Die AfD informiert: Der Haupt- und Finanzausschuss oder Der Kämmerer und die Fremdwährungskredite

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(Foto: Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt)
Bochum: Rathaus | Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bochumer und BochumerInnen!

Am Mittwoch schrieb die WAZ Bochum noch von dem Bemühen des Kämmerers, die Verluste, die auf die Stadt Bochum (und somit auf jeden Bürger der Stadt) durch die Fremdwährungskredite zu kommen, möglichst gering zu halten.
WAZ - Kämmerei will den Schaden so gering wie möglich halten
Leider verließ der WAZ-Redakteur die Sitzung des Haupt- und Finanzauschusses recht frühzeitig. Wenn er nicht gegangen wäre, dann hätte er noch erleben dürfen, wie "das Bemühen", "die Hoffnungen" und "der Glauben" des Kämmerers durch das AfD-Ratsmitglied Christian Loose ein klitzekleines bißchen demontiert wurden.

Hier die Rede vor dem Haupt- und Finanzausschuss:

"Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrte Damen und Herren!

Der Kämmerer erklärte in der Ratssitzung und heute im Haupt- und Finanzausschuss, dass ein Stop-loss-Geschäft bei einem Kurs von 1,20 nicht funktioniert hätte.

Damit alle wissen, was ein Stop-loss-Geschäft ist, bediene ich mich dem Börsenwissen der ARD:
„Für Anlageprofis sind Stop-Loss-Order ein alltägliches und selbstverständliches Werkzeug. (…) Sie können eine Menge Verluste ersparen.
Mit einer Stop-Loss-Order, die wie ein normaler Wertpapierauftrag erteilt wird, bestimmt der Anleger einen Kurs unterhalb der aktuellen Notierung, bei dem ein Verkaufsauftrag für das Papier ausgelöst werden soll. Der Sinn dahinter: So kann der Anleger (…) Verluste begrenzen. Dabei stellt der angegebene Stop-Kurs keine Kursgarantie dar: Erreicht der Kurs diese Marke, verwandelt sich der Auftrag automatisch in eine(n unlimitierte Verkaufsauftrag) (…). Damit kann der Verkaufskurs auch unter oder (was freilich seltener ist) über dem Stop-Kurs liegen.“

