Der Bundestag hat gestern beschlossen, dass Ermittlungsbehörden mehr Möglichkeiten bekommen, Smartphones oder Computer von Tatverdächtigen heimlich zu überwachen.

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Bochum: G Data | Christian Lueg,Public Relations Manager bei G-Data übermittelte folgende Infos:

Der Bundestag hat gestern beschlossen, dass Ermittlungsbehörden mehr Möglichkeiten bekommen, Smartphones oder Computer von Tatverdächtigen heimlich zu überwachen. In konkreten Verdachtsfällen soll auch die Durchsuchung von Geräten zulässig sein. Dies soll ausschließlich auf richterlichen Beschluss hin geschehen.

Waren diese Maßnahmen bisher nur für die Terrorprävention vorgesehen, so soll diese Überwachung und Durchsuchung nun auch bei weitaus mehr Delikten zum Einsatz kommen.

Stein des Anstoßes vieler Gegner des Beschlusses ist die Verletzung der Privatsphäre von Bürgern sowie die Tatsache, dass eine Durchsuchung der Daten auf überwachten Geräten auch rückwirkend möglich sein soll.

Das heißt, Strafverfolger hätten auch Zugriff auf solche Daten, die vor dem Zeitpunkt liegen, zu der die richterliche Verfügung erstellt wurde, wie etwa auf ältere Daten auf einer Festplatte.

Den Einsatz staatlicher Überwachungs- und Spionagesoftware sehen auch viele Sicherheitsexperten mit gemischten Gefühlen.

Einerseits möchte man Straftaten verhindern beziehungsweise aufklären, was sicherlich im Interesse der Gesellschaft ist.

Andererseits befürchtet man einen juristischen Erdrutsch, der nach Meinung von Kritikern dazu führt, dass massenhaft und aus geringerem Anlass eine so genannte „Quellen-TKÜ“ angeordnet wird.

Die Debatte um die Überwachung und Onlinedurchsuchung ist also nicht unproblematisch und es mangelt nicht an polarisierenden Statements aus beiden Lagern.


Tim Berghoff, G DATA Sicherheitsexperte: „Natürlich gibt es Anwendungsbereiche, in denen Cyber-Werkzeuge der Ermittlungsbehörden Straftaten oder Terroranschläge verhindert haben oder zur Aufklärung dieser erfolgreich eingesetzt wurden.

Andererseits haben die Erfahrungen und Berichte der letzten Monate deutlich gezeigt, dass es fatale Auswirkungen haben kann, wenn diese in die falschen Hände geraten.

So stammt eine der Grundlagen unter anderem für die WannaCry-Ransomware aus Beständen eines US-Geheimdienstes.

Diese wurden durch eine Hackergruppe öffentlich gemacht, sodass potenzielle Angreifer hier praktisch gebrauchsfertige Angriffsprogramme an die Hand bekamen.

Der Schutz dieser Werkzeuge vor unbefugtem Zugriff steht hier an erster Stelle. Es ist schlechterdings aber unmöglich eine hundertprozentige Garantie dafür zu geben, dass die eingesetzten Technologien und Cyber-Waffen nicht in falsche Hände geraten. Hier ist also besondere Vorsicht geboten.“
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7 Kommentare
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Brigitte Böhnisch aus Bochum | 23.06.2017 | 17:54  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 23.06.2017 | 19:02  
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Detlef Schumann aus Bochum | 23.06.2017 | 21:48  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 23.06.2017 | 22:06  
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Detlef Schumann aus Bochum | 23.06.2017 | 23:20  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 23.06.2017 | 23:30  
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Volker Dau aus Bochum | 24.06.2017 | 11:28  
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