Bericht über die Delegiertenkonferenz der Bundesweiten Montagsdemo

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  Bei trockenem und relativ milden Wetter kamen rd. 20 Personen zur Montagskundgebung. Themenschwerpunkt war der Bericht über die Delegiertenkonferenz der Bundesweiten Montagsdemo in Kassel. Zwei Delegierte von der Bochumer Montagsdemo nahmen an dieser Tagung teil.

Nach dem Auftaktlied "Montagsdemo angesagt" schilderte einer der Moderatoren, der zugleich Delegierter für Kassel war, den Ablauf der Versammlung.

"Mit rd. 70 Teilnehmern, davon 53 Delegierte von 30 Montagsdemonstrationen aus ganz Deutschland war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt, es mussten sogar noch Stühle geholt werden. Es kamen Vertreter der Montagsdemos u.a. aus Hamburg, Berlin, München, Dresden, Nürnberg, Saarbrücken und dem Ruhrgebiet sowie viele Gäste. Die Koodinierungsgruppe berichtete über ihre Tätigkeit und legte Rechenschaft gegenüber den Delegierten ab. Danach meldeten sich die Delegierten der einzelnen Montagsdemos und die allgemeine Diskussion begann. Besondere Themenschwerpunkte waren PEGIDA und die sog. Montagsmahnwachen. Diese 'Kundgebungen für einen weltweiten Frieden' hatten nur den Zweck, die Montagsdemobewegung zu spalten, denn in vielen Städten meldeten diese Organisatoren die Montagsmahnwachen zum gleichen Zeitpunkt und am gleichen Ort wie die Montagsdemonstrationen an.Es wurde einhellig begrüßt, dass sich die PEGIDA-Bewegung gespaltet hat und die Montagsmahnwachen sich auch mehr und mehr auflösen. Weiterhin im Kreuzfeuer der Kritik standen die Hartz-Gesetze, insbesondere die geplante Pauschalierung der Kosten der Unterkunft. Ein Delegierter der Berliner Montagsdemo sagte, dass die Zwangsräumungen von Wohnungen deutlich zugenommen hat. Ebenfalls gab es Vorschläge zum Mindestlohn und zur Erhöhung des steuerfreien Existenzminimum im Zusammenhang mit dem Mindestlohn. Weiterhin wurde über den Aktionstag der Bundesweiten Montagsdemo vom 8.12.14 (Wir haben die Schließung von Opel nie akzeptiert und tragen die Fackel des Widerstands weiter), über das Engagement der Montagsdemo für die Umwelt und die Jugendarbeit berichtet".

Ein Redner ergänzte: "Außerdem wurde eine neue Koordinierungsgruppe gewählt und der Termin für die nächste Herbstdemo 2015 beschlossen. Er findet am 3. Oktober 2015 statt".

Einer der Delegierten der Bochumer Montagsdemo sagte: "Ich habe auch für die Koordinierungsgruppe kandidiert und bin gewählt worden. Darüber freue ich mich sehr".

Eine Montagsdemonstrantin meldete sich: "Es ist gut, dass die Koordinierungsgruppe den Kampf gegen die Hartz-Gesetze in den Mittelpunkt gerückt hat. Auch in Bochum ist die Pauschalierung der Warmmieten im Gespräch. Sollte das Gesetz werden, wären viele der jetzigen angemessenen Wohnungen für Bedürftige zu teuer und die Obdachlosigkeit würde drakonisch ansteigen, da es entsprechend billige Wohnungen in Bochum kaum gibt. Ich habe Verständnis für die Flüchtlinge, aber es dürfen nicht die eigenen Leute aus den Wohnungen vertrieben werden".

Nach einem musikalischen Intermezzo wechselte das Thema. Eine Erzieherin der Stadt Bochum berichtete von den Warnstreiks im öffentlichen Dienst: "Nachdem die Tarifverhandlungen stockten, gab es großen Protest in ganz NRW. Viele Kitas blieben geschlossen und die Beschäftigten gingen auf die Straße. Ich war bei einer großen Demonstration in Herne. Die Warnstreiks werden am kommenden Freitag fortgesetzt, dann gibt es eine Demo in Bochum, wo ich reden werde".

Nach weiteren Wortmeldungen berichtete die Delegierte der Bochumer Montagsdemo für die Tagung der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo: "Nach der Tagung hatten wir noch etwas Zeit, Kassel zu erkunden. Wir entdeckten nahe der Fulda einen Lehrbauernhof für Kinder und Jugendliche. Hier lernen die Kinder spielerisch den Tagesablauf auf einem Bauernhof und haben einen Riesenspaß mit dem Kontakt zu den Tieren wie Hühnern, Kaninchen, Schafen usw.. Alle Tiere werden artgerecht gehalten und haben viel Auslauf. So etwas sollte es auch in Bochum geben. Dazu böte sich das ehemalige Opel-Gelände südlich der Schattbachstr. in Bochum-Laer an".

Alle Montagsdemonstranten begrüßten diese Idee.

Nachdem das Thema für die nächste Montagsdemo beschlossen wurde (Debatte über einen neuen Mindestlohn), endete die Kundgebung mit der bekannten Abschlusshymne.

Ulrich Achenbach
Moderator

P.S. Es sind einige Fotos von der Delegiertenkonferenz und der Stadt Kassel beigefügt.
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1 Kommentar
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Christoph Nitsch aus Bochum | 24.03.2015 | 23:16  
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