Freie Bürger Bochum: Noch ist bei der Neunutzung der Opel-Flächen nichts sicher

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Jens Lücking, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger, bei der Opel-Sightseeing-Tour.
40.000 Quadratmeter besenreine Fläche unter einem Dach sind beeindruckend groß. Da wird der Politiker schnell still und sinniert beim sprachlosen Betrachten nur darüber, wie es wohl mal war, als hier, im Opel-Werk II in Langendreer, noch die Produktion brummte, als die Motoren-, Achsen- und Getriebefertigung auf Volldampf lief und Arbeitsplätze sicherte. Auf jeden Fall ist es gespenstisch ruhig beim Rundgang durch die Halle, nur das Klackern der Schuhsohlen der rund zwei Dutzend Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur- und Stadtentwicklung ist zu hören, die von Opel zur Sightseeing-Tour geladen wurden.

"Sehen, worüber man spricht" – so könnte man die Auswärts-Sitzung übertiteln, die Flächen-Dimensionen präsentiert, die auch die besten Schaubilder und Grafiken nicht vermitteln können. Schließlich passen ins Opel-Gelände Werne, Langendreer und Laer, würde man die drei aneinanderlegen, 224 Fußballplätze. Das ist das eine. Das andere ist: Wie geht's voran mit der Altlastensanierung, den Nutzungskonzepten, der Wertermittlung und überhaupt. "Es liegt zur Zeit viel Euphorie in der Luft", sagt Jens Lücking, Fraktionsvorsitzender von den Freien Bürgern und dämpft gleichzeitig schnelle Lösungen und hohe Erwartungen. "Aber es ist auch immer noch vieles unklar."

Enno Fuchs, Geschäftsführer der Opel-Projektgesellschaft, beschwört ein ums andere Mal Transparenz in allen Bereichen, erläutert auch nochmals vor Ort, in der ehemaligen Kantine von Werk II, die Entscheidung, das Warenverteilzentrum zu erweiteren und dafür fast 300 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. "Das ist natürlich erfreulich und in keiner Weise in Frage zu stellen", sagt Lücking und fügt hinzu, dass man trotz dieser überraschenden Wende aber auf keinen Fall vom bisher diskutierten Nutzungskonzept abrücken sollte.

"Die Expertenrunde im vergangenen Opel-Workshop war konstruktiv bei der Sache, alle Akteure sind gemeinsam im Gespräch und haben einen vernünftigen Fahrplan vorgelegt." Das sei schon viel wert. Und da solle man auch dran bleiben. "Und mehr gibt es derzeit nicht zu sagen. Mehr wäre reine Spekulation."
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