schiff Adventure rund ein halbes Jahr zum Einsatz kommen.

Die Netzanbindung ist für das 3. Quartal 2013 geplant. Bis dahin werden die Windkraftanlagen des Windparks durch zwei Dieselgeneratoren mit einer Leistung von jeweils 2,4 Megawatt mit Strom versorgt. Dies ist erforderlich, um die Technik der Windkraftanlagen vor der korrosiven Seeatmosphäre zu schützen. Gondel und Nabe werden durch ein Überdrucksystem vor der Außenluft geschützt. "Ohne eine Stromversorgung könnten die Anlagen Schäden nehmen", erläutert Horstick, "ein elektrisch betriebenes Luftaufbereitungssystem verhindert die Korrosion."

Ursprünglich war die Inbetriebnahme des Offshore-Windparks zum Jahreswechsel 2012/2013 geplant. Der neue Fertigstellungstermin ist für das 4. Quartal 2013 vorgesehen. Zentraler Hintergrund der Verzögerungen ist, das der für die Stromanbindung verantwortliche Netzbetreiber TenneT das Datum des Netzanschlusses mehrfach verschoben hat. In der Folge musste auch der Bauzeitplan gestreckt werden.

Den am Windpark beteiligten 33 Stadtwerken, unter ihnen die Stadtwerke Bochum, und Trianel sind dadurch bislang Mehrkosten im hohen zweistelligen Millionenbereich entstanden. "Trotz des Gegenwindes werden wir den Windpark gemeinsam mit unseren Gesellschaft unbeirrt weiterbauen und fertig stellen", so Klaus Horstick, Geschäftsführer der Trianel Windkraftwerk Borkum.
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Dr. Volker Steude aus Bochum | 16.04.2013 | 18:41  
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