Gedenkstätte erinnert an Zwangsvereinigung von KPD und SPD -- Kranzniederlegung im ehemaligen Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen

Anzeige
Briefkopf der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen... Repro:Volker Dau
Berlin: Gedenkstätte Hohenschönhausen | Gedenkstätte erinnert an Zwangsvereinigung von KPD und SPD
Kranzniederlegung im ehemaligen Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erinnert am Donnerstag (21.04., 11 Uhr) mit einer Kranzniederlegung an die Opfer der Zwangsvereinigung von SPD und KPD vor 70 Jahren.


Der Sozialdemokrat Heinz-Joachim Schmidtchen, der wegen seines Protestes gegen die Vereinigung in Haft kam, wird am Gedenkstein für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft sprechen.

Am Nachmittag (21.04., 15 Uhr) redet der Direktor der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, zudem bei einer Gedenkstunde der SPD am Admiralspalast in der Berliner Friedrichstraße.


Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) wurde auf dem sogenannten Vereinigungsparteitag von KPD und SPD am 21. und 22. April 1946 im Berliner Admiralspalast gegründet.

Der Händedruck der Parteivorsitzenden, Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl, wurde Parteiemblem der SED.

Die Vereinigung erfolgte unter massivem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht. Sozialdemokraten, die sich der Vereinigung widersetzten, wurden vielfach inhaftiert oder zur Flucht in den Westen getrieben. Allein in Berlin-Hohenschönhausen arrestierte die sowjetische Geheimpolizei etwa 100 Sozialdemokraten. Nach ihrer Verurteilung verbüßten sie zumeist jahrelange Haftstrafen in Lagern der UdSSR.


Heinz-Joachim Schmidtchen klebte im Frühjahr 1946 in Berlin Plakate gegen die Zwangsvereinigung.

Kurz nach dem Vereinigungsparteitag verhaftete ihn die sowjetische Geheimpolizei. Er kam zunächst in einen Haftkeller in der Prenzlauer Allee. Von Juni bis August 1946 war er im sowjetischen Speziallager Nr. 3 in Hohenschönhausen gefangen.
Anschließend kam er in das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen. 1950 wurde er in einem Schnellverfahren zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er im Zuchthaus Bautzen verbringen musste.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
13.702
Volker Dau aus Bochum | 21.04.2016 | 18:26  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.