Bochum/Herne/Witten / "Raserunfälle" - Jeder Verkehrstote sollte uns Lebenden die Augen öffnen!

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Bochum: Junger Fahranfänger stirbt mit nur 18 Jahren auf der Königsallee (Foto: Polizei Bochum)
 
Alkohol enthemmt - Beifahrerin überlebt schweren Verkehrsunfall (Foto: Polizei Bochum)
 
Unter Alkoholeinfluss auf der Ardeystraße in den Tod gerast (Foto: Polizei Bochum)
"Raserunfälle" - Jeder Verkehrstote sollte uns Lebenden die Augen öffnen!

schreibt PHK Volker Schütte...

Seit 2010 sind auf den Straßen unserer drei Städte leider 48
Menschen tödlich verunglückt - 30 in Bochum, zehn in Herne und acht
in Witten. Zwölfmal war eine zu hohe Geschwindigkeit die Ursache -
auch bei den drei folgenreichen Unfällen, die ich nachfolgend noch
einmal ins Gedächtnis rufe.

Schon auf dem Weg zu einer solchen Unfallstelle wissen wir, was
uns erwartet. Wir sehen, wie schwerst verletzte Personen in total
zerstörten Fahrzeugen sterben. Wir nehmen Feuerwehrmänner wahr, die
alles geben, um eingeklemmte
Menschen aus den Autos zu befreien. Wir
unterstützen die Rettungssanitäter, halten die Infusionsflaschen oder
helfen beim Tragen der Bahre. Wir fahren mit den Notfallseelsorgern
zu den Angehörigen und übermitteln die Nachricht, dass ein geliebter
Mensch gerade verstorben ist oder auf der Intensivstation mit dem
Leben ringt. Wir wissen, dass sich das Leben im engeren und weiteren
Umfeld des Unfallopfers ab sofort für Jahre verändern wird. Und jedes
Mal wird uns in einer solchen Situation bewusst, dass auch die
Fahrgeschwindigkeit über die Unfallfolge entscheidet - sie
entscheidet über Leben und Tod.

Bochum: Junger Fahranfänger stirbt mit nur 18 Jahren auf der
Königsallee

In der Nacht zum 14. Oktober 2012 regnet es und die Fahrbahn der
Königsallee ist gegen 02:00 Uhr noch nicht ganz abgetrocknet. Die
Straße verläuft in einer lang gezogenen Linkskurve und weist ein
leichtes Gefälle auf. Auf dem nicht beleuchteten Teilabschnitt sind
70 km/h erlaubt. All das sind Fakten.

Fakt ist aber leider auch, dass der 18-jährige Fahranfänger mit
seinem Seat Ibiza zum Unfallzeitpunkt mit überhöhter Geschwindigkeit
dort in Richtung Stiepel unterwegs ist, als er ca. 500 Meter nördlich
der Straße "Im Haarmannsbusch" nach links von der Fahrbahn abkommt
und in den dortigen Grünstreifen gerät.

Bei der anschließenden Drehung des Pkw kollidiert dieser mit einem Baum, dreht sich weiter und steigt in die Höhe. Im Folgenden schlägt das Auto mit der
Fahrertür gegen einen zweiten Baum, rollt sich dann über die
Längsachse auf das Fahrzeugdach und wird hier in zwei Teile
zerrissen. Die Türen sowie beide Sitze werden herausgerissen und der
nicht angegurtete junge Mann aus dem Fahrzeug geschleudert.

Der 18-Jährige ist sofort tot! Er hatte keine Chance, diesen
grausamen Unfall zu überleben.

Den Einsatzkräften und Augenzeugen muss sich ein grauenvolles Bild
der Zerstörung geboten haben. Bilder eines solchen Unfalls brennen
sich ein und lassen einen nie mehr los!

Ein Augenblick "Volle Beschleunigung" hat hier im Bruchteil einer
Sekunde ein junges Leben voller Zukunftsperspektiven ausgelöscht und
bei der Familie sowie Freunden dauerhaft eine unendliche Traurigkeit
und Hilflosigkeit ausgelöst.

Herne: Alkohol enthemmt - Beifahrerin überlebt schweren
Verkehrsunfall


Ein junger Mann ist am Abend des 21. April 2012 mit einer
Bekannten in seinem Auto auf der Bielefelder Straße unterwegs. Beide
kommen von einer Feier, es ist regnerisch und dunkel.

