Dank Gutmütigkeit nochmal ums Gefängnis herumgekommen

Anzeige
"Oskar der letzte Grüne" meint: "Arme Säcke" für 48 Tage in den Knast zu schicken macht sicher keinem Vollstrecker des Haftbefehls Freude!" TPD-Foto:Volker Dau
Bochum: Polizeipräsidium Bochum | PHK Volker Schütte berichtet von einem besonderen Flurgespräch:

Ein "Flurgespräch": Dank Gutmütigkeit nochmal ums Gefängnis herumgekommen!

Es ist sicherlich ungewöhnlich, dass ein sogenanntes "Flurgespräch" unter Kollegen zu einer Pressemeldung führt. Heute aber schon!

Da trifft man am Morgen im Präsidium auf einen alten Bekannten, der als Zivilpolizist des Einsatztrupps seinen Dienst auf den Straßen von Bochum versieht. Und irgendwie erzählt der Beamte von einem zunächst ganz normalen, dann aber doch "irgendwie anders" verlaufenden Einsatz in der Innenstadt, der schon gut zwei Wochen zurückliegt.

Bei der Überprüfung eines knapp 30-jährigen Mannes hatte sich herausgestellt, dass dieser wegen eines Diebstahldeliktes noch eine Strafe von 562 Euro zu zahlen hat, oder aber, wenn nicht zahlungsfähig, ersatzweise für 48 Tage ins Gefängnis muss.

Konnte der Bochumer diesen Betrag zahlen? Zunächst nicht!

Daraufhin begab sich eine ebenfalls anwesende Bekannte des Mannes zu einem in der Nähe gelegenen Geldautomaten, um ihre Ersparnisse abzuheben - immerhin 500 Euro.

Ein Anwohner, der die Situation mitbekommen hatte, griff spontan in sein Portmonee und legte die noch fehlenden 62 Euro "drauf".

Damit hatte sich die "Sache" erledigt! Der Bochumer musste dank gutmütiger Menschen nicht ins Gefängnis und wird hoffentlich auch nie wieder straffällig werden. Das wäre für ihn und für uns der beste Weg!

Kommentar von Volker Dau:

Eine nette Geschichte die PHK Volker Schütte hier wiedergegeben hat!

Doch was ist das für ein Staat der "arme Menschen" für eine Strafe von 562 Euro 48 Tage ins Gefängnis schicken will?

Das geschieht während Schwerkriminelle wie mehrfache Urkundenfälscher, Drogendealer etc. in Freiheit weitere Straftaten begehen!

Da sollte es doch bessere Lösungen, auch in meinem Heimatland NRW geben!

In Hessen wird in solchen Fällen wenn es sich um einen Ersttäter handelt noch kurz vor der Verhaftung von der Staatsanwaltschaft dem Menschen angeboten die Strafe zu einem bestimmten Tagessatz in sozialen Einrichtungen abzuarbeiten!

Das halte ich für eine verdammt gute Lösung! Erspart dem Land teure "Knastkosten" und der Polizei die Verhaftungsarbeit!

3
Diesen Mitgliedern gefällt das:
3 Kommentare
15.384
Volker Dau aus Bochum | 18.01.2017 | 13:00  
2.519
Detlef Albrecht aus Menden (Sauerland) | 18.01.2017 | 13:50  
36.486
Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 18.01.2017 | 17:04  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.