Freie Bürger: Gesperrte Brücke in Werne sorgt für Unmut

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Auf der gesperrten Brücke an der Von-Waldthausen-Straße in Bochum-Werne: Gerd Bangert (Getränkehandel Bangert) und Jens Lücking (Fraktionsvorsitzender Freie Bürger Bochum).
"Es gibt zwar viel Schriftverkehr", sagt Jens Lücking von den Freien Bürger, blättert sorgfältig durch den dicken Ordner und stellt fest, "aber so richtig gekümmert hat sich bis heute keiner." Es geht um die gesperrte Brücke an der Von-Waldthausen-Straße, die Werne seit eineinhalb Jahren in zwei Teile trennt. Der Verkehrsfluss nahm dadurch rapide ab und das bekommt seitdem die Gertränkehändlung Bangert deutlich zu spüren. "Unsere Umsätze brechen ein."

Der 70jährige Gerd Bangert ist sauer auf die Verwaltung. Er ist ein Mensch, der sich Gedanken macht, der sich informiert, der offen ist für die Diskussion. So korrespondierte er etliche Male mit dem Tiefbauamt, um auf Ungereimtheiten in der Sache und in den Aussagen zum baulichen Zustand hinzuweisen. Zum Beispiel: Ein Prüfbericht aus dem Jahr 2010, der aber erst drei Jahre später "und nach mehrmaliger Aufforderung der Bezirksvertretung" vom Tiefbauamt vorgelegt wurde, beurteilte die Brücke mit der Zustandsnote 3,5. Da hätte man sie noch, ist sich Bangert sicher, mit einem verhältnismässig geringem Aufwand am Leben erhalten können. Aktuell stünden Millionensummen für eine Kompletterneuerung an. Ob und wann das allerdings passieren wird, "das wissen wir nicht." Viele Antworten blieben aus, viele Fragen stehen immer noch im Raum.

Bangert, der an Infoabenden teilnahm, mit Anwohnern sprach, Unterschriften sammelte, der sich eben kümmert, hat für seine Nachbarschaft ausgerechnet hat, was die Sperrung sonst noch bedeutet: "Sie sorgt für Umwege von jährlich rund 350000 Kilometern. Das kostet nicht nur den Menschen Geld, das sorgt auch für eine nicht unerhebliche Umweltbelastung."

Dieser "klare Fall von absolutem Desinteresse für die Sorgen der Bürger" ist für Lücking ein Dorn im Auge. "Dieses Verhalten ist untragbar und ein Fall für die Politik", sagt der Fraktionsvorsitzende und hat sich den 5. September im Kalender als Priorität bereits dick markiert. Denn dann tagt der Ausschuss für Umwelt, Sicherheit, Ordnung und Verkehr. "Das ist der Moment, wo wir tätig werden können, um die richtigen Fragen zu stellen und um die Hintergründe zu erhellen", sagt Lücking, der gemeinsam mit Dr. Klaus-Axel Riemann dem Ausschuss angehört. Die Zukunft der Brücke, die im Bochumer Osten für ärgerlichen Unmut und für eine Existenzbedrohung sorgt, ist dann nämlich Thema des Tages.
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