Um zu zeigen, was hier mit dem Franken-Kredit passiert ist, bediene ich mich einer Analogie aus der Verkehrswelt:
Sie fahren auf der Autobahn sehr dicht auf, praktisch Stoßstange an Stoßstange. Dann kommt ein Schild mit dem Warnhinweis „Wildwechsel“. Und nach ein, zwei Kilometer macht ihr Vordermann aufgrund eines über die Fahrbahn laufenden Hirsches plötzlich eine Vollbremsung. Sie können aufgrund des geringen Abstandes nicht mehr reagieren und fahren diesem voll rein.
Danach werden Sie von der Polizei gefragt, warum Sie denn nicht bremsen konnten und sie antworten darauf, dass das ja wohl nicht ginge bei einem Abstand von nur einem Meter zum Vordermann. Das Konzept des „Bremsens“ funktioniere ja wohl nicht. Die Erklärung ist für die Polizei natürlich ‚einleuchtend’ und die Polizei lässt Ihnen deshalb auch ihren Führerschein.
So in etwa läuft das hier im Stadtrat. Der Unfallverursacher tischt ein paar Märchen auf und die Polizei, also wir als Stadtrat, erlauben ihm einfach weiterzufahren.
Da erklärt dieser Mann, der für einen Schaden von weit über 60 Mio. Euro verantwortlich ist, dass er das Instrument stop-loss nicht nutzen konnte, da es bei einem Kurs von 1,20 ja wohl nicht funktionieren würde. Dabei hat er lediglich den falschen Sicherheitsabstand gewählt!
Ja, wenn man 1,20 als Grenze für einen Stop-loss wählt und der Kurs unter 1,20 gefallen ist, dann weiß jeder auf der Welt, dass die Schweizer Zentralbank den Kurs nicht mehr stützen wird und es geht dann automatisch in die „Vollbremsung“ oder bei uns in den Keller mit dem Kurs. Jetzt bringt eine Stopp-loss-Order gar nichts, da der nächste Kurs, wo man ein Geschäft abschließen kann plötzlich 20 oder 30 Cent niedriger ist. Es käme zu einem wirtschaftlichen Totalschaden. Das Instrument „Stop-loss“ hätte nach dieser Aussage genauso versagt wie in unserem Beispiel das Instrument „Bremsen“.
Ein guter Autofahrer wählt aber einen geeigneten Sicherheitsabstand. So würde auch ein erfahrener Finanzexperte agieren. Dieser hätte somit den Stop-loss-Kurs nicht bei 1,20 gewählt, sondern leicht darüber, z.B. bei 1,201 oder 1,202. Das wäre nur 0,1% höher gewesen. Und schon funktioniert das Ganze. Die Warnschilder – wie bei unserem Beispiel das Schild mit dem Wildwechsel – waren da. Über Monate fiel der Euro gegenüber dem Dollar und auch der Kurs des Schweizer Franken näherte sich Stück für Stück der 1,20. Es war nur eine Frage der Zeit, wann der Druck für die Schweizer zu hoch wurde. Als die EZB dann ihr riesiges Ankaufprogramm von Staats-Anleihen verkündigte, flohen die Menschen aus dem Euro und in den Franken. Die Schweizer konnten dem Druck nicht standhalten. Hätten die Schweizer noch länger gewartet, dann wären die Verluste für die Schweiz noch viel höher gewesen. Für diese schnelle und vor allem lautlose Entscheidung zolle ich den Schweizern meinen vollen Respekt.
Also, die Warnschilder waren da und das Instrument Stop-loss hätte bei einem Sicherheitsabstand wunderbar funktioniert und die Bochumer hätten nun rund 30 Mio. € mehr zur Verfügung, um Straßen zu sanieren, Flüchtlingsheime zu bauen oder einfach nur Schulden abzubauen.
Und man muss sich auch vor Augen führen. Vor dreieinhalb Jahren haben uns die Schweizer mit der Einführung des Mindestwechselkurses ein Geschenk gemacht. Und was machen Kämmerer und die Mehrheit im Rat: Sie werfen das Geschenk einfach in den Müll.
Noch am Rande zu der Behauptung, dass auch Optionen nicht funktioniert hätten bzw. zu teuer gewesen wären. Natürlich sind Optionen nah am Geld sehr teuer. Die 5 Mio. € für die jährliche Absicherung zeigen aber auch, dass das Geschäft von vorneherein ein riskantes Geschäft und ein Geschäft mit einem negativen Erwartungswert ist, wenn wir pro Jahr bspw. nur 2 Mio. € an Zinsen einsparen. Aber auch hier will der Kämmerer Sie hinter das Licht führen. Niemand will doch eine Option nah am Geld, also hier bei 1,20 kaufen, wenn der Kurs selbst um 1,20 liegt. Sowas ist viel zu teuer. Aber es geht ja auch darum, extreme Veränderungen abfangen zu können. Hier wäre aber z.B. die Möglichkeit gewesen, sich durch eine Verkaufsoption mit einem Basispreis von 1,15 den Kurs von 1,15 zu sichern. Eine solche Absicherung von fünf Cent unter dem aktuellen Kurs hätte damals etwas mehr als eine 1 Mio. € gekostet. Man hätte den größten Schaden verhindern können.
Dass Sie, Herr Dr. Busch diese Instrumente nicht gewählt haben, kann nur bedeuten, dass Sie entweder diese Instrumente nicht kannten oder dass Ihnen das Schicksal der Bochumer Bürger egal war. Ich finde es unglaublich beschämend für eine solch wunderbare Stadt wie Bochum, wenn bei zentralen Positionen in der Verwaltung Parteisoldaten der Vorzug vor Fachleuten gegeben wird."
(Quelle: AfD Bochum)

Lassen Sie, liebe Leser, dem Kämmerer seinen Glauben und urteilen Sie bitte über die Sorglosigkeit, mit der hier unsere Steuergelder verschwendet werden. Denn eins muss sich jeder merken: Mit Geld ist es wie mit Energie, nichts geht verloren! Es landet nur in anderen Taschen!

Demnächst mehr von unserer Arbeit!
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Volker Dau aus Bochum | 13.02.2015 | 12:06  
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