Ein "zauberhafter" Neujahrsempfang der Kirchen

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Diskutierten engagiert auf dem Ökumenischen Neujahrsempfang der Kirchen (v.l.n.r.): Stadtdechant Michael Kemper, Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Superintendent Dr. Gerald Hagmann.
Der Ökumenische Neujahrsempfang der evangelischen und katholischen Kirche am vergangenen Wochenende setzte Impulse für den Wandel. Im Deutschen Bergbau-Museum Bochum wurde dabei über die Zukunft von Kirche und Kommune diskutiert, die vor einem Umbruch stehen.

„Allen Anfang wohnt ein Zauber inne“ - unter diesem Zitat von Hermann Hesse stand eine Diskussionsrunde mit den „drei Neuen“ an der Spitze von Kirche und Kommune: Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Stadtdechant Michael Kemper und Superintendent Dr. Gerald Hagmann. Über 300 Vertreter aus den evangelischen und katholischen Gemeinden und Einrichtungen sowie aus Politik und Gesellschaft waren der Einladung beider Kirchen ins Bergbau-Museum gefolgt.

Kirchen und Kommunen verbindet dabei u.a. eine Gemeinsamkeit: die Finanzen. So rechnen beide Kirchen in den nächsten Jahren mit erheblich weniger Kirchensteuereinnahmen. Ein Kirchensteuereinbruch hätte auch Auswirkungen auf den Gebäudebestand und den Personalschlüssel.

Für Superintendent Hagmann ist es wichtig, dass Kirche weiterhin möglichst "flächendeckend präsent bleibt", macht aber deutlich, dass alle wesentlichen Entscheidungen über strukturelle Veränderungen vor Ort in den Gemeinden getroffen werden.

Stadtdechant Kemper ergänzte: Auch in der katholischen Kirche werden im Rahmen der Strukturüberlegungen die „Menschen in den Prozess“ eingebunden. Er regte an, dabei „verstärkt ökumenisch zu denken“. Beide Kirchenvertreter hoben hervor, dass der bevorstehende Wandel und „Neuanfang“ auch die positive Chance biete, Kirche neu zu gestalten.

Eiskirch: Kirchen leisten wichtigen Beitrag für die Gesellschaft

Der neue erste Bürger der Stadt Bochum betonte, dass die Kirchen einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisteten. „Der Motor des Zusammenstehens sind die Kirchen, sie haben eine Ankerfunktion“, sagte Eiskirch, der auch die Zusammenarbeit mit den Kirchen in gesellschaftlichen Fragen und bei der Flüchtlingshilfe hervorhob.

Hagmann unterstrich, dass beide Kirchen sich bereits vielfältig sozial engagieren, z.B. in Kindertagesstätten und Krankenhäusern, Kemper hob beispielhaft das ökumenische Engagement von Caritas und Diakonie in der neuen Flüchtlingsunterkunft am Opel-Werk in Laer hervor.

Im Hinblick auf das Engagement für Flüchtlinge, das Oberbürgermeister Eiskirch als „größte Herausforderung für die Gesellschaft seit dem zweiten Weltkrieg“ bezeichnete, betonte der Stadtdechant: „Unser Wohlstand verpflichtet. Es ist unsere christliche Aufgabe Menschen in Not zu helfen“. Und für den Superintendenten geht es dabei vor allem darum, „Begegnungsräume zu schaffen“ und „den Dialog mit den anderen Religionen zu pflegen“. Beide Kirchen wollen daher weiterhin ihren Beitrag für Menschen auf der Flucht leisten.

Der Evangelische Kirchenkreis Bochum und die Katholische Stadtkirche Bochum + Wattenscheid arbeiten seit vielen Jahren ökumenisch zusammen. Seit 16 Jahren laden sie gemeinsam zum Start ins neue Jahr ein.
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