Bogestra (Straßenbahn Bochum/Gelsenkirchen) weist rund 145 Millionen Fahrgäste 2015 auf

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Die Ausmusterung der störanfälligen Siemens-Niederflurstraßenbahnen vom Typ NF6D (im Bild) soll bei der Bogestra vorangetrieben werden. Schon im September werden die ersten Exemplare des Nachfolgers erwartet. (Foto: Andreas Molatta)
Bochum: BOGESTRA Hauptverwaltung |

Fahrgastzahlen weiterhin stabil auf hohem Niveau und eine abermalige Bestätigung der Verlässlichkeit für Städte und Kreise auf finazieller Ebene: Das sind die zentralen Ergebnisse des Geschäftsjahres 2015 für die Bogestra.

So waren im Jahr 2015 144,9 Millionen Fahrgäste unterwegs, dies waren 200.000 mehr als im Jahr zuvor. Das von den Städten und Kreisen im Betriebsgebiet auszugleichende Ergebnis beträgt die anvisierten rund 57,8 Millionen Euro. Erreicht wurde die finanzielle Verlässlichkeit für die Kommunen auch durch den im Jahr 2015 erbrachten Restrukturierungsbeitrag der Mitarbeiter von 10,15 Millionen Euro. Dadurch erhöhte sich die seit 2002 durch den Tarifvertrag Nahverkehr erbrachte Einsparungsleistung auf rund 95 Millionen Euro.

Große Herausforderung bei Schienenfahrzeugen aufgrund von technischen Schierigkeiten


Hoch zu bewerten sind diese Ergebnisse angesichts der großen Herausforderung, der sich das Unternehmen im Schienenfahrzeugbereich gegenübersah. Aufgrund von technischen Schwierigkeiten bei den Siemens-Niederflurstraßenbahnen vom Typ NF6D waren erhebliche Anstrengungen notwendig, um den sicheren Betrieb der Fahrzeuge zu gewährleisten sowie für die Kunden weiterhin ein gutes Angebot zu realisieren. Zur nachhaltigen Problemlösung wurde im Jahr 2015 die Ersatzbeschaffung für 42 Niederflurstraßenbahnen auf den Weg gebracht.
Die im Jahr 2014 bereits deutlich spürbare Veränderung hin zum SozialTicket/Mein Ticket setzte sich fort. So ist im letzten Jahr dort ein Anstieg der Verkaufszahlen um rund 21 Prozent zu verzeichnen. Diese Entwicklung ging einher mit Rückgängen bei Bartickets und dem Wechsel weiterer Kunden zu preiswerteren Ticketarten. Fortgesetzt haben sich auch die rückläufige Entwicklung bei den Schülerzahlen und entsprechende Auswirkungen bei den SchokoTickets.
Die Brutto-Investitionssumme verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 70,1 Millionen Euro. Zum einen wurden die verkehrlichen und städtebaulichen Großprojekte "Erweiterung Linie 310" (Bochum-Langendreer/Witten) sowie "Modernisierung Horster Straße/Linie 301" (Gelsenkirchen) fortgesetzt, zum anderen wurde in neue Busse investiert.

Investitionen von rund 378 Millionen Euro über zehn Jahre

Außerdem schlägt die Neubeschaffung der 42 Bahnen zu Buche. Die Investitionssumme von rund 110 Millionen Euro wird über den Kapitalmarkt aufgebracht. Teil davon ist ein Kredit über 34 Millionen Euro, den die Bogestra von der KfW IPEX-Bank erhalten hat. Ein weiterer Kredit in Höhe von fünf Millionen Euro wurde für die Anschaffung von Bussen aufgenommen. Partner ist hier die Sparkasse Bochum. Für die vergangenen zehn Jahre kommt die Bogestra auf eine Brutto-Investitionssumme von rund 378 Millionen Euro.

Bogestra erreichte mit 110 Auszubildenden in 16 verschiedenen Berufen einen Bestwert


Mit 110 Auszubildenden im Jahr 2015 erreichte die Bogestra einen Bestwert, wenn es darum geht, jungen Menschen eine Zukunftschance zu bieten. Das Unternehmen zeichnet sich dabei weiterhin durch die vielfältige Tätigkeitsfelder aus, die es anbietet: In bis zu 16 Berufen werden Ausbildungsplätze angeboten.
Wichtig für die Bogestra ist und bleibt, dass der Berufseinstieg mit den verschiedensten Schulabschlüssen möglich sein muss. Auch für Hauptschüler hat das Unternehmen Ausbildungsangebote. Seit einigen Jahren werden "Bogestraner" regelmäßig im dualen Studium ausgebildet. Weiterer Pluspunkt: Die Auszubildenden werden in der Regel übernommen.

Problemfahrzeuge sollen bis Ende 2017 ausgemustert werden


Um die problembehafteten NF6D-Fahrzeuge möglichst bald ausmustern zu können, wurde mit dem Hersteller der neuen Niederflurbahnen, der Firma Stadler Pankow, vereinbart, dass die Auslieferung der ersten acht weiteren Variobahnen noch in diesem Jahr erfolgt. Das erste Fahrzeug wird im September erwartet.
Auf den Weg gebracht wurden auch Projekte zur Verbesserung der digitalen Fahrgastinformation. So wurde mit dem Ausbau des Betriebsleitsystems (ITCS) für den Schienenverkehr begonnen. Dieser soll bis Ende 2017 abgeschlossen sein und – wie bereits jetzt bei den Buslinien möglich – Ist-Informationen zu den Fahrten der Straßenbahnen zur Verfügung stellen. In einem Pilotprojekt werden außerdem an zwei Bushaltestellen neuartige barrierefreie Anzeigesysteme erprobt. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich sein, ist die Ausstattung weiterer Haltestellen geplant.
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2 Kommentare
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Volker Dau aus Bochum | 03.07.2016 | 18:57  
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Volker Dau aus Bochum | 04.07.2016 | 20:34  
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