Die Unfallörtlichkeit ist durch Straßenlaternen beleuchtet und gut
überschaubar. Insbesondere wird hier durch Verkehrszeichen auf eine
Sperrfläche hingewiesen, die auf eine eingebaute Querungshilfe führt.

Dieser Bereich wird von einer baulichen Erhöhung eingefasst. Zudem
sind zur Verkehrsberuhigung in beide Fahrtrichtungen sogenannte
"Berliner Kissen" vorhanden.

Nach Zeugenaussagen fuhr der junge Mann deutlich schneller als die
erlaubten 30 km/h, so dass er zunächst auf das "Berliner Kissen"
aufsetzte und dadurch die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor.
Der
Wagen kollidierte dann mit einem am rechten Fahrbahnrand geparkten
Pkw, der aufgrund der unheimlichen Wucht des Aufpralls auf den
gegenüberliegenden Gehweg geschleudert wurde, dabei einen weiteren
geparkten Wagen touchierte und schließlich gegen einen Masten
schleuderte.

Die Bilanz des Unfalls: Drei stark beschädigte Fahrzeuge, ein
beschädigter Mast und eine beschädigte Hauswand. Schlimmer ist hier
allerdings, dass die Beifahrerin sich in dem Glauben, ihr Bekannter
könne noch fahren, vertrauensvoll in dessen Auto gesetzt hat und bei
diesem Unfall schwer verletzt worden ist.


Der junge Mann stand zum Zeitpunkt des Unfalls unter erheblicher
Alkoholeinwirkung, wegen der es vermutlich zu der unangepassten
Geschwindigkeit
kam. Er hat dadurch das Leben eines Menschen
leichtfertig aufs Spiel gesetzt - nur durch großes Glück hat die Frau
diesen Unfall überlebt!


Witten: Unter Alkoholeinfluss auf der Ardeystraße in den Tod
gerast


Ein sonniger Tag geht zu Ende. Es ist der 3. Juni 2010, als zwei
Freunde, beide Anfang 30, mit einem Ford Focus in Witten unterwegs
sind. Die Ardeystraße liegt außerhalb geschlossener Ortschaften, 70
km/h sind hier erlaubt.

Dem Fahrzeugführer reicht diese Geschwindigkeit aber
offensichtlich nicht aus und er gibt ordentlich Gas.
Im Verlauf einer
Rechtskurve verliert er die Kontrolle über den Ford, der nach rechts
von der Fahrbahn abkommt und in den unbefestigten Waldboden gerät.
Nach der Kollision mit einigen Sträuchern und Bäumen wird der Pkw in
die Höhe katapultiert. Er dreht sich um seine Längsachse, fällt zu
Boden und bleibt auf der rechten Fahrzeugseite liegen.

Den Rettungskräften bietet sich ein erschreckendes Bild von einem
völlig zerstörten Auto und zwei offensichtlich schwer verletzten
Personen.

Dem Fahrer können sie nicht mehr helfen, er verstirbt noch
an der Unfallstelle.
Der Beifahrer, der im Pkw unter dem Fahrer
eingeklemmt wird, überlebt diesen schlimmen Unfall mit schweren
Verletzungen.

Es wird sich später herausstellen, dass der Fahrer zum
Unfallzeitpunkt stark alkoholisiert war. Nach Zeugenaussagen fuhr er
nicht nur mit überhöhter Geschwindigkeit, sondern auch erkennbar in
Schlangenlinien.
Diese Kombination barg für die beiden Freunde eine
tödliche Gefahr, der sich der Fahrer nicht entziehen konnte. Glück im
Unglück hatte nur der Beifahrer - dessen Leben nun von dieser
Tragödie für immer überschattet bleiben wird.


Unser Fazit:

Jeder dieser drei Unfälle hat seine eigene Geschichte. Sie sind
nicht einfach passiert, sondern wurden von Menschen verursacht - und
sind damit auch vermeidbar.

Unser Ziel ist es, den entscheidenden Einfluss, den die
Fahrgeschwindigkeit auf die Folgen eines Verkehrsunfalls hat, ins
Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmer zu rufen.

Wir wissen, dass dort, wo eine hohe Kontrolldichte herrscht, sich
die Durchschnittsgeschwindigkeit reduziert und die Zahl der Getöteten
sowie Schwerverletzten zurückgeht.
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3 Kommentare
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Volker Dau aus Bochum | 12.04.2016 | 14:16  
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Michael Stasch aus Bergkamen | 12.04.2016 | 17:32  
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Volker Dau aus Bochum | 12.04.2016 | 18:13  
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