Gedenken an den Völkermord in Dersim

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Nachfolgend die richtige Darstellung der Hintergründe des Massakers an der Zivilbevölkerung in Dersim:

Gemeinsam mit der FDG-Föderation der Dersim-Gemeinden in Europa e.V. gedenkt die Bochumer Montagsdemo der Opfer des Gemetzels in Dersim.
Dersim sucht man vergeblich auf offiziellen Landkarten der Türkei. Es heißt heute Tunceli Dieses Gebiet ist ein schwer zugänglicher Gebirgsriegel in einer Region, die je nach Standpunkt als Kleinasien, Osttürkei, Westarmenien oder nördliches Kurdistan betrachtet wird. Vor 70 Jahren besaß es eine deutlich eigenständige regionale Identität; die meisten seiner höchstens 150.000 Bewohner empfanden sich als Dersimer; ihre Sprache Zazaki (Kirmancki) hob sie aus der indogermanischen Sprachgemeinschaft hervor, ebenso wie besondere Gebräuche und Glaubenspraktiken sie innerhalb der großen alevitischen Gemeinschaft hervorhoben. Der Ministerratsbeschluss vom 4.mai 1937 war der Anfang des Genozid und Ethnozid an den Dersimern.

Nach dem Völkermord 1937/38 folgte die militärische Annektierung und Türkisierung mit fort-währender Erniedrigung bis heute. Mord, Vertreibung und Umsiedlung war das Ziel der türkischen Republik. Aufgrund dieses existenziellen Drucks und der Leugnung des Genozides entschieden sich die meisten Dersimer das Gastarbeiterangebot Europas an zu nehmen und wanderten in den 70igern aus. Die meisten davon kamen in die BRD. Schätzungsweise leben 150.000 bis 200.000 Dersimer-Aleviten (Kırmanc) in Europa, die meisten in Deutschland. Mit dem Militärputsch von 1980 begann eine neue Welle der Vertreibung durch die gezielte Zerstörung der Existenz der noch Dagebliebenen. Hunderte Dörfer wurden zerstört, die Bewohner getötet oder vertrieben. Die Bevölkerung ist auf ca. 50000 Einwohner geschrumpft. Doch auch im Exil werden die Dersimer diskriminiert und assimiliert. Die Dersimer -sei es in Dersim oder Europa- haben begonnen, sich zu organisieren, Ihre kulturellen Identität zu bewahren und ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Die Föderation der Dersim Gemeinden in Europa fordert deshalb als ersten Schritt die Einrichtung eines Gedenktages in Europa und der Türkei am 4.Mai.

Es wird eine spannende Debatte erwartet. Wie schon angekündigt, ist die gemeinsame Kundgebung am kommenden Montag, 4.5.15, um 18.00 Uhr auf dem Husemannplatz.

Baher Uzun
für die FDG-Föderation

Ulrich Achenbach
Moderator der Bochumer Montagsdemo